Nach zehn Jahren ist es zu einer Tradition geworden, das althergebrachte landwirtschaftliche Arbeiten zu bewahren. Schon im vergangenen Jahr wurde sich auf den Feldern von Timo Zengerle getroffen, der allerdings betonte: „Wir waren jetzt eher zufällig zweimal hintereinander hier – jetzt darf auch erst einmal sieben Jahre Pause sein.” Die Veranstaltung war kaum bekannt gemacht worden, da es laut Timo Zengerle ein zwangloses Treffen ohne großen organisatorischen Aufwand bleiben soll: „Trotzdem freuen wir uns natürlich über das Interesse von Zuschauern.” Und die kamen auch reichlich bei bestem Wetter auf den Acker direkt am neuen Radweg zwischen Dipperz und Petersberg, um die Pferde und ihre Besitzer zu bestaunen – besonders für viele Kinder ein unvergessliches Ereignis. Am traditionellen Palmsonntag musste das Treffen witterungsbedingt abgesagt werden und fand dieses Jahr erstmals nach Ostern statt.
Marlon Zengerle hatte als einziger nur ein Pferd angespannt, neben ihm waren fünf Gespanne mit je zwei Pferden dabei. Seine Lotte, mit 16 genauso alt wie er, zog das erste Mal im Leben einen Pflug. Das funktionierte nur Dank mehrmals wöchentlichem Training sowohl vor der Kutsche als auch im Wald zum Holzschleifen. Er betonte die Motivation der Teilnehmer: „Pflügen mit Pferden ist eine der ältesten Kulturtätigkeiten der Menschheit. Uns ist es wichtig diese Kultur zu erhalten.” Dabei gibt es unter den Teilnehmern sehr viel Zusammenhalt. Man hilft sich gegenseitig und feiert nach getaner Arbeit auch zusammen.
Und auch in der Familie Zengerle gibt es diesen Zusammenhalt. Timo Zengerle ist der Pate von Marlon. Und auch Timos Sohn Benno mit 13 Jahren und und Marlons Bruder Toni mit elf Jahren sind mit Begeisterung dabei. Nicht nur beim Schaupflügen, sondern auch wenn keiner zuschaut – für die Zukunft sieht es also gut aus. Wobei die Organisatoren betonten: „Ohne die gesamte Familie im Hintergrund wäre die ganze Veranstaltung und besonders die Verpflegung unmöglich zu schaffen.” Und so war auch Timos Frau Carmen voll mit beschäftigt, die dazu meinte: „Bei uns sind die Pferdemädchen Männer.”
Und was passierte mit dem Acker nach dem Pflügen? Stilecht wurde er dann noch mit Pferden gegrubbert und geeggt. Nur eine schlechte Nachricht gab es dabei für die Pferde: Für die Aussaat von Hafer ist es schon zu spät.
