Lokales FD 16.04.2026

16. Zeitarbeitsmesse: Chancen für Arbeitsuchende und Unternehmen

Fulda (pk) – Die 16. Zeitarbeitsmesse des Kreisjobcenters Fulda fand am Mittwoch statt. Rund 430 arbeitsuchende Bürgergeldbezieher nutzten die Gelegenheit, um sich bei zwölf regionalen Zeitarbeitsfirmen zu vernetzen. Zur Eröffnung der Messe war auch Landrat Bernd Woide zugegen.

Foto: Paul Kukula

Jürgen Stock, Leiter des Kreisjobcenters, begrüßte die anwesenden Mitarbeitenden, die Vertreter der Zeitarbeitsfirmen und insbesondere die zahlreichen Arbeitssuchenden. In seiner Ansprache wies er darauf hin, dass das Bürgergeld demnächst Geschichte sei und ab dem 1. Juni durch die neue Grundsicherung abgelöst werde. „Wer arbeiten kann, soll vorrangig und schneller an Arbeit vermittelt werden“, betonte Stock. Wer hierbei nicht kooperiere, müsse mit deutlicheren Einbußen rechnen. Gleichzeitig bat er die Zeitarbeitsfirmen, die individuellen Potenziale der Bewerber genau unter die Lupe zu nehmen. „Wir bieten mit der Zeitarbeitsmesse eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten“, so der Leiter. Für die Veranstaltung wünsche er sich, dass möglichst viele Anstellungsverhältnisse zustande kommen.

Landrat Bernd Woide richtete in seinem Grußwort den Fokus auf das Wesentliche: Es gehe im Kern um die zentrale Aufgabe, „Menschen in Arbeit zu bringen“. Dies müsse möglichst effizient und mit viel Spielraum vor Ort geschehen, ohne dass sämtliche Details vom Bund vorgegeben werden. „Das große Elend in unserer Sozialgesetzgebung ist, dass wir alles zentral regeln wollen“, kritisierte Woide. Es sei wichtig, vor Ort zu agieren und den Menschen regionale Perspektiven zu geben. Er unterstrich zudem, dass Arbeit weit mehr als nur Gelderwerb sei, sondern einen entscheidenden Teil der Teilhabe am sozialen und gesellschaftlichen Leben darstelle. „Wer arbeitet, der hat auch einen höheren Selbstwert“, so Woide abschließend.

Nach der Eröffnung erhielten die Teilnehmenden – unter denen sich viele Personen mit Flucht- und Migrationshintergrund befanden, die nach einem absolvierten Integrationskurs nun dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen – eine 15-minütige Informationsveranstaltung. Die Mitarbeiter des Kreisjobcenters erklärten dabei das Prinzip der Zeitarbeit sowie die daraus resultierenden Vorteile. Anschließend konnten die Arbeitssuchenden etappenweise in Gruppen von etwa 70 Personen mit den Firmenvertretern in Kontakt treten. In direkten Gesprächen wurden Lebensläufe übergeben und Jobangebote ausgelotet. Im Idealfall bestand für die Bewerber die Chance, im Nachgang direkt einen Arbeitsvertrag mit einem der Unternehmen abzuschließen.

Bürgergeldbezieher stellten sich bei Zeitarbeitsfirmen vor. Fotos: Paul Kukula.