Nach zwei Siegen folgten nun zwei Unentschieden am Stück – immerhin ist die SGB seit vier Wochen ungeschlagen, doch die Medaille hat bekanntlich zwei Seiten. „Wir hatten wieder die Mehrzahl an Torchancen. Dann ist es schon schade, dass der Gegner aus zwei guten Möglichkeiten ein Tor macht, und wir aus vier, fünf auch nur eines“, hadert Trainer Daniyel Cimen und musste mit dem Punkt leben. Bis in die Schlussphase hinein hielt die Führung durch Keanu Kraft, der nach dem Eigentor in Mainz nun erstmals auf der richtigen Seite traf, ehe Walldorfs Joker Jacob Collmann auf 1:1 stellte.
Anfangs hätte es aber durchaus einen Elfmeter für die Gäste geben können, demnach war die SGB dort im Glück und das Unentschieden gehe in Ordnung, sagt Cimen: „Im Endeffekt muss man dann die Führung konsequenter verteidigen, das ist uns nicht gelungen“. Dennoch sprach der Trainer wieder von einem guten Auftritt, zumindest ab der 30. Minute, als Aaron Frey bereits gelb vorbelastet den Platz verlassen musste. Den Wechsel habe der Innenverteidiger verstanden, allerdings griff Cimen damit auch einer unberechenbaren Linie des Schiedsrichters vor, und wollte natürlich nicht in Unterzahl geraten.
Der Aufreger dann in der Nachspielzeit: Neuzugang Marvin Pourié sah Gelb-Rot, beide Aktionen hatten die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Kurz nach seiner Einwechslung sah er die erste Karte für eine Aktion, „die erstmal kein Foul ist. Und wenn gepfiffen wird, dann ist es nie und nimmer Gelb“, bedauert Cimen, der analysiert: „Beide gehen da zum Ball, und Marvin ist einen Tick vorher dran. Dass er dann bei der Ballberührung irgendwo seinen Fuß abstellen muss und der Fuß vom Gegner genau darunter landet, weiß man, wenn man selbst Fußball gespielt hat“. Bei der letzten Aktion des Spiels flog der Stürmer dann runter, nachdem er ins Kopfballduell ging – und weder er selbst noch Cimen verstanden es: „Der Arm ist in so einem Duell immer irgendwo dabei“. Das Fingerspitzengefühl und eine klare Linie hatte der Trainer dabei vermisst, einerseits weil es die ersten beiden „Fouls“ vom Joker im ganzen Spiel waren, und andererseits, weil die fast identische Aktion vom ebenfalls vorgewarnten Dennis Egel gegen Dittmann ungleich geahndet wurde. „Wir akzeptieren das so. Aber es tut es mir in erster Linie für Marvin leid“, so Cimen, der damit bei Freiburg II auf den Neuzugang verzichten muss.
Ein fader Beigeschmack blieb also, nicht nur aufgrund des Platzverweises, sondern auch, „weil wir wieder eine große Chance hatten, zu gewinnen. Wie schon in Mainz, wo wir eigentlich gewinnen müssen. Diese Punkte fehlen und tun auch weh, weil die Jungs viel Aufwand betreiben“. Daraus ziehe der Trainer aber auch Positives und „weiß, dass wir nicht nur jeden Gegner mithalten, sondern auch dominant sein und uns Chancen erarbeiten können“.
