Wenn Olaf Dahlmann über seine Entscheidung spricht, nicht erneut für das Bürgermeisteramt zu kandidieren, wird schnell klar: Es ist kein spontaner Entschluss gewesen, er macht seine Arbeit nach wie vor sehr gerne. „Es gibt nicht den einen ausschlaggebenden Grund“, betont er. Vielmehr sei es „eine Gesamtbetrachtung – persönlich und familiär“. Die Entscheidung sei bereits vor längerer Zeit gereift. „So eine Entscheidung trifft man nicht von heute auf morgen. Das ist ein längerer Prozess“, sagt Dahlmann.
Nach dann gut elf Jahren im Amt – gewählt erstmals 2014 und 2020 deutlich bestätigt – nähert sich seine Zeit im Rathaus langsam dem Ende. Noch rund neuneinhalb Monate bleiben ihm, um Projekte voranzubringen und Verantwortung zu tragen. Rückblickend erfüllt ihn dabei vor allem eines mit Stolz: „Der Umbau der Kläranlage Angersbach war die größte Einzelinvestition der Gemeinde. Dass ich das begleiten durfte, macht mich schon stolz.“ Auch emotionale Themen hätten seine Amtszeit geprägt. So sei die Diskussion um die Ortsumgehung Lauterbach-Wartenberg wichtig gewesen: „Es war richtig, dass wir als Gemeinde Position bezogen haben. Die Debatte zu führen, war entscheidend – auch wenn man abwarten muss, wie die Abstimmung ausgeht.“
Ein besonderes Anliegen war Dahlmann stets auch die soziale Infrastruktur. „Der Kindergartenanbau und die Erweiterung der Öffnungszeiten sind Dinge, bei denen wir konkret etwas für junge Familien erreichen konnten“, sagt der scheidende Bürgermeister. Gerade als Sozialdemokrat habe es ihn gefreut, „in diesem Bereich Fakten zu schaffen“. Die Ganztagsbetreuung etwa in Landenhausen sei ein wichtiger Schritt gewesen, um den Bedürfnissen vieler Familien gerecht zu werden.
Bis zu seinem Ausscheiden im Januar 2027 will Dahlmann noch einiges bewegen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Feuerwehr: „Der Bedarfs- und Entwicklungsplan soll bis Jahresende durch die Gremien gebracht werden.“ Auch beim Anschluss der Kläranlage gebe es noch Aufgaben. „Seit Januar wird gepumpt, aktuell geht es um das Rückhaltebecken. Das ist ein wichtiges Projekt im Gesamtkonstrukt“, erklärt er. Daneben gelte es, das „übliche Tagesgeschäft“ verlässlich weiterzuführen.
Mit Blick auf seine Nachfolge formuliert Dahlmann einen klaren Wunsch: „Ich hoffe, dass die gemeindlichen Interessen weiterhin engagiert vertreten werden.“ Gleichzeitig blickt er auch über die Kommune hinaus. „Ich wünsche mir von Herzen, dass die nächste Amtszeit nicht ganz so viele Krisen mit sich bringt, wie ich sie erlebt habe“, sagt er – und ergänzt mit Blick auf die Weltlage: „Auch wenn das nicht leicht vorherzusagen ist.“
Und wie geht es für ihn selbst weiter? Konkrete Pläne gibt es noch nicht. „Es gehen mir verschiedene Ideen durch den Kopf, aber entschieden ist noch nichts“, sagt Dahlmann. Sicher ist nur: Ganz aus der Politik wird er sich nicht zurückziehen. Im Vogelsberger Kreistag will er sich weiterhin ehrenamtlich engagieren. „Alles andere wird sich zeigen.“ Bei aller politischen Bilanz wird im Gespräch aber auch die persönliche Seite deutlich. Auf die Frage, worauf er sich nach dem Ende seiner Amtszeit am meisten freut, muss Dahlmann nicht lange überlegen: „Auf jeden Fall auf mehr Zeit mit meiner Familie.“ Gerade seine Kinder hätten klare Wünsche geäußert. „Die sagen: Papa soll auch im Alltag wieder gute Laune haben – nicht nur im Urlaub“, erzählt er mit einem Lächeln.
Bis es so weit ist, will Dahlmann jedoch weiterhin mit vollem Einsatz für Wartenberg arbeiten. „Ich werde mich bis zum letzten Tag mit ganzer Kraft und Freude für die Gemeinde einsetzen“, verspricht er. Und schaut dabei mit Dankbarkeit zurück: „Die vielen Begegnungen, Gespräche und gemeinsamen Momente haben meine Zeit als Bürgermeister sehr bereichert.“
