Insgesamt sprach Trainer Daniyel Cimen von einem guten Auswärtsspiel seiner Mannschaft, die den dritten Sieg in Folge verpasste – das wäre historisch gewesen und gelang der SGB auf Regionalliga-Ebene noch nie. Doch auch so konnte der Coach „viel Positives“ mit aus Mainz nehmen. In Hälfte eins stand die Barockstadt hinten gut, die Vorgabe dabei war, „erstmal nicht ins Hintertreffen zu geraten“ – schließlich hatten die 05er die vergangenen Heimspiele gegen Offenbach (3:1) und die Stuttgarter Kickers (3:0) deutlich gewonnen.
Die Barockstadt ließ aus dem Spiel heraus wenig zu und hatte auch Star-Neuzugang Yunus Malli im Griff: Der frühere Profi, der nicht nur für die Mainzer, sondern unter anderem für Wolfsburg oder in der türkischen Süper Lig kickte und über 200 Bundesligaspiele in seiner Vita stehen hat, zeigte seine Qualitäten in der einen oder anderen Szene sowie bei ruhenden Bällen. „Aber wir gehen selten auf einzelne Spieler des Gegners ein“, merkt Cimen an: „Es war uns natürlich bewusst, dass er spielen könnte, aber wir haben versucht, das im Kollektiv zu verteidigen, und auch oft gut gemacht“.
Eine offensive Steigerung gab es dann in Durchgang zwei: Mehrere klasse Möglichkeiten spielte sich die SGB heraus, mal scheiterten die Spieler am Abschluss und vergaben leichtfertig, mal parierte der Mainzer Schlussmann grandios wie einmal gegen Leon Pomnitz. Machtlos war er zuvor beim zwischenzeitlichen 1:1 des Fuldaer Spielmachers. Auch das 2:1 von Tim Korzuschek, das Moritz Dittmann über rechts klasse vorbereitet hatte, fiel aus dem Spiel heraus – das gelang der SGB bei den Siegen zuletzt nicht. „Am Ende hat das eine Tor mehr gefehlt, als der Gegner geschossen hat“, so Cimen. Ärgerlich waren die Gegentore: Das 0:1 fiel abermals durch einen Elfmeter – zwar strittig, doch Cimen räumt auch ein, „dass ich nach dem Anschauen der Bilder nicht sagen würde, dass man den gar nicht pfeifen darf. Dennoch verfolgt uns das Thema in dieser Saison bisher, positiv wie negativ“. Beim 2:2 köpfte Keanu Kraft ins eigene Tor – unglücklich. „Der war schwierig zu klären“, meint Cimen.
Der Trainer hatte die gleiche Startelf wie zuvor auf den Platz geschickt – ein Vertrauensbeweis für die Spieler, die zwei Siege in Folge geholt hatten. Cimen nahm in der Pause einen Wechsel in der Abwehrkette vor, Neuzugang Marvin Pourié durfte erst in den letzten zwölf Minuten ran. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass vorne jemand eingebrochen ist“, erklärt der Trainer. Doch der erfahrene Joker ließ gleich aufblitzen, warum er geholt wurde: „Wir sind sehr froh, dass wir diese Alternative haben. Er hat gleich gezeigt, wie wichtig er für uns sein kann“, so Cimen. Das Happy End für den Stürmer blieb erstmal aus: Eine bessere Ballmitnahme hätte ihm eine ganz dicke Chance frei vor dem Tor ermöglicht, dafür machte Pourié andere Bälle unter Bedrängnis umso öfter fest.
Max Stadler ist derweil nach seiner Verletzung auf einem guten Weg und voll im Lauftraining: Er soll diese Woche mit Ball arbeiten und kann, so hofft Cimen, nach dem Heimspiel gegen Astoria Walldorf wieder zum Mannschaftstraining stoßen. Kevin Hillmann hatte vor Anpfiff in Mainz muskuläre Probleme, diese sollen mit richtiger Belastungssteuerung in dieser Woche aber verschwinden.
