Beide jungen Männer haben sich gut auf ihren Start in Deutschland vorbereitet: Bereits vor ihrer Ankunft besuchten sie einen Deutschkurs und erreichten das Sprachniveau B1. In Zukunft möchten sie ihre Kenntnisse weiter vertiefen und den B2-Kurs belegen. Auch jetzt schon sind sie gut ansprechbar und bemühen sich, ihre Sprachkenntnisse im Alltag weiter zu verbessern. Für Inhaber und Geschäftsführer Björn Helfrich ist das ein positives Signal: „Sie sind bereit zu lernen – nicht nur im Beruf, sondern auch sprachlich und kulturell. Und sie zeigen bereits jetzt, dass sie sehr freundlich, motiviert und zuverlässig sind.“
Im Betrieb werden die beiden von erfahrenen Kolleginnen begleitet: Doris Müller kümmert sich um die Einarbeitung im Servicebereich, Petra Sabi übernimmt die Anleitung in der Küche. Helfrich freut sich über die internationale Verstärkung und denkt bereits weiter. „Wir wollen in Zukunft auch einmal einen vietnamesischen Kulturabend veranstalten, bei dem unsere Gäste traditionelle Speisen aus der Heimat der beiden probieren können. Das ist eine großartige Gelegenheit, über den Tellerrand zu schauen und andere Kulturen kennenzulernen.“
Vermittelt wurden die Auszubildenden über die Agentur GCIS-Consulting, die sich auf die Integration internationaler Fachkräfte spezialisiert hat. Die Gründerin und Geschäftsführerin, Rechtsanwältin Loan Nguyen, begleitet die jungen Männer auch persönlich in Fulda. „Wir sind für die Rundumbetreuung zuständig – von der Ankunft über die Wohnsituation bis hin zu Fragen rund um den Aufenthaltstitel“, erklärt sie. Die Unterkünfte wurden zunächst durch die Agentur bereitgestellt, jedoch geschieht ein Großteil der Unterstützung ehrenamtlich. „Langfristig können wir das allein nicht stemmen. Gerade in der Anfangszeit gibt es viele bürokratische Hürden – insbesondere bei Behörden, die oft auf starren Abläufen bestehen und wenig flexibel reagieren.“
Trotz dieser Herausforderungen ist der Start gelungen – für die Auszubildenden ebenso wie für das Team des Fuldaer Hofs. Mit der Integration der beiden jungen Vietnamesen zeigt das Maberzeller Gasthaus, wie internationale Zusammenarbeit im Handwerk und in der Gastronomie funktionieren kann. Es ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie Betriebe Fachkräfte gewinnen und gleichzeitig interkulturellen Austausch fördern können – eine echte Bereicherung für die Region.
