195 Kilometer Strecke hatte Doktor auf der vermutlichen Route vom Rheingau nach Fulda zurückgelegt, um am frühen Abend im Schlosshof mit dem Rennrad anzukommen. Dort wartete Schreiner bereits auf ihn. Der Rennrad-Fahrer berichtete begeistert von der Reise: „Es war ein Genuss, hierher zu kommen.“ Auf dem Weg habe er ein paar kleine Früchte mitnehmen können, die „zuckersüß“ und perfekt für die Ernte geeignet seien. Wie in der Geschichte des Spätlesereiters überreichte der Weingutsleiter symbolisch einige Trauben, die gemeinsam begutachtet und verkostet wurden. Schreiner entgegnete nach der Probe: „Fantastisch. Ein Genuss.“ Der Stadtbaurat orderte daher an, die ersten fünf Kisten direkt nach Fulda zu versenden. Im Anschluss erhielt der Außenbetriebsleiter und Önologe von Schloss Johannisberg, Michel Städter, telefonisch die „Lese-Erlaubnis“ für die Weinernte erteilt. Nach dem Austausch einiger Geschenke lud Schreiner den Gast aus dem Rheingau dazu ein, auch beim Hessentag vorbeizukommen, um die jahrhundertealte Verbundenheit der beiden Regionen zu feiern. Ein weiteres Geschenk ging an Harald Ortmann, der als Stadtführer regelmäßig vom „Spätlesereiter“ erzählt. In geselliger Runde wurde gemeinsam angestoßen und fröhlich weitergefeiert.
