Dr. med. Thomas Plappert, medizinischer Leiter Malteser Rettungsdienst Hessen und stellvertretender Diözesanleiter der Malteser im Bistum Fulda, sowie die Malteser Schulsanitäterinnen und -sanitäter führten den Interessierten auf dem Domplatz die richtige Technik der Herz-Druck-Massage vor. Brigitta Brähler-Fischer, Diözesanreferentin Schulsanitätsdienst, berichtet von den unterschiedlichen Beweggründen, sich dieses Wissen vor Ort an einer Reanimationspuppe anzueignen: die eigene Betroffenheit, weil der Schwiegervater im Beisein einen Herzstillstand hatte und ein Ersthelfer sein Leben rettete. Oder durch das Bewusstsein im Rahmen der Berichterstattung zur Woche der Wiederbelebung, dass man im Ernstfall handlungsunfähig ist. Kinder wurden ebenso von ihren Eltern spielerisch an die Reanimation herangeführt.
Die Malteser machten an diesem Tag auch die Erfahrung, dass die Laienreanimation mit vielen Berührungsängsten besetzt ist. Die Befürchtung, im Ernstfall einen Fehler zu machen, ist groß. „An den Puppen könnt Ihr nichts falsch machen“, sprachen die Malteser die Interessierten direkt an. Am Ende herrschte große Dankbarkeit dafür, sich mit dem wichtigen Thema beschäftigt und Reanimation geübt zu haben.
Die Woche der Wiederbelebung ist eine jährliche Kampagne in Deutschland, die darauf abzielt, die Bevölkerung für lebensrettende Maßnahmen wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) zu sensibilisieren und Erste-Hilfe-Kenntnisse zu fördern. Die Malteser im Bistum Fulda unterstützen diese Kampagne mit verschiedenen Aktionen, unter anderem im Klinikum Fulda und im Herz-Jesu-Krankenhaus.
Das Ziel der Malteser ist es, für die Laienreanimation zu sensibilisieren, das Bewusstsein für die Bedeutung schneller Hilfe bei Herzstillstand zu stärken, Laien zu aktivieren und Hemmschwellen abzubauen sowie die Reanimationsquote in Deutschland weiter zu erhöhen. Im Ernstfall genügen wenige Schritte. Bis der Rettungsdienst eintrifft, vergehen im Durchschnitt acht bis neun Minuten – eine wichtige Zeit, in der Wiederbelebungsmaßnahmen Leben retten können. Die Malteser möchten Menschen befähigen, eine Reanimation durchzuführen. Wenn Passantinnen und Passanten oder Angehörige im Ernstfall sofort mit einer Herzdruckmassage beginnen, können jedes Jahr in Deutschland mehrere tausend Leben gerettet werden.
