Lokales FD 21.09.2025

Schlägerei vor dem Stadtderby – Klare Worte der Vereine

Fulda (sim) – Borussia Fulda und Germania Fulda lieferten sich am Mittwoch ein emotionales und sportlich faires Stadtderby vor toller Kulisse. Überschattet wurde der Fußballabend allerdings von Gewalt. Etwa eine halbe Stunde vor Spielbeginn kam es vor dem Stadion zu einer Auseinandersetzung mit rund 40 Beteiligten bei der Flaschen und Fäuste flogen. Die drei beteiligten Vereine – Borussia, Germania und die Barockstadt, deren Anhänger beteiligt waren – distanzierten sich von den Vorfällen.

Während des Spiels wurden auf der Tribüne Fahnen geschwenkt. Vor dem Derby hatte es unschöne Szenen vor den Stadiontoren gegeben. Foto: Manfred Völler.

Katrin Heitz, zweite Vorsitzende von Borussia Fulda, war nach eigener Aussage nicht unmittelbar beim Geschehen dabei: „Ich wurde von meinen Ordnern informiert. Ich bin dann dazugekommen, das war ja vor dem Eingang, als es schon vorbei war, und habe von meinem Hausrecht Gebrauch gemacht.“ Die Beteiligten seien des Geländes verwiesen worden. Da der Aufforderung nicht nachgekommen worden sei, schaltete der Verein die Polizei ein. Heitz betont, dass das Sicherheitskonzept von der Stadt genehmigt gewesen sei und die eigenen Ordner deeskalierend agiert hätten – doch es sei schwierig, wenn eine Gruppe bewusst die Eskalation suche.

Auch von Seiten der SG Barockstadt äußert sich Christian Geisendörfer, Vorstandsmitglied des Vereins, deutlich: „Ich habe die ganze Aktion erst am nächsten Tag per Video gesehen. Da war ich erstmal sehr genervt, dass so etwas passiert ist.“ Aus Sicht des Vereins handele es sich um eine Gruppe von Leuten, die als Privatpersonen vor Ort waren. „Wir verurteilen das auf Schärfste. Wir als Verein hatten keinen Einfluss darauf“, stellt Geisendörfer klar. Hinweise auf eine mögliche Eskalation habe es im Vorfeld nicht gegeben.

Deutlich kritischer äußert sich hingegen Torsten Strott, Vorstandssprecher von Germania Fulda. Er verweist auf frühere Vorfälle mit ähnlichen Gruppen und äußert den Verdacht, dass es sich auch diesmal um eine gezielte Aktion gehandelt haben könnte: „Vor zwei Jahren hat Barockstadt ja auch schon bei uns angekündigt, bei so einem Spiel gegen Borussia Stress zu machen. Der Reinhold-Völker-Cup musste aufgrund von Gewaltandrohungen ebenfalls schon abgesagt werden.“ Zwar sei das Spiel selbst ruhig und sportlich verlaufen – aber man dürfe nicht die Augen davor verschließen, dass es innerhalb der Region immer wieder zu solchen Vorfällen komme.

Bereits vor der Eskalation hatte es laut Heitz erste Spannungen gegeben. Eine Gruppe von Barockstadt-Anhängern habe versucht, einen gesperrten Block zu betreten – was unterbunden worden sei. „Dabei wurde ich schon verbal bedroht. In diesem Moment waren die Beteiligten allerdings noch nicht vermummt. Das muss erst auf dem Weg nach draußen passiert sein, nach meiner Vermutung.“ An diesem Abend sei aus den Reihen der Barockstadt-Anhänger mehrfach der Satz „Das ist unser Stadion“ gefallen.

Trotz dieser Szenen bleibe der sportliche Teil des Abends positiv in Erinnerung. Die Atmosphäre während des Spiels sei von Respekt und Begeisterung geprägt gewesen. „Die Stimmung im Stadion war sehr familiär und hat an alte Zeiten erinnert“, sagt Heitz. Auch Torsten Strott lobt die sportliche Seite: „Das Spiel nach der Aktion war überragend. Es war sportlich fair und es gab keine Aggressivität außerhalb der vermummten Barockstädter.“ Beide Fanlager hätten, während der 90 Minuten auf Provokationen verzichtet und ihre Mannschaften lautstark, aber friedlich unterstützt – ein deutliches Zeichen dafür, dass Stadtderbys in Fulda auch anders funktionieren können.

Für Borussia Fulda steht bereits fest: Sollte es ein weiteres Spiel dieser Art geben, will man künftig noch stärker auf präventive Maßnahmen setzen und die Polizei von Beginn an einbinden. „Wenn wir so ein Spiel nochmal machen wollen, werden wir das angehen und anmelden. Wir werden uns nicht einer Gruppe gewalttätiger hingeben und uns davon abschrecken lassen“, so Heitz. Auch bei der SG Barockstadt wird der Vorfall intern aufgearbeitet. „Wir haben den Kontakt mit Borussia aufgenommen und haben weiterhin ein gutes Verhältnis inklusive einer guten Zusammenarbeit“, erklärt Geisendörfer.

Torsten Strott mahnt unterdessen, dass Vereine sich noch klarer von gewaltbereiten Gruppierungen distanzieren sollten. „Vielleicht sollte Barockstadt selbst von solchen Gruppierungen auch Abstand nehmen. Wir distanzieren uns von Gewalt – auch im eigenen Verein“, so der Germania-Sprecher.

 

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