Mit einer 2:1-Führung gingen die Johannesberger in die Pause – und das war keineswegs unverdient. Vor allem Amir Hossini drückte dem Spiel in den ersten 45 Minuten seinen Stempel auf: Sowohl der Führungstreffer nach einem schönen Steilpass, als auch das zwischenzeitliche 2:1 (37.) gingen auf das Konto des Stürmers. Jakub Swinarski hatte zwischenzeitlich per Foulelfmeter ausgeglichen, hier hatte die SGJ obendrein großes Pech: Den ersten Versuch von Swinarski hielt Schlussmann Andre Ditzel sogar fest, Schiedsrichter Makram Nakad hatte jedoch gesehen, dass Ditzel die Torlinie verlassen hatte – und im zweiten Versuch verwandelte Swinarski dann souverän.
Was dann allerdings im zweiten Durchgang passierte, damit rechneten wohl auch die Gäste nicht – es war allerdings bezeichnend für die Abwärtsspirale, in der sich die Johannesberger momentan befinden: Nach dem Ausgleich von Jan Kaufmann (58.) benötigte die Dreier-SG lediglich elf Minuten, um die Partie zu entscheiden. Zwischen Minute 73 und 82 schenkten die Nordhessen der SGJ vier Tore ein, stellten auf 6:2 und bejubelten am Ende einen Auswärtssieg, der aus Sicht von Meik Voll und seinem Team jedoch mehr als vermeidbar gewesen wäre. „Wir haben verdient geführt und in den ersten 60 Minuten wirklich ordentlich gespielt“, befand auch der sportliche Leiter der SGJ, Jochen Koppel. „Das waren vielleicht sogar die besten 60 Minuten, die wir in der Liga bislang gezeigt haben. Dann brechen wir jedoch komplett ein. Da waren auch ein, zwei wirklich schöne Tore dabei, das muss man neidlos anerkennen. Aber zur Wahrheit gehört auch, dass der Gegner niemals sechs Tore besser war.“ Dennoch bekomme sein Team aktuell Woche für Woche die Grenzen aufgezeigt, wie Koppel betonte: „Wenn du solche Fehler machst, wird das in der Liga einfach gnadenlos bestraft. Vielleicht hat da bei uns auch in ein Stück weit die Konzentration nachgelassen.“
Johannesberg: Ditzel; Kamdem, Schneider, Bislimi, Wolf, Marquardt, Hossini (84. Schenkel), Udovicic, Sharif, Schlotzhauer, Butsch
Klei./Hu./Do.: Ullrich; Oppermann, Löser, Rose (88. Fetahi), Ott, Baldauf, Swinarski (84. Wiesendorf), Kaufmann (85. Wagner), Brethauer (42. Murati), Demus, Herdt (46. Jank)
Schiedsrichter: Makram Nakad (Remsfeld)
Tore: 1:0 Amir Hossini (19.), 1:1 Jakub Swinarski (33., Foulelfmeter), 2:1 Amir Hossini (37.), 2:2 Jan Kaufmann (58.), 2:3 Johannes Jank (73.), 2:4 Jan Kaufmann (75.), 2:5 Rinor Murati (77.), 2:6 Florian Baldauf (82.)
Zuschauer: 200.
