Gegründet wurde das MVZ Osthessen offiziell am 27. Dezember 2004, berichtet die Geschäftsfüherin. Zum 1. April 2005 sei die ärztliche Tätigkeit aufgenommen worden: „zunächst mit den Fachbereichen Anästhesie und Gynäkologie. Zum 1. Oktober 2005 folgten dann die Fachbereiche Onkologie, HNO und Laboratoriumsmedizin. Insgesamt standen Ende 2005 fünf volle Zulassungen der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) zur Verfügung.“ Im ersten Geschäftsjahr hätten sich elf Mitarbeitende, darunter vier Ärztinnen und Ärzte, um mehr als 6000 Patientinnen und Patienten gekümmert und diese behandelt. In den vergangenen 20 Jahren sei ein merklicher Zuwachs zu erkennen, erläutert Del Duca weiter. Zum 1. Oktober 2025 weise das MVZ Osthessen 28 Zulassungen der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) auf, welche derzeit durch 66 Ärztinnen und Ärzte sowie drei Ärzte in Weiterbildung ausgefüllt würden: „Im nicht ärztlichen Bereich unterstützen 109 Mitarbeiter und Auszubildende die Ärztinnen und Ärzte bei ihren täglichen Aufgaben in der Patientenversorgung.“ Sie ergänzt: „Die Anzahl der gesetzlich versicherten Patientinnen und Patienten, die im Jahr 2025 im MVZ Osthessen behandelt werden, beläuft sich voraussichtlich auf 75.000 bis 80.000. Da die Patienten häufig mehr als ein Mal im Jahr ins MVZ kommen, gehen wir für das Jahr 2025 von insgesamt etwa 320.000 Arztbesuchen aus.“ Hinzu kämen privatversicherte Patienten und solche, die im Rahmen besonderer Versorgungsformen wie beispielsweise der „Ambulanten Spezialärztlichen Versorgung (ASV)“ behandelt werden.
Zum aktuellen Leistungsspektrum teilt die Geschäftsführerin mit, dass das MVZ im Wesentlichen dieselben Fachgebiete wie das Klinikum Fulda abbilde und diese im ambulanten Bereich unterstütze: „Damit bildet das MVZ eine wichtige Brücke zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, die den Patientinnen und Patienten nahtlose Behandlungswege ermöglicht.“ Besonders hervorzuheben sei die die vollständige ambulante onkologische Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten, die in enger Abstimmung mit der stationären onkologischen Versorgung und den Hausärzten erfolge: „Dadurch wird sichergestellt, dass Diagnose, Therapie und Nachsorge optimal aufeinander abgestimmt sind.“
Das MVZ Osthessen entwickele sich stetig weiter, erklärt Del Duca. Im Juli beispielsweise sei die pneumologische Versorgung (Lungenheilkunde) wieder erfolgreich ärztlich besetzt worden und solle ab September durch eine weitere Fachärztin verstärkt werden. Im vergangenen Jahr habe die neu eröffnete Dermatologie einen fulminanten Start hingelegt und erfreue sich großer Nachfrage: „Ziel ist es, dieses Fachgebiet weiter auszubauen – Voraussetzung dafür ist die gezielte Gewinnung zusätzlicher Fachärztinnen und Fachärzte für Dermatologie.“ Auch die Plastische Chirurgie werde im kommenden Jahr neu aufgestellt und erweitert: „Im Fokus steht dabei die hochspezialisierte Versorgung von Unfallverletzten sowie die rekonstruktive Behandlung von Tumorpatientinnen und -patienten, beispielsweise im Bereich der Brustrekonstruktion.“ Ergänzend biete das MVZ im gleichen Fachgebiet auch Leistungen der klassischen ästhetischen Chirurgie an.
Der Erfolg lässt sich auch wirtschaftlich nachweisen. Wie die Geschäftsführerin mitteilt, finanziere das MVZ Osthessen als 100-prozentige Tochtergesellschaft der Klinikum Fulda gAG ihre Leistungen vollständig aus eigener Kraft: „Mit einem jährlichen Umsatz im zweistelligen Millionenbereich schaffen wir die stabile wirtschaftliche Grundlage, um unsere medizinischen Angebote kostendeckend und in hoher Qualität bereitzustellen.“ Anderweitige Förderungen oder Zuwendungen gebe es nicht: „Das MVZ Osthessen setzt auf wirtschaftliche Eigenständigkeit und Verantwortungsbewusstsein, um die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten langfristig und nachhaltig sichern zu können.“
Das MVZ sei als gemeinnütziges Unternehmen verpflichtet, eine verlässliche und qualitätsorientierte medizinische Versorgung für alle Patientinnen und Patienten im vertragsärztlichen Bereich sicherzustellen, so Del Duca: „Unabhängig von Krankheitsbild, Alter oder wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.“ Dabei orientiere sich das Team an den Vorgaben der KVH und an dem eigenen Anspruch, Versorgungsanfragen so weit wie möglich zu erfüllen: „Auch wenn wir nicht jede Patientin beziehungsweise jeden Patienten der Region persönlich betreuen können, suchen wir stets nach Lösungen, um eine adäquate medizinische Versorgung zu gewährleisten.“ Bei der Übernahme von Zulassungen setze das MVZ auf verantwortungsvolles und faires Handeln. Eine Praxisnachfolge etwa werde in der Regel nur übernommen, wenn keine geeignete Nachfolge gefunden werden könne: „Dabei gehen wir nicht aktiv auf Praxisabgebende zu, sondern werden in der Regel von diesen angesprochen – ein Vorgehen, das Transparenz und partnerschaftlichen Respekt sicherstellt.“ Wie die Geschäftsführerin angibt, verstehe sich das MVZ als verlässlicher Partner im Bereich der regionalen Gesundheitsversorgung: „Wir engagieren uns mit derselben Leidenschaft und stellen uns denselben Herausforderungen wie alle anderen niedergelassenen Praxen – mit dem Ziel, gemeinsam eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige Versorgung in unserer Region zu sichern.“
Das MVZ Osthessen sehe wie jedes moderne Gesundheitsunternehmen in der Weiterentwicklung eine zentrale Aufgabe, erläutert Del Duca: „Wir erkennen Potenziale und gestalten sie aktiv – sei es durch die Ausweitung unserer Sprechzeiten, die Verbesserung der telefonischen Erreichbarkeit oder den erleichterten, niederschwelligen Zugang für Patientinnen und Patienten. Diese Maßnahmen werden wir gezielt und nachhaltig umsetzen und unseren Service kontinuierlich verbessern.“ Für die Zukunft werde zudem auf Innovation gesetzt: „Der gezielte Einsatz telemedizinischer Leistungen sowie moderner, KI-gestützter Systeme eröffnen neue Möglichkeiten, die Patientenversorgung noch effizienter, flexibler und nachhaltiger zu gestalten. Damit verbinden wir medizinische Qualität mit zukunftsfähigen Versorgungsstrukturen.“
Von großer Bedeutung für die gute Versorgung der Patientinnen und Patienten sei die Zusammenarbeit von MVZ mit den niedergelassenen Hausärztinnen und Hausärzten in der Region, hebt die Geschäftsführerin hervor: „Nur so kann das hohe Niveau der Versorgung erhalten werden. Seit diesem Jahr ist das MVZ Osthessen Mitglied der Gesundheitsnetz Osthessen eG (GNO).“ Gemeinsam würden die Praxen und das MVZ diese Plattform nutzen, um pragmatische Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft zu entwickeln. In dieser Partnerschaft sehe sie ein großes Potenzial: „Wir sind offen für gemeinsame Initiativen, die die regionale Patientenversorgung stärken – und wir sind überzeugt, dass sich aus dem kontinuierlichen Dialog wertvolle Möglichkeiten für die Zukunft ergeben werden.“
