Bis 20 Minuten vor dem Ende war es torlos, dann wurde es wild: Die SGB bekam den x-ten Elfmeter der Saison gegen sich gepfiffen – erneut strittig, weil sich Ertan Hajdaraj von Marius Grösch weggedreht hatte und dabei fiel. War es eine Schwalbe? Zumindest war der Zweikampf unnötig, und Ole Käuper nahm das Geschenk an (71.). Doch die Führung für den TSV, dessen individuell starke Offensive meist blass blieb, hielt nur wenige Minuten: Dann stach erneut Daniyel Cimens neuer Edeljoker Tobias Göbel, der sich nach Campman-Flanke nach oben schraubte und wuchtig einköpfte (79.).
„Es war alles drin, Chancen auf beiden Seiten“, resümierte der SGB-Trainer nach Abpfiff: „Die Körpersprache hat auf dem Platz gestimmt, und gerade die zweite Halbzeit war sehr gut von uns. Was wir uns vorwerfen müssen, war die Flankenqualität heute“.
Chancen auf den Sieg gab es nach dem Ausgleich einige, ob Campman, Reinhard oder Schmitt, der am langen Pfosten nur um Haaresbreite verpasste, oder aber auch Dittmann, der den letzten Abschluss vorbei setzte. Es wäre nicht unverdient gewesen für die SGB, die sich aber gleichzeitig bei Torwart Samuel Zapico bedanken konnte, dass es beim 1:1 blieb: In der Nachspielzeit reagierte er glänzend gegen einen Firat-Kopfball – eine von vielen tollen Paraden des Duda-Ersatzes. „Er hat sensationell gehalten. Wenn wir ihn brauchen, wissen wir, dass er da ist“, lobte Cimen, der zur Elfmeterszene nach erster Videoansicht meinte: „Es war zumindest nicht klar zu sehen, ob es einer war. Es ist schon verflixt dieses Jahr, wie brutal wir solche Entscheidungen gegen uns bekommen. Aber entscheidend war, dass wir eine Reaktion gezeigt haben. Das Gegentor war kein Killer, sondern wir waren unbeeindruckt und haben uns belohnt. Das Ergebnis geht dann am Ende auch in Ordnung“.
Die SGB war zunächst in neuen Shirts ins Stadion eingelaufen – weiße Oberteile mit rot-blauem Streifen, dazu dunkle Hosen. Marvin Pourié feierte im Sturm sein Startelf-Debüt, auch Campman und Keeper Zapico rotierten in die Startelf für Dittmann, Reinhard und den gesperrten Duda. Mit einer Dreierkette hinten und einem massiven, aber auch spielstarken Mittelfeldblock begann die Barockstadt, wollte ein hohes Tempo gehen, hatte aber zunächst hinten Glück: Erst brannte es etwas nach einem Freistoß von Dacaj (3.), dann fälschte Besso einen Ball zur Ecke ab (8.). Aus den eigenen Standards – und vor allem vielen Flanken – konnten die Fuldaer kein Kapital schlagen. Der Volley von Leon Pomnitz nach einem Abpraller, allerdings übers Tor, war lange der einzige Abschluss (7.).
Samuel Zapico begann wiederum etwas nervös, zeichnete sich dann aber mehrfach aus: Zweimal gegen Marvin Mika, dann bekam er später im ersten Durchgang noch beste Haltungsnoten beim Schuss von Tjark Hildebrandt (38.), ehe Milian Habermehl die Situation entschärfte. Der Ball kam aber postwendend zurück, Hajdaraj rauschte anschließend in den Fuldaer Schlussmann rein und sah Gelb – die dritte Verwarnung bis dato für den TSV (39.). Zapico musste kurz behandelt werden, bei ihm ging es aber weiter. Und mit 0:0 in die Pause.
Barockstadt: Zapico – Besso, Grösch (77. Dittmann), Habermehl – Kraft (88. Iljazi), Sarpei, Pomnitz, Campman, Schmitt – Korzuschek (77. Reinhard), Pourié (63. Göbel).
Steinbach Haiger: Ibrahim; Hildebrandt, Volkmer, Mika, Guthörl (60. Rotfuß), Dacaj (79. Näpflein), Firat, Hajdaraj (85. N. Wirtz), Kircher, Käuper, Sirin (60. L. Wirtz).
Schiedsrichter: Maximilian Prölss (Darmstadt)
Tore: 0:1 Ole Käuper (71., Foulelfmeter), 1:1 Tobias Göbel (79.)
Zuschauer: 1030
