Handball 28.09.2025

Oberliga – TVH nach „geilem Spiel“ ganz vorne – Hünfeld verliert

Osthessen (pf) – Unterschiedliche Gefühlslagen am Samstagabend bei den osthessischen Männerteams der Handball-Oberliga Nord: Der TV Hersfeld gewann sein Heimspiel gegen die HSG Baunatal souverän mit 32:26 (20:14) und stürmte an die Tabellenspitze, während der Hünfelder SV den Gegner Gensungen/Felsberg II kaum in den Griff bekam und eine 32:39 (16:21)-Niederlage kassierte.

Hünfelds Trainer Stephan Kimpel staunte über die Spielfreude des Gegners. Foto: Christine Görlich

Sven Wiegel war in Topform beim TV Hersfeld. Foto: Christine Görlich

Hünfeld – Gensungen/Felsberg II 32:39 (16:21)

Nicht ein einziges Mal lag der Hünfelder SV am Samstagabend in heimischer Halle in Führung – kam zwar immer wieder mal bis auf einen oder zwei Treffer heran, doch konnte den Gegner in der Defensive nicht stoppen. 21 Gegentore waren es bereits zur Pause, 30 dann nach 45 Minuten, als es drohte, ganz deutlich zu werden. Es stand 23:30 aus Hünfelder Sicht, danach startete der HSV zumindest eine kleine Serie und gab sich zu keiner Zeit auf. Das machte auch Trainer Stephan Kimpel stolz: „39 Gegentore sprechen natürlich dafür, dass unser Rückzugsverhalten nicht gut war. Im Tempospiel war der Gegner sehr gut, man muss allerdings auch sagen, dass sie Leute von der ersten Mannschaft dabei hatten“. Das sagte der HSV-Coach aber nicht als Vorwurf, sondern gab an: „Wir würden es genauso machen, sie dürfen es und das ist okay. Das sind Jungs mit super Ausbildung aus der A-Jugend-Bundesliga, die haben Auge und spielen ihre Mitspieler super frei. Das müssen wir neidlos anerkennen“. Für den HSV gilt es, gegen andere Gegner die Punkte zu holen, dennoch konnte Kimpel resümieren: „Als die Spieler aus der Ersten draußen waren, hatten wir sie eigentlich im Griff. Aber wir haben Moral bewiesen und 60 Minuten voll gekämpft. Wir haben immer noch eine junge Mannschaft, die Spielpraxis sammelt, aber das macht sie gut“. Am Ende stand mit dem 32:39 das gleiche Endresultat wie gegen Großenlüder. Woran es zu arbeiten gilt, war klar: Defensivarbeit.

Hünfelder SV: Schäfer (3), Reuchsel (8), Schott (3), Gute (6), Aha (5/1), Kaub (3), Sauerbier (3), Hohmann, Schramm, Schuch, Becker (1), Simon.

 

Hersfeld – Baunatal 32:26 (20:14)

„Ein geiles Spiel – jeder, der da war, hat es hoffentlich nicht bereut, und kommt auch hoffentlich wieder“, strahlte Hersfelds Trainer Kai Hüter nach packenden 60 Minuten. Denn der TVH setzte sich am Samstagabend in beeindruckender Manier an die Tabellenspitze der Oberliga Nord und schlug mit der HSG Baunatal den Vizemeister der Vorsaison deutlich. Vergangenes Jahr hatte Baunatal noch beide Vergleiche gewonnen, diesmal machte Hersfeld von Beginn an vor dem Heim-Publikum ernst: Bis zum 4:4 hatte Baunatal Antworten, danach zog der TVH mit einem 6:1-Lauf schon davon und bestimmte die erste Hälfte. „Beide Mannschaften haben Handball gespielt, Baunatal auch sehr gut“, so Hüter.

Etwas enger wurde es im zweiten Durchgang dann nochmal, als Baunatal die ersten vier Treffer erzielte, ehe Hersfeld wieder mal traf. „Das sollte eigentlich nicht passieren“, so Hüter. Doch die Unterschied-Spieler an diesem Tag waren Hersfelds Keeper Niklas Kürten, sowie Sven Wiegel auf Rechtsaußen: „Er hatte glaube ich nur einen Fehlwurf“, sagte Hüter. Elfmal netzte Wiegel und brachte seine Mannschaft wieder in die Spur. Doch der Coach lobte das ganze Team: „Das war von allen eine sehr starke, kämpferische Einstellung. Auch die Jungs von draußen haben Stimmung gemacht. Wir haben wie die Schweine um jeden Ball gekämpft“.

TV Hersfeld: Dellmuth, Bachus (4), Petersen, Becker, Kürten, Wiegel (11), Holzschuh, F. Reinhardt (9/3), L. Reinhardt (6), Krause, Voß, Thole (1), Kehl, Teichmann (1), Mudrak.