Lokales FD 21.09.2025

„Woche der Wiederbelebung“ startet: Jeder kann Leben retten

Fulda/Hünfeld (pm/pf) – Jeder kann einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand erleiden – und jeder kann helfen, ein Leben zu retten: Um Menschen dafür zu sensibilisieren, klärt die „Woche der Wiederbelebung“ ab Montag, 22. September, mit Aktionen im Landkreis Fulda darüber auf, wie wichtig es ist, einzugreifen und die Zeit bis zum Eintreffen von Rettungskräften zu überbrücken.

„Wir wollen Bürgerinnen und Bürger mehr Sicherheit geben, um helfen zu können“, sagt Dr. Matthias Kalmbach, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst beim Landkreis Fulda sowie Oberarzt und Bereichsleiter Notfallmedizin im Klinikum Fulda. Foto: Sebastian Mannert

„Wir wollen Bürgerinnen und Bürgern mehr Sicherheit geben und ihnen damit die Angst vor der eigenen Courage nehmen“, sagt Dr. Matthias Kalmbach, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst beim Landkreis Fulda. An der Aktionswoche beteiligen sich Rettungsdienstorganisationen, Notaufnahmen der Krankenhäuser und die Leitstelle.

Rund 120.000 Menschen erleiden jährlich bundesweit einen Herzstillstand außerhalb eines Krankenhauses – fast zwei Drittel davon in häuslicher Umgebung, 20 Prozent im öffentlichen Raum. Für sie alle ist es entscheidend, dass Familienangehörige, Nachbarn und Passanten nicht zögern und Reanimationsversuche unternehmen. Die Quote der Wiederbelebung durch Laien liegt in Deutschland bei rund 50 Prozent. Das heißt: Bei 100 Fällen, in denen eine Person einen Herzstillstand erleidet, wird nur bei der Hälfte mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen. „In den skandinavischen Ländern liegt die Quote bei 80 Prozent – und da möchten wir ebenfalls hin. Durch frühzeitige Reanimation steigt die Chance, einen Herzstillstand nicht nur zu überleben, sondern gut zu überleben“, sagt Dr. Kalmbach, der als Oberarzt und Bereichsleiter Notfallmedizin im Klinikum Fulda tätig ist. Ein wichtiger Baustein auf diesem Weg ist die vor einem Jahr gestartete Initiative des Reanimationsunterrichts in derzeit drei Schulen im Landkreis Fulda – Domgymnasium und Winfriedschule in Fulda sowie Mittelpunktschule Hilders. „Das Feedback von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und Eltern ist sehr positiv, und wir werden das Projekt auf weitere Schulen ausdehnen. Die Jugendlichen begegnen diesem Thema ganz unverkrampft und tragen es in ihre Familien“, resümiert Dr. Kalmbach.

Die am kommenden Montag beginnende Aktionswoche soll nun erneut in den Fokus rücken, dass im Grunde jeder zu einer Wiederbelebung fähig ist und die Techniken dafür leicht erlernbar sind. „Fast jeder hat ja einmal im Teenager-Alter einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht. Jedoch alles, was man lernt, aber nicht anwendet, vergisst man rasch. Daher werben wir für das Auffrischen der Kenntnisse“, sagt Matthias Kalmbach und macht noch einmal deutlich: „Der einzige Fehler, den man machen kann, ist: nichts zu tun.“

 

Programm

Montag, 22. September, 13:30-16 Uhr, Klinikum Fulda (Anästhesie mit DRK Fulda):

Öffentliches Reanimationstraining in der Eingangshalle Klinikum Fulda

Montag, 22. September, 13:30-16 Uhr, Klinikum Fulda (Notaufnahme, Malteser Hilfsdienst mit Leitstelle): Leitstellensimulation und Telefonreanimation mit Simulation Rettungsdiensteinsatz, Eingangshalle Klinikum Fulda

Dienstag, 23. September, 11-14 Uhr, Helios St. Elisabeth Klinik Hünfeld (mit DRK Hünfeld): Öffentliches Reanimationstraining im Krankenhaus

Mittwoch, 24. September, ab 17 Uhr, Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda (mit Malteser Hilfsdienst): Arzt-Patienten-Tag mit Reanimationstraining