Leichtathletik 05.09.2025

Mayrhofen Ultraks - 108 Kilometer ohne Schlaf über Zillertaler Gipfel

Osthessen (pf) – Jennifer Romanowski will es wissen: Die Ultraläuferin und Initiatorin des „Heartbeat Ultra“ in Fulda reist am Wochenende in die Zillertaler Alpen und will bei den „Mayrhofen Ultraks“ das Schönbichler Horn bezwingen. Mehr noch: Das Besondere an dem Rennen ist, dass es über tausende Höhenmeter und eine ganze Nacht über die Gipfel führt.

Jennifer Romanowski (Mitte) reist in die Alpen. Archivfoto: Christine Görlich

Symbolfoto: Pixabay/ hu_lexxi

Mit einer riesigen Portion Vorfreude, und noch mehr Respekt, reist Jenni Romanowski in die Alpen. Sie bestreitet dieses irre Rennen nicht alleine, sondern mit einer guten Freundin, die ebenfalls Ultraläuferin ist. „Alleine würde ich mich das nicht trauen“, sagt sie offen. Knapp 108 Kilometer, insgesamt 8500 Höhenmeter rauf und runter geht es über die Zillertaler Alpen. „Das gilt als der härteste 100-Kilometer-Lauf im deutschsprachig-alpinen Raum“, macht sie deutlich.

Die Organisatoren hatten nach der Veranstaltung im Vorjahr, als es eine Woche später alles eingeschneit hatte, reagiert und vorgesorgt: „Sie haben noch mehr Pflichtausrüstung vorgegeben, was mitgenommen werden muss. Sie sichern sich ab und das ist auch gut so“, sagt Romanowski. Zurecht. Denn diese Woche schneite es erneut über der Strecke, was nicht unbedingt vorhersehbar war. „Das wird knackig“, freut sich Romanowski auf die weiße Pracht. Mit im Gepäck: Spikes, Brillen, Handschuhe, Kleidung, Rettungsdecke, GPS-Tracker, Pfeife und mehr.

Am Donnerstag geht es für die beiden nach Mayrhofen. Nicht alleine: „Es ist ein Teil unserer Rhön-Running-Crew mit dabei, die die anderen Distanzen zwischen 30 und 70 Kilometer laufen. Wir haben extra ein Haus mit Sauna gebucht – nur für uns beide ist es schade weil wir ja nur laufen und dann auschecken, also es gar nicht nutzen können“, schmunzelt Romanowski. Außerdem hat das Team aus der Rhön Support dabei: „Gute Freude von uns warten an den Strecken. Schlafen dort in Autos und machen warmen Tee“.

Am Donnerstag steht das Briefing vor Ort und Abnahme der Ausrüstung an. Am Freitag gegen 17 Uhr wird dann gestartet – in die Nacht hinein. 31 Stunden sind angesetzt für die 108 Kilometer, und Romanowski und ihre Freundin Sabrina wollen es schaffen: „Wir werden uns an ihrem Tempo orientieren, auf den Puls achten und langsam machen. Schlafen kann man sich eigentlich nicht erlauben – vielleicht mal ein 20-Minuten-Nap“. Das Gelände sei technisch mit einigen Kletterstellen extrem herausfordernd, sagt Romanowski, wenn auch die Ausblicke wunderschön werden: Die höchste Stelle auf der Strecke ist der Gipfel des Schönbichler Horns mit 3123 Metern. „Wir sind einige Male auf 3000 Metern“, so die Ultraläuferin, die großen Respekt vor der Tour im „Berliner Höhenweg“ hat: „Die Finish-Rate liegt bei so einem Lauf zwischen 50 und 60 Prozent“. Das klingt hart, nimmt aber auch Druck: „Wir müssen nicht auf irgendeinem Podium landen, weil wir es mit 50 Prozent Wahrscheinlichkeit erstmal gar nicht schaffen“, denkt Romanowski: „Aber das ist vor allem eine mentale Sache“. Sie hoffe, dass sie den Gipfel bei Tageslicht erreichen und nachts alle Wegweiser finden. Sollten die beiden Freundinnen das Ziel erreichen, wäre das eine Errungenschaft fürs Leben.