„Wir hatten mit einem deutlich größeren Andrang gerechnet“, sagte Marie-Christine Wesner aus der Stipendienberatung. Die Veranstaltung war im Team abgestimmt und organisiert worden. Neben Laborbesichtigungen und Vorlesungen konnten die Besucher an Workshops teilnehmen, in denen praxisnahe Inhalte vermittelt wurden. Ziel des Formats war es, ein realistisches Bild vom Studium an der Hochschule Fulda zu vermitteln – inklusive möglicher Herausforderungen wie Prüfungsstress oder Durchfallen. Dafür berichteten Studenten offen über ihre Erfahrungen. „Gerade die ehrlichen Berichte werden sehr geschätzt“, so Wesner. „Das Feedback ist durchweg positiv.“ Die offenen Campustage richteten sich nicht nur an Schüler, sondern auch an Interessierte im Freiwilligendienst und Quereinsteiger, die sich beruflich neu orientieren möchten. Über das Jahr verteilt organisiert die Hochschule vier themenspezifische Campustage – neben Technik und Informatik auch zu Ernährung und Gesundheit, Soziales und Interkulturelles sowie Wirtschaft und Recht.
Viele der Besucher kamen über bestehende Schulkooperationen zur Veranstaltung. Die Hochschule pflegt enge Kontakte zu Schulen im Landkreis Fulda und darüber hinaus, etwa auch nach Bad Hersfeld. Lehrende besuchen regelmäßig die elften Klassen der Partnerschulen, während die zwölften Klassen im Gegenzug an die Hochschule eingeladen werden. Ziel sei es, Studienorientierung frühzeitig zu ermöglichen. Ein zentrales Thema war auch die Schwierigkeit vieler junger Menschen, sich im Studienangebot zurechtzufinden. „Es gibt kaum Zugangsbeschränkungen und eine große Auswahl – das führt schnell zu Überforderung“, erklärte Wesner. Praktische Fragen wie Wohnraum, Versicherungen oder Lebenshaltungskosten würden in der Schule kaum behandelt. Umso wichtiger sei es, dass die Hochschule hier unterstütze. Neben klassischen Beratungen wurden mittlerweile auch Workshops zur Selbsterkenntnis angeboten – mit Fragen wie: Wer bin ich? Was kann ich? Was interessiert mich?
Trotz der geringeren Beteiligung als erwartet zog das Organisationsteam ein positives Fazit. Die Abläufe funktionierten reibungslos, die Rückmeldungen waren konstruktiv. „Was wir uns grundsätzlich wünschen, ist eine höhere Beteiligung und mehr Besucher“, sagte Wesner. Die nächsten offenen Campustage finden im Laufe des Schuljahres statt.
