Die Botschaft der Bischöfin im Wortlaut:
„In diesen Tagen von Karfreitag bis Ostern erinnern wir den gewaltsamen Tod von Jesus von Nazareth und seine Auferstehung. Ostern feiern wir Hoffnung in einer Welt voller Krieg, Gewalt und Tod, Hoffnung auf Leben angesichts von Gräbern und zerstörten Häusern. Jesu Auferstehung zeigt uns Gottes Wirken und die Kraft der Gemeinschaft über den Tod hinaus. Denn die Gemeinschaft um Jesus zerbricht nicht, sondern weitet sich aus. Seine Freunde, die voller Angst und Enttäuschung vom Kreuz Jesu weggelaufen sind, kommen zurück.
Ostern lädt ein zur Versöhnung in einer Zeit, in der sich Menschen zunehmend aggressiv und hasserfüllt begegnen, in der Ausgrenzung und das Denken in Feindbildern zunehmen. Durch Jesus Christus, durch sein Leiden und Sterben und durch seine Auferstehung schafft Gott einen Raum der Versöhnung, in dem wir uns als Menschen begegnen können, egal, was wir denken oder wählen, woher wir kommen oder wie wir aussehen. Die Kraft der Versöhnung verändert unsere Haltungen und Beziehungen zueinander.
Das Ostergeschehen erschließt einen Raum des Vertrauens, dass der Glaube Gräber öffnen, Hass überwinden und Menschen über Gegensätze hinweg verbinden kann. Die Freunde Jesu haben das nach seinem Tod erlebt. Menschen weltweit feiern diese Erfahrung bis heute. Ostern stärkt die Hoffnung, dass nicht das Recht des Stärkeren siegt, sondern die Kraft der Liebe. Diese Zuversicht ebnet neue Wege. Und sie macht widerstandsfähig gegen Angst und Verzweiflung – auch und gerade angesichts der vielen erschütternden Nachrichten und schmerzhaften Erfahrungen unserer Zeit.“
Hintergrund: Karfreitag und Ostern
Die Tage von Gründonnerstag bis Ostersonntag markieren die wichtigsten Ereignisse des Kirchenjahrs. Karfreitag ist der Tag der Kreuzigung Jesu Christi auf dem Hügel Golgatha vor den Toren Jerusalems. Das Wort leitet sich vom althochdeutschen Wort „kara“ (Klage, Trauer) ab. Dieser Tag bildet den Höhepunkt der Passionszeit, in der Christinnen und Christen der Passion Christi, also seines Leidens und Sterbens gedenken. An Ostern feiern sie die Auferstehung Jesu. Das Wort „Ostern“ leitet sich wie die Himmelsrichtung „Osten“ vom althochdeutschen Wort für Morgenröte ab. Der Wortursprung weist darauf hin, dass das leere Grab am frühen Morgen entdeckt wurde.
In Kirche, Internet, Radio und TV: EKKW macht viele Angebote
An Karfreitag, 3. April, 10 Uhr, predigt Bischöfin Dr. Beate Hofmann in der Martinskirche in Kassel zum Thema Versöhnung. Die Predigt ist auf der Homepage der Landeskirche nachzulesen. Einen besonderen digitalen Gesprächsraum bietet die Landeskirche an Karfreitag von 18 bis 20 Uhr für jene an, die nicht allein sein wollen, an einem Austausch interessiert sind oder einfach nur zuhören wollen. Zwei Pfarrteams begleiten das Angebot. Der Zugang erfolgt über www.ekkw.de/zoom.
Auf www.ekkw.de gibt es weitere Anregungen, Texte und Videos zu Karfreitag und Ostern. Interessierte können den ZDF-Fernsehgottesdienst am Ostersonntag aus Marburg und den hr4-Radiogottesdienst am Ostermontag aus Kassel live im Stream mitfeiern.
