„Das ist als Schnapsidee aufgekommen, da es ein Stück Geschichte ist“, erzählt Hannah Vogt, die das Krokodil gemeinsam mit ihrem Mann Jan Vogt führt, mit einem Lächeln, das ihre Begeisterung spürbar macht. Gemeinsam mit den Experten von 3D-Heros aus Maberzell und dem Vonderau Museum planen sie das einmalige Projekt. „Wir haben das Original eingescannt, und jetzt kann es aus dem größten 3D-Drucker Deutschlands wiederauferstehen. Es wird genauso aussehen wie früher – nur modern, aber mit all dem Charme der Geschichte.“
Die Historie des Krokodils ist so bunt wie die Kneipe selbst: Über 150 Jahre lang hing es über der Drogerie, die den ganzen Stadtteil prägte. Als das Haus zur Kneipe wurde, wanderte das Original ins Museum, während eine Nachbildung in den 1990er Jahren auf mysteriöse Weise in die Hände amerikanischer Soldaten geriet und verschwand. „Jetzt bringen wir das Krokodil zurück. Es ist ein Stück Stadtgeschichte, ein Stück unserer Community und einfach ein Symbol dafür, wie Menschen hier zusammenkommen“, betont Hannah Vogt.
Für die Umsetzung benötigen die Betreiber jedoch Unterstützung. „Um das Krokodil zu drucken, brauchen wir rund 7000 Euro“, erklärt Hannah Vogt. „Wer mag, kann direkt in der Kneipe spenden – wir haben eine Spardose aufgestellt – oder online Teil des Projekts werden.“ Die beiden Betreiber haben auf der Plattform whydonate einen Aufruf für das Projekt gestartet. „Jede Hilfe bringt uns dem Ziel ein Stück näher“, freut sich Hannah Vogt auf alle Spenden, egal ob klein oder etwas größer. Nach Fertigstellung soll das Krokodil wieder an seinem angestammten Platz aufgehängt werden. „Direkt über dem Eingang soll es befestigt werden und allen, die vorbeigehen, ein Stück Geschichte und Nostalgie schenken“, so die Betreiberin.
Vielleicht kann das neue Krokodil dann schon zum 40-jährigen Jubiläum die Gäste „empfangen“: Am 22. August wird die Karlstraße zur Kroko-Festmeile. Im Außenbereich wird es eine große Bühne geben, auf der die Band „Soundaholics“ live bis Mitternacht spielen wird. Bratwürste vom Grill, Getränkestände und die fröhliche Menge sollen den Abend zu einem echten Fest machen. Und weil beim Kroko eine Nacht selten um Mitternacht endet, geht es danach im Innenbereich mit DJ Till Becker und der After-Party weiter.
„Das Krokodil ist mehr als eine Kneipe. Es ist ein Ort, an dem Generationen aufeinandertreffen, Geschichten ausgetauscht werden und jeder, der kommt, sofort Teil der Community ist“, schwärmt Hannah Vogt. Die Wände der Kneipe flüstern ihre eigenen Geschichten: von ausgelassenen Abenden, von ersten Dates, von alten Freunden, die sich nach Jahren wiedersehen. „Man kann allein kommen, aber man ist nie allein“, erklärt Vogt nostalgisch: „Wir Wirte sind immer persönlich da, wir feiern mit, wir lachen mit – und jetzt, mit dem Krokodil wieder über dem Eingang, bekommt alles noch einmal einen historischen Rahmen.“
