Beim Vergleich zum Vorjahr wird weiterhin die schwächere Konjunktur sichtbar: Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda stieg gegenüber dem März vergangenen Jahres um 443, bzw. 5,6 Prozent an. Bei der Agentur für Arbeit in Fulda und Hersfeld-Rotenburg sind 3508 Menschen als arbeitslos registriert – das sind 475 mehr als vor einem Jahr (+15,7 Prozent). Die Jobcenter der jeweiligen Landkreise zählen derzeit 4835 erwerbslose Personen (-0,7 Prozent zum Vorjahr).
Überproportional von der Steigerung betroffen sind jüngere Arbeitslose (+20,1 Prozent). „Zum einen handelt es sich um junge Frauen und Männer, die nach der Ausbildung aufgrund der konjunkturellen Lage von ihren Ausbildungsbetrieben nicht oder lediglich für kürzere Zeiträume nach Abschluss der Ausbildung übernommen wurden“, erklärt Katharina Henkel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. Jüngere Erwachsene sind oft zuerst betroffen, wenn die wirtschaftliche Lage schwierig ist. Zum anderen meldeten sich Personen arbeitslos, die nach ihrer Ausbildung eine Arbeitsstelle in einem anderen Betrieb suchen. Während früher viele nach der Ausbildung ihr gesamtes Berufsleben in einem Betrieb verbrachten, ist der heutige Arbeitsmarkt von häufigeren Wechseln und deutlich mehr Dynamik geprägt. Auch Ausbildungsabbrüche seien ein Thema. „Mit unserer Beratung wollen wir gemeinsam mit den jungen Menschen ihren Berufseinstieg gestalten. Und es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten“, so Henkel.
Trotz der schwächeren Konjunktur bestehen gute Chancen auf die Aufnahme einer Beschäftigung. Dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur liegen im Agenturbezirk 2377 Stellen zur Besetzung vor. Das sind 103 mehr als im März 2025. Der überwiegende Teil der aktuell freien Stellen richtet sich an Fachkräfte oder spezialisierte Experten, im Helferbereich stehen 397 Arbeitsstellen zur Verfügung. „Wenn ein Berufsabschluss fehlt, bieten wir zielgerichtete Qualifizierungen an“, bestätigt die Agenturleiterin.
Der Arbeitsmarkt im Landkreis Fulda
Die Arbeitslosigkeit in der Region Fulda ist im März gegenüber dem Vormonat saisonal leicht zurückgegangen, wobei von einem klassischen Frühjahrsaufschwung derzeit nichts zu erkennen ist. Die Zahl der Arbeitslosen liegt zum Ende des Monats bei 5243 und somit um 45 niedriger als im Februar. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 4,0 Prozent (Vormonat: 4,1 Prozent, Vorjahr: 3,9 Prozent). Sie ist noch immer die niedrigste in Hessen (Hessendurchschnitt 6,0 Prozent). Beim Vergleich zum Vorjahr wird weiterhin die schwächere Konjunktur sichtbar: Die Arbeitslosigkeit in der Region stieg gegenüber dem März vergangenen Jahres um 210, bzw. 4,2 Prozent an. Bei der Agentur für Arbeit in Fulda sind 2287 Menschen als arbeitslos registriert – das sind 295 mehr als vor einem Jahr (+14,8 Prozent). Das Jobcenter des Landkreises Fulda zählt derzeit 2956 erwerbslose Personen (-2,8 Prozent zum Vorjahr).Überproportional von der Steigerung betroffen sind jüngere Arbeitslose (+19,5 Prozent). Beim Kreisjobcenter des Landkreises Fulda sieht man vorwiegend einen verstärkten Zugang junger geflüchteter Menschen als ursächlich für den Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Personengruppe der Unter-25-Jährigen. Markus Vogt, Fachdienstleiter Kommunaler Arbeitsmarkt beim Kreisjobcenter des Landkreises Fulda, hofft, diesen jungen Frauen und Männer zügig den Zugang zu Sprachkursen bzw. in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu ermöglichen.
Trotz der schwächeren Konjunktur bestehen gute Chancen auf die Aufnahme einer Beschäftigung. Dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur liegen in der Region Fulda 1464 Stellen zur Besetzung vor. Das sind 60 mehr als im März 2025. Besonders hoch ist der Personalbedarf im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel (außer mit Kraftfahrzeugen), in der Unternehmensführung und -verwaltung sowie im Bereich der Personaldienstleistung, im Baugewerbe (Tiefbau) sowie in der Produktion. Der überwiegende Teil (87 Prozent) der aktuell freien Stellen richtet sich an Fachkräfte oder spezialisierte Experten, im Helferbereich stehen 186 Arbeitsstellen zur Verfügung.
Der Arbeitsmarkt im Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Die Arbeitslosigkeit in Waldhessen ist im März gegenüber dem Vormonat saisonal leicht zurückgegangen, wobei von einem klassischen Frühjahrsaufschwung derzeit nichts zu erkennen ist. Die Zahl der Arbeitslosen liegt zum Ende des Monats bei 3100 und somit um 64 niedriger als im Februar. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 4,7 Prozent (Vormonat: 4,8 Prozent, Vorjahr: 4,4 Prozent). Sie liegt noch immer weit unter dem Hessendurchschnitt von 6,0 Prozent). Beim Vergleich zum Vorjahr wird weiterhin die schwächere Konjunktur sichtbar: Die Arbeitslosigkeit in der Region stieg gegenüber März vergangenen Jahres um 233, bzw. 8,1 Prozent an. Bei der Agentur für Arbeit in Bad Hersfeld sind 1221 Menschen als arbeitslos registriert – das sind 180 mehr als vor einem Jahr (+17,3 Prozent). Das Jobcenter des Landkreises Hersfeld-Rotenburg zählt derzeit 1879 erwerbslose Personen (+2,9 Prozent zum Vorjahr). Überproportional von der Steigerung gegenüber dem Vorjahr sind jüngere Arbeitslose betroffen (+20,9 Prozent).
René Bieber, Leiter des Kommunalen Jobcenters Hersfeld-Rotenburg, ergänzt: „Der Anstieg arbeitsloser U25-Leistungsbeziehender ist vor allem auf eine gewachsene Grundgesamtheit infolge demografischer Verschiebungen zurückzuführen. Mehr Jugendliche ab 15 Jahren rücken in die Gruppe der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten nach. Gleichzeitig erschweren weggefallene Jugendintegrations- und Wiederholerkurse insbesondere jungen Menschen mit Migrationshintergrund, die über 60 Prozent dieser Gruppe ausmachen, den notwendigen Spracherwerb. Fehlende Sprachkompetenzen behindern den Zugang zu Ausbildung und Arbeit und verlängern den Leistungsbezug. In Kombination mit einer hohen Fluktuation und einem insgesamt steigenden Bestand führt dies dazu, dass mehr junge Menschen arbeitslos sind.“
Trotz der schwächeren Konjunktur bestehen gute Chancen auf die Aufnahme einer Beschäftigung. Dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur liegen in der Region 913 Stellen zur Besetzung vor. Das sind 43 mehr als im März 2025. Besonders hoch ist der Personalbedarf im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel (außer mit Kraftfahrzeugen), in der Unternehmensführung und -verwaltung sowie im Bereich der Personaldienstleistung und im Baugewerbe (Tiefbau). Der überwiegende Teil (77 Prozent) der aktuell freien Stellen richtet sich an Fachkräfte oder spezialisierte Experten, im Helferbereich stehen 211 Arbeitsstellen zur Verfügung.
