Fußball 19.09.2025

Verbandsliga – Sodener Ausflug: Trainer-Rückwärtsrolle beim Gegner

Osthessen (pf) – 230 Kilometer einfache Strecke fährt die SG Bad Soden am Samstag, um das Auswärtsspiel beim SC Willingen (15 Uhr) zu bestreiten. Es wird ein langer Tag für die Sprudelkicker in der Fußball-Verbandsliga Nord – durch die Fahrten und womöglich auch die Abendplanung im Upland. Dagegen soll das Spiel beim Kellerkind selbst nicht zur Nervenprobe für den Spitzenreiter werden.

Foto: Justin Klenner

Foto: Natalia Lindt

Trainer-Rückwärtsrolle bei Sodens Gegner

Nach dem siebten Sieg im achten Saisonspiel gegen Dörnberg (3:0) sollte bei der SG Bad Soden beste Laune herrschen: Ein Viertel der Saison ist rum und damit auch die Tabelle schon durchaus aussagekräftig. Doch keine Aufgabe will unterschätzt werden, auch nicht die beim Aufsteiger SC Willingen: „Wolfhagen hat sich dort auch nur zu einem 1:0 gemüht“, weiß Sodens Trainer Lars Schmidt und mahnt außerdem vor einer beflügelten Willinger Mannschaft – gerade nach dem 8:0 gegen Johannesberg, aber auch trotz des 0:2 in Flieden.

Denn nach dem Spiel gegen die Buchonia hatte der Verein sich eigentlich vom Trainertrio getrennt und strebte eine Veränderung an. Die Mannschaft war jedoch nicht so ganz damit einverstanden und sprach sich für Sebastian Kesper, Matthias Bott und Jan-Henrik Vogel aus. Wie die HNA zuerst berichtete, war das Trio damit wieder eingestellt. „Das ist mir schon ganz sympathisch“, hat Schmidt die Thematik aus Südosthessen verfolgt. Bei der SG Bad Soden selbst gibt es personelle Engpässe: Am Dienstag waren 13 Mann im Training. Mirza Kovac plagten Leistenprobleme, Joey D’Agostino und Jaroslav Kymlicka waren ebenfalls angeschlagen und absolvierten erstmal nur Laufprogramm. Okyere und Fiorentino lagen mit Grippe flach. Doch Schmidt will Ausreden nicht gelten lassen und eine schlagkräftige Truppe mit auf die Reise nehmen, die am Samstag um 11 Uhr in Bad Soden beginnt, damit der Tross rechtzeitig im Upland ankommt. Die Rollen sind klar verteilt, gibt Schmidt zu: „Die Tabelle gibt es natürlich nicht her, dass ich von einem 50:50-Spiel sprechen kann“, schmunzelt er. Ein Teil der Mannschaft wird nach Abpfiff in Willingen bleiben – unabhängig vom Ergebnis. Das Ergebnis steht für den Coach dennoch über dem Erlebnis: „Wichtig für mich ist erstmal, dass die Jungs sich mit dem Spiel beschäftigen, als mit der Planung danach“.

 

Gelingt Britannia endlich der Befreiungsschlag?

Ebenfalls am Samstag um 15 Uhr spielt der SV Steinbach als einziges osthessisches Team am Wochenende zuhause: Gegner ist der Lichtenauer FV, der Sieger stellt Kontakt zu den Top Fünf her. Parallel spielt die Barockstadt-U23 bei der SG Klei/Hun/Doh, die ihre Durststrecke mit dem 5:0 in Eiterfeld beendet hatte, während die Fuldaer das irre 5:6 gegen Calden verkraften mussten. Calden/Meimbressen wiederum empfängt die SG Johannesberg, Hofbieber spielt um 15.30 Uhr in Vellmar. Bereits um 14 Uhr will der SV Flieden beim FSV Wolfhagen bestehen und konnte unter der Woche im Pokal einige angeschlagene Akteure wie Marius Kullmann und Niko Zeller schonen, außerdem rotierte Trainer Christian Kreß in Hälfte zwei in Großenlüder ordentlich durch.

Am Sonntag geht es spannend weiter: Eiterfeld/Leimbach will sich rehabilitieren, hat aber bei Hessen Kassel II direkt das nächste Brett vor der Brust. Der FC Eichenzell wiederum sehnt das Ende seiner Durststrecke herbei und spielt um 16.30 Uhr beim FSV Dörnberg: Das Bergstadion im Habichtswald ist berüchtigt, einerseits durch seinen Kunstrasen, andererseits durch ein besonderes Flair. „Wir kennen uns schon lange in der Liga und wissen, dass Dörnberg immer eins der schwersten Auswärtsspiele ist, weil sie zuhause sehr stark sind“, sagt Eichenzells Trainer Heiko Rützel. Sein Team geht am Freitag zum Abschlusstraining auf den heimischen Kunstrasen, doch der Untergrund soll am Sonntag die kleinste Rolle spielen. Vielmehr geht es für beide Teams schon früh in der Saison um viel: Dörnberg und Eichenzell sind auf den ersten Blick zwar Tabellennachbarn, doch nach acht Spielen trennen schon vier Punkte die zwei Clubs. Eine Niederlage darf sich die Britannia also fast nicht erlauben. „Irgendwann wird der Dreier aber fallen“, ist Rützel positiv gestimmt, auch durch die zwei Unentschieden in Lichtenau und gegen Vellmar: „Das waren zwei gute Leistungen, die wir abgeliefert haben. Wir sind in einer guten Verfassung und wollen Stück für Stück weiter daran arbeiten“. Klar sei ihm aber auch, dass es bereits „entscheidende“ Wochen sind: Nach Dörnberg kommt Willingen, dabei könnte es sich im Tabellenkeller richtig durchmischen. Auch personell entspannt sich die Lage aber bei den Eichenzellern: Abdou Badji Coly und Marc Götze kehren in den Kader zurück. Bleibt noch eine Serie, die es zu brechen gilt: Die Britannia hat in den vergangenen Spielzeiten dreimal in Folge – jeweils im Herbst – in Dörnberg verloren (0:2, 1:3 und 1:2)

 

Verbandsliga

 

Samstag

14 Uhr

Wolfhagen – Flieden

15 Uhr

SV Steinbach – Lichtenauer FV

Kleinalmerode/Hundelshausen/Dohrenbach – Barockstadt Fulda-Lehnerz II (in Kleinalmerode)

Calden/Meimbressen – Johannesberg (in Calden)

Willingen – Bad Soden

15.30 Uhr

Vellmar – Hofbieber

 

Sonntag

15 Uhr

Hessen Kassel II – Eiterfeld/Leimbach

16.30 Uhr

Dörnberg – Eichenzell