„Wir hatten einen komplett vollen Terminplan von 9 bis 17 Uhr – alle Slots waren vergeben“, berichtet Pascal Sickau aus der Geschäftsleitung des Sanitätshauses. Aufgrund der starken Nachfrage sei kurzfristig sogar ein zusätzlicher Termin am Folgetag eingerichtet worden. „Für Mittwoch haben wir noch einmal einige Termine geschaffen, weil so viele Anfragen kamen. Dort sind aktuell noch einzelne Plätze frei.“
Im Mittelpunkt des Aktionstags stand eine individuelle Analyse von Kniebeschwerden in Zusammenarbeit mit dem Hersteller Sporlastic. Vor Ort nahm sich Orthopädietechniker Daniel Kloss für jeden Teilnehmer ausführlich Zeit. Ziel war es, Beschwerden genau zu analysieren und gemeinsam herauszufinden, welche Unterstützung im Alltag helfen kann.
Anders als bei einem gewöhnlichen Termin begann jede Beratung zunächst mit einem ausführlichen Gespräch. „Wir schauen erst einmal ganz genau: Wo sitzt der Schmerz? Seit wann bestehen die Beschwerden? In welchen Situationen treten sie auf?“, erklärt Sickau. Manche Teilnehmer klagten über Schmerzen beim Treppensteigen, andere über Probleme beim längeren Gehen oder nach sportlicher Belastung. Erst im Anschluss wurden passende Orthesen und Bandagen ausgewählt.
Insgesamt standen acht verschiedene Modelle zur Verfügung – von einfachen Bandagen bis hin zu stabilisierenden Orthesen. Diese konnten direkt vor Ort angelegt und getestet werden. „Uns war wichtig, dass die Leute nicht einfach nur ein Produkt gezeigt bekommen, sondern selbst merken, wie es sich anfühlt“, sagt Sickau.
Besonderen Mehrwert bot ein Testparcours auf dem Parkplatz des Sanitätshauses. Dort konnten die Teilnehmer die unterschiedlichen Hilfsmittel unter realistischen Bedingungen ausprobieren. Eine kleine Rampe, Stufen und verschiedene Untergründe sorgten dafür, dass typische Alltagssituationen nachgestellt wurden.
„So merken die Kunden direkt, ob das Knie entlastet wird oder ob sie sich stabiler fühlen“, erklärt Sickau. Gerade beim Treppensteigen oder auf unebenem Untergrund sei schnell spürbar gewesen, welche Unterschiede die einzelnen Modelle machen können. Für viele Besucher sei dies ein entscheidender Moment gewesen.
Denn genau darin liegt nach Ansicht der Verantwortlichen der große Vorteil des Aktionstags: Viele Menschen erhalten im normalen Ablauf zunächst eine ärztliche Verordnung und kommen anschließend ins Sanitätshaus – häufig ohne genau zu wissen, welches Hilfsmittel für sie geeignet ist oder wie es sich im Alltag anfühlt.
„Viele haben sonst gar nicht die Möglichkeit, verschiedene Orthesen oder Bandagen direkt miteinander zu vergleichen“, sagt Sickau. „Hier konnten sie in Ruhe testen, Fragen stellen und für sich herausfinden, was ihnen wirklich hilft.“
Der Aktionstag setzte damit bewusst auf das Prinzip: erst ausprobieren, dann entscheiden. „Aus unserer Sicht ist das der sinnvollere Weg“, betont Sickau. „Die Leute gehen anschließend mit einem ganz anderen Gefühl nach Hause – und oft auch mit einer konkreteren Vorstellung für das Gespräch mit dem Arzt.“
Auch Kloss von Sporlastic zog am Ende des Tages ein positives Fazit. Vor allem die intensive Beratung sei entscheidend gewesen. „Im normalen Alltag bleibt dafür oft nicht so viel Zeit. Hier konnten wir uns in Ruhe mit jedem Einzelnen beschäftigen“, sagt der Orthopädietechniker. Viele Teilnehmer hätten die Möglichkeit genutzt, ausführlich über ihre Beschwerden zu sprechen und unterschiedliche Lösungen kennenzulernen.
Dabei sei deutlich geworden, wie unterschiedlich die Ursachen und Bedürfnisse sind. Während manche Besucher eher eine leichte Unterstützung für den Alltag suchten, benötigten andere eine stärkere Stabilisierung – etwa nach Verletzungen oder bei länger bestehenden Beschwerden.
Viele Teilnehmer hätten den Aktionstag daher nicht nur als Beratung, sondern auch als Orientierungshilfe empfunden. Einige hätten bereits vor Ort eine konkrete Empfehlung für eine mögliche Versorgung erhalten, andere wollten die gewonnenen Eindrücke zunächst mit zum nächsten Arzttermin nehmen.
Nach den positiven Rückmeldungen denken die Verantwortlichen bereits über eine Wiederholung nach. „Das werden wir auf jeden Fall noch einmal anbieten“, kündigt Sickau an. Auch weitere Aktionstage zu anderen Themen seien denkbar. Der große Zuspruch habe gezeigt, dass der Wunsch nach persönlicher Beratung und praktischen Testmöglichkeiten groß ist – gerade bei Beschwerden, die den Alltag vieler Menschen betreffen.
