Lokales FD 14.04.2026

25.000 Euro Schaden: Fuldaer Eventfirma um Equipment erleichtert

Fulda (jah) – Was zunächst wie ein ganz normaler Auftrag klang, entwickelte sich für Gerrit Schwendner und seine Frau Patricia von der Gerrit Entertainment GmbH & Co. KG zu einem außergewöhnlichen Betrugsfall: Im Wert von über 25.000 Euro vermieteten sie Unterhaltungsmodule für eine Veranstaltung in Pfordt – eine Veranstaltung, die jedoch nie stattfinden sollte. Die Module sind verschwunden, vom angeblichen Mieter fehlt jede Spur.

Fotos: Gerrit Entertainment GmbH & Co. KG

Während Schwendner im Urlaub in den USA war, erreichte sein Team eine Anfrage für eine Veranstaltung im Schlitzer Ortsteil Pfordt am vergangenen Wochenende. Ein Mann, der sich als „Jean Urban“ ausgab, bestellte – angeblich im Auftrag des Fußballvereins FSV Pfordt – mehrere Eventmodule, darunter eine Hüpfburg, eine Slackline, Fußball-Dart sowie Popcorn- und Slush-Eis-Maschinen und vieles mehr. „Das war kein ungewöhnlicher Auftrag. Er hat sich über die Website verschiedene Sachen ausgesucht und gesagt, er bräuchte während der Veranstaltung keine Betreuung. Das war auch nicht notwendig, bei den vermieteten Gegenständen handelte es sich nicht um High-End-Produkte der Technik“, berichtet Schwendner.

Nach mehreren Telefonaten und einem unterschriebenen Mietvertrag wirkte alles seriös. Auch vor Ort lief zunächst alles reibungslos: Zwei Männer nahmen die Lieferung entgegen, halfen sogar beim Ausladen und unterzeichneten auch den Lieferschein ordnungsgemäß. „Es war alles völlig unauffällig. Die Personen haben sich ganz normal verhalten, wie jeder andere Kunde auch“, so Schwendner, für den deshalb feststeht, dass der Betrug von langer Hand und genauestens geplant gewesen sein muss: „Die Täter müssen sich gut vorbereitet haben. Der Ort war bewusst gewählt, abgelegen, und das Auftreten war durchweg glaubwürdig“, vermutet der Fuldaer Unternehmer.

Am nächsten Tag folgte die böse Überraschung für Schwendner und sein Team: Als Mitarbeiter die Module wieder abholen wollten, war vom angeblichen Fest nichts zu sehen – und auch das Equipment war verschwunden. „Mein Mitarbeiter rief mich an und sagte: ‚Hier ist nichts. Kein Fest, keine Leute, keine Module‘“, erinnert sich Schwendner schockiert. Schnell wurde klar: Der Auftrag war fingiert. Schwender informierte sich im Internet und kontaktierte unverzüglich Dominik Susemichel, Vorsitzender des FSV Pfordt. „Ich habe beim Vorstand nachgefragt – und man sagte mir, weder gestern noch heute oder morgen sei ein Fest geplant gewesen, und ein Jean Urban würde im Verein nicht existieren.“ Schwendner versuchte auch nochmal, den mysteriösen Mieter zu kontaktieren – beide Telefonnumern, unter der der Betrüger zuvor noch zuverlässig zu erreichen war, führten nun ins Nichts. „Das kann man sich eigentlich alles gar nicht vorstellen“, hadert Schwendner mit der Situation.

Der Schaden für sein Unternehmen ist erheblich. Neben dem hohen Warenwert erschwert der Verlust auch den laufenden Betrieb. „Einige Module brauchen wir jedes Wochenende. Das bringt uns natürlich in Schwierigkeiten gegenüber unseren Kunden“, erklärt Schwendner. Dennoch sei sofort reagiert worden: „Unsere Kunden stehen an erster Stelle. Wir haben direkt begonnen, wichtige Geräte zu ersetzen.“ Parallel wurde Anzeige beim Polizeipräsidium Osthessen erstattet. Große Hoffnungen auf Aufklärung macht sich Schwendner jedoch nicht. „Wir gehen davon aus, dass die Sachen ins Ausland gebracht wurden. Wenn sie hier in Deutschland irgendwo auftauchen würden, hätten wir eine Chance. Die Sachen sind teilweise so speziell, in unserer Branche würde das auffallen.“

Trotz des Schocks zieht das Unternehmen Konsequenzen. Interne Abläufe sollen überprüft und Sicherheitsmaßnahmen verschärft werden. „Im Nachhinein fallen einem Kleinigkeiten auf, auf die man künftig genauer achten muss“, so Schwendner. Auch die Schulung der Mitarbeiter soll intensiviert werden. Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf Unterstützung aus der Branche. „Wir helfen uns unter Kollegen und leihen uns gegenseitig Equipment, damit wir weiterhin liefern können“, erklärt Schwendner. Der Fall zeigt in jedem Fall, wie professionell Betrüger mittlerweile vorgehen – und wie schnell selbst erfahrene Unternehmen Opfer werden können.