Fußball 07.09.2025

Verbandsliga – Fußball furioso: SGEL stürmt Festung Calden

Calden (pf) – Rote Karten, lange Spielunterbrechung, Rudelbildungen – das Aufeinandertreffen in der Fußball-Verbandsliga Nord zwischen Aufsteiger SG Calden/Meimbressen und der SG Eiterfeld/Leimbach am Samstag hatte alles, und ein Happy End für die Gäste obendrauf: Mit einem 1:0 (0:0)-Auswärtssieg endete der lange Nachmittag.

Joshua Winter schoss die SG Eiterfeld/Leimbach zum Sieg. Foto: Pascal Fischer

Ein Spiel, wie es die Spieler vielleicht nur einmal pro Laufbahn erleben: Über eine Halbzeit lang zehn gegen zehn, fast 45 Minuten Unterbrechung wegen einer Verletzung des Schiedsrichters, und – das Gute aus Eiterfeld/Leimbach Sicht – ein spätes Tor. Um kurz nach 15 Uhr war Anpiff, fast zweieinhalb Stunden später roch Joshua Winter den Braten bei einem Rückpass der SG Calden/Meimbressen, schnappte sich den Ball und schob ins leere Tor ein. Das umjubelte Führungs- und Siegtor für die Gäste, die davor jedoch mehrmals aufatmen mussten.

Zunächst ging es schon etwas hitzig und mit vielen Zweikämpfen los. Die Aktion, die dann zur ersten Roten Karte führte, war hingegen weniger hart: Einen Körpereinsatz von Jonas Bornschier bei dessen erstem Verbandsliga-Startelf-Einsatz wertete Schiri Benjamin Hanna als Notbremse – strittig aus Eiterfelder Sicht, letzter Mann war er aber. Kurz darauf wurde dann der Unparteiische erstmals behandelt, wollte sich aber durchbeißen. Wieder wurde es strittig: Joshua Winter bekam das Bein des Gegners im Rücken ab, der Elfmeterpfiff für die Gäste blieb aus. Danach die nächste Verletzungsunterbrechung – und diesmal ging es beim Schiri nicht weiter.

Per Durchsage wurde am Sportplatz ein Linienrichter gesucht, während einer der Assistenten die Pfeife übernahm. 20 Minuten sollte es dauern, rund 40 wurden es. Die erste Hälfte wurde fortgesetzt, Eiterfeld blieb am Gaspedal, und mitten in einer Rudelbildung sah dann noch Caldens Hannes Dittmar Glatt-Rot, wohl wegen Tätlichkeit.

Nach dieser aufreibenden ersten Hälfte war die zweite eher von Torchancen geprägt: Die Gastgeber trafen nach Eckball den Pfosten, bestimmten zunächst das Geschehen und Elias Budenz musste sein Team im Spiel halten. Dann kam Winters Moment, mit dem die SG Eiterfeld/Leimbach den Auswärtssieg festzurrte. Der starke Aufsteiger aus Nordhessen hatte zuhause bislang gegen Willingen (5:1), Vellmar (1:1) und Klei/Hun/Doh (5:1) nicht verloren, das Herzberg-Team brach diese Serie nun.

Calden/M.: Flörke; B. Dittmar, Holst, H. Dittmar, Bojic, Siebert, D. Gerdesmeier, Mackewitz, Busch, S. Gerdesmeier, Gippert (Weis, Temesghen, Topalovic).

Eiterfeld/Leimb.: Budenz; Bornschier, Preis, Kurz, Stumpf, Behr, Rakk, Winter, Mertens, L. Köller, Yildiz (Wolf, R. Köller, Hildebrand, Petrich).

Schiedsrichter: Benjamin Hanna (Großen-Linden)

Tor: 0:1 Joshua Winter (81.)

Zuschauer: 130

Rote Karten: Jonas Bornschier (Eiterfeld/Leimbach, 17.) – Notbremse, Hannes Dittmar (Calden/M., 45.) – Tätlichkeit.

Besonderes Vorkommnis: 40 Minuten Unterbrechung wegen Schiedsrichter-Verletzung (29.)