Schon am Vormittag war das Gelände rund um das Deutsche Feuerwehr-Museum gut gefüllt. Alte Einsatzfahrzeuge glänzten in der Sonne, die Sirenen der historischen Handdruckspritze hallten durch die Straßen, und der Duft von Gyros aus der THW-Feldküche lag in der Luft. Doch es war nicht nur ein Fest für Technik-Fans oder Blaulicht-Nostalgiker – sondern vor allem ein Fest der Begegnung. „Wir wollen das Museum öffnen – nicht nur die Türen, sondern auch die Perspektive“, erklärte Museumsleiter Bernd Müller-Strauß. Das diesjährige Fest wurde bewusst ohne offizielle Reden und Eröffnungen gestaltet, um die Idee von Gemeinschaft und gelebtem Ehrenamt in den Vordergrund zu stellen. Und genau das kam an: Zahlreiche Familien, Interessierte und auch spontane Besucher nutzten das abwechslungsreiche Angebot zum Mitmachen, Lernen und Staunen.
Historische Einsatzbekleidung, eine originalgetreue Rot-Kreuz-Versorgungsstation aus früheren Zeiten, Vorführungen von Feuerwehr und THW sowie das Brandschutzerziehungsmobil der Jugendfeuerwehr Fulda – das Fest bot einen lebendigen Überblick über die Entwicklung des Brand- und Katastrophenschutzes in Deutschland und gleichzeitig einen Einblick in die Herausforderungen von heute. Müller-Strauß betonet: „Wir sehen das Museum als Schaufenster des Ehrenamts – und wollen zeigen, wie vielfältig, sinnvoll und spannend das Engagement in Hilfsorganisationen ist.“ Deshalb geht das Museum auch über seine Mauern hinaus: Geplant ist der Aufbau eines Bevölkerungsschutzmuseums mit Schwerpunkt Zivilschutz, das durch Workshops, Mitmach-Angebote und Wissenstransfer Menschen auf Notlagen wie Hochwasser, Stromausfall oder Feuer vorbereiten soll.
Ein ambitioniertes Projekt, das mit Partnern wie dem THW, dem DRK und weiteren Akteuren der Region realisiert wird – gefördert unter anderem durch Mittel von Kultur West. Im Fokus steht dabei nicht nur das Erleben, sondern auch das Mitwirken. „Für jeden Menschen gibt es eine Aufgabe – unabhängig von Beruf, Herkunft oder Alter. Ehrenamt braucht Vielfalt, Herz und Tatkraft“, so Müller-Strauß. Dabei sei es nicht entscheidend, ob jemand handwerklich begabt sei oder viel Erfahrung mitbringe – wichtiger sei die Bereitschaft zu helfen. Auch die neue Zivilschutzstrategie der Bundesregierung mache deutlich: Hilfsorganisationen werden künftig noch stärker eingebunden – und brauchen dafür engagierte Menschen.
Bis in die Nachmittagsstunden wuchs die Besucherzahl weiter. Kinder tobten auf der Hüpfburg, drehten am Glücksrad oder nahmen am Feuerwehr-Quiz teil, während Eltern sich an den Infoständen über Möglichkeiten zum ehrenamtlichen Engagement informierten. Musikalisch sorgte die Show and Brass Band der Feuerwehr Alsfeld für Stimmung, kulinarisch überzeugte vor allem die THW-Feldküche aus Hünfeld mit mediterranem Hähnchengyros und Reis. Das Museumsfest war ein Probelauf – und hat die Erwartungen deutlich übertroffen. Die Botschaft: Ehrenamt ist nicht verstaubt, sondern hochaktuell. Und Fulda hat mit dem Deutschen Feuerwehr-Museum einen Ort, der das sichtbar und erlebbar macht.
