„So, wie wir es aktuell machen, kann es nicht weitergehen“, erklärt der 45-Jährige: „Da leiden auch die Kunden unter langen Wartezeiten.“ Seit etwa einem Jahr hätten er und Teile seines Teams mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, was oft zu Unterbesetzung im Lokal geführt hätte. Neue Leute finde der Eiskonditor auch nicht mehr. „Es ist gerade bei Eisdielen besonders schwierig Angestellte zu kriegen“, stellt er heraus: „Wir haben nicht die Möglichkeit die Leute zwölf Monate durchgängig zu beschäftigen, sondern vielleicht nur acht.“ Für junge Menschen ohne größere Verpflichtungen sei das noch in Ordnung, bei Menschen mit Partnern oder gar Kindern scheide eine Beschäftigung meist aus, so Tapia-Barrera: „Die gehen dann eher ins Hotel, in Cafés oder in Biergarten. Dort ist es sicherer.“
Wie es mit dem Familienunternehmen weiterginge, sei noch nicht klar, räumt er ein: „Es ist ja nicht so einfach. Wir haben ja nicht nur ein Fenster auf die Straße, wo wir Eis verkaufen, sondern machen sehr viel mehr.“ So stelle die Familie ihr Eis selbst her, beliefere Cafés und betreibe auch einen Eisautomaten. „Wir müssen schauen, wie es damit weitergeht und was wir an Dritte weitergeben müssen“, seufzt der Eiskonditor schwer.
Die Zukunft des historischen Standorts sei allerdings gesichert, stellt der scheidende Inhaber klar: „Wir haben mehrere Interessenten und uns wurde zugesichert, dass einer das Ende September, Anfang Oktober übernehmen wird.“ Auch weiterhin werde dort eine Eisdiele Platz finden, versichert er weiter: „Uns war wichtig, dass es jemand übernimmt, der das langfristig macht. Nicht nur ein paar Jahre und dann ist Schluss.“
