Handball 10.09.2025

Männer-Oberliga – Derby zum Start – Hersfeld hat Aufsteiger zu Gast

Osthessen (jah) – Die Sommerpause neigt sich dem Ende, am kommenden Wochenende wird in der Region endlich wieder Handball gespielt – und die Oberliga wartet direkt mit einem Leckerbissen am ersten Spieltag auf: Die HSG Großenlüder/Hainzell gastiert mit ihrem neuen Coach Sebastian Peppler beim Hünfelder SV unter dem neuen Übungsleiter Stephan Kimpel. Und auch der TV Hersfeld mit seinem Trainerduo Dragos Negovan und Kai Hüter startet durchaus ambitioniert in die neue Spielzeit.

Hünfeld und Großenlüder/Hainzell stehen sich gleich am ersten Spieltag gegenüber. Archivfoto: Christine Görlich.

Es ist das Duell des ersten Spieltages: Wenn Großenlüder/Hainzell am Samstagabend (18.30 Uhr) in der Haunestadt zu Gast ist, werden viele Augen auf die Hünfelder Kreissporthalle gerichtet sein. Bei beiden Vereinen haben seit dem Sommer neue Trainer das Sagen, die Saisonziele könnten allerdings kaum unterschiedlicher sein. „Wir sind da tatsächlich sehr tiefenentspannt und gehen das auch entsprechend an“, betont Peppler im Vorfeld und fügt bezüglich des Ligaauftaktes an: „Natürlich ist es ein Derby, das ist immer etwas Besonderes. Allerding gab es auch beim Hünfelder SV einiges an Veränderungen, entsprechend schwer sind sie einzuschätzen. Wir legen den Fokus aber ohnehin auf uns und wollen unsere Hausaufgaben machen.“ Stephan Kimpel sieht die HSG in der klaren Favoritenrolle: „Ich erwarte, dass Großenlüder hinter Baunatal und Hersfeld vorne mitspielen wird. Das ist eine super Truppe, sie sind eingespielt und haben viele schnelle Spieler. Wir wollen versuchen, die Partie so lange wie möglich offen zu gestalten. Mehr wäre natürlich ein Traum, aber wir gehen total realistisch in die Saison.“

Während die HSG Großenlüder/Hainzell die vergangene Saison auf dem vierten Tabellenplatz abschloss, kämpfte der HSV in der Schlussphase der Saison noch um den Klassenerhalt – am Ende liefen die Haunestädter aber auf Platz zehn ein. Interne Zielsetzungen für die anstehende Saison gebe es zumindest auf HSG-Seite nicht, wie Sebastian Peppler betont: „Wir schauen da von Spiel zu Spiel und gucken, was sich daraus entwickelt. Die Vorbereitung lief gut, der Kader ist weitestgehend zusammengeblieben. Und mit Samuel Masche und Lasse Casper Wessling sind noch zwei interessante Spieler aus der Zweiten aufgerückt“ – wie Peppler im Übrigen auch: Der Nachfolger von Adrian Schild war in der vergangenen Saison ebenfalls noch für die zweite Mannschaft der HSG tätig. Für die Hünfelder dagegen geht es nach dem großen personellen Umbruch um nichts anderes als den Klassenerhalt. „Der Aderlass war schon immens, im Prinzip haben sich die ersten sieben Spieler in die Handball-Rente verabschiedet oder sind gewechselt. Es wird schwer, so ehrlich muss man sein“, bringt es HSV-Trainer Kimpel auf den Punkt: „Viele sehen uns als Absteiger Nummer eins, aber ich bin mir sicher, dass wir das packen können.“ Selbst im Falle eines Abstieges bliebe Kimpel positiv: „Es geht für uns darum, Routine reinzubekommen, Abläufe zu implementieren und die jungen Spieler zu entwickeln. Die Jugendarbeit ist hier inzwischen auch super, da kann sich in den nächsten Jahren wirklich was entwickeln“, betont Kimpel und blickt entsprechend zuversichtlich in die Zukunft: „In ein oder zwei Jahren können wir ein gestandenes Oberliga-Team sein. Mit den vielen, jungen Spielern kann die Mannschaft lange zusammenspielen.“

 

Hersfeld empfängt Aufsteiger

Neben dem Derby zwischen der HSG und dem HSV startet auch der TV Hersfeld am Wochenende in die Saison: Ebenfalls am Samstag (19 Uhr) geht es für den TVH um das Trainerduo Negovan/Hüter zuhause gegen Aufsteiger TV Külte – eine schwer einzuschätzende Mannschaft, wie Kai Hüter sagt: „Das ist eine Wundertüte, zumindest ein bisschen. Allerdings war Dragos Negovan beim entscheidenden Relegationsspiel von Külte vor Ort und hat sich auch ein Vorbereitungsspiel angeschaut.“ Die Favoritenrolle nehmen die ambitionierten Festspielstädter an, „das müssen wir. Auch wenn wir Külte auf keinen Fall unterschätzen dürfen. Wir gehen da mit dem nötigen Respekt ran“, betont Hüter, der mit dem TVH nach Platz sieben in der vergangenen Saison oben angreifen will: „Wir wollen oben mitspielen, das heißt für uns Platz eins oder zwei. Das haben wir auch so kommuniziert.“ Dabei helfen sollen unter anderem die Neuzugänge: Felix Rehberg und Jannik Bachus kamen vom HSV, dazu stießen Christian Mudrak (Dietzenbach) und Daniel Demuth (A-Junioren Melsungen) zum Team. Dazu war die Verpflichtung von Ex-Drittligaspieler Lasse Reinhardt bereits bekannt, der Bruder von Fynn kann die Mannschaft ebenfalls nochmal auf ein neues Level heben. „Zwar fällt Felix jetzt erstmal länger aus, dazu müssen wir auch auf Jonas Rübenstahl verzichten und haben außerdem kleinere Wehwehchen. Aber unser Kader ist in der Breite sehr gut aufgestellt, wir sind guter Dinge, was die Saison angeht.“

 

Saisonstart auch in der Bezirksoberliga

Die Duelle in der Oberliga versprechen also schon am ersten Spieltag einiges an Spektakel – aber auch eine Liga darunter geht es am Wochenende erstmals wieder um Punkte: Die Bezirksoberligen starten ebenfalls in die Runde, mit dabei sind zahlreiche Teams aus der Region. In der Melsungen-Fulda-Staffel steigen unter anderem FT Fulda, Rotenburg, Alsfeld und die Zweivertretung der HSG Großenlüder/Hainzell ein. In der Staffel Offenbach-Hanau ist der TV Flieden traditionell das einzige Team aus Osthessen und reist entsprechend häufig in die Rhein-Main-Region.