Diese „Problemzone“, so Hünfelds Trainer Uli Bönsch, ist der Mittelblock: Peter Krautwurst spielte dort jahrelang, obwohl er im Raum Hanau wohnt. Nach einer beruflichen Veränderung ist er nun im Sommer gewechselt. Mit Alexander Ilin ist ein weiterer Mittelblocker verletzt, er wurde am Knie operiert und fällt zumindest die Hinrunde aus. Darüber hinaus stand noch Tilian Kugler auf der Abgangsseite, er hat den HSV studienbedingt verlassen. Neuzugänge kamen aus der eigenen Jugend (Ilja Rettinger), sowie mit Laurent Janzen und Matheus Drzewiecki zwei Verstärkungen vom TSV Kirchheim.
Das Auftaktspiel beim VfL Marburg, der bereits im Vorjahr ambitioniert war, hätte der HSV durchaus für sich entscheiden können. Jedoch gab es einen großen Knackpunkt im zweiten Satz: „Ich spiele schon lange Volleyball, aber kann mich nicht erinnern, wann und ob wir mal so eine Führung aus der Hand gegeben haben“, bedauerte Bönsch: Nach einem tollen ersten Durchgang, in dem Hünfeld dominant war, ging es erstmal genauso weiter. Mit zehn Punkten führte das Team in Satz zwei, brach dann etwas ein. Dennoch stand es später 23:16, dann 24:19. „Und trotzdem haben wir den Satz verloren“, so Bönsch: „Aber irgendwann ist immer das erste Mal. Man muss auch sagen, dass es Marburg gut gemacht hat und danach fehlerfrei gespielt hat. Wir hatten keine Antwort mehr darauf“.
Was die Ziele für die neue Saison angeht, hält sich Bönsch etwas zurück: „Es kommt immer darauf an, wie der Kader steht. Am Ende sind wir eine Hobbymannschaft“. Für das zweite Spiel bei der SG Jahn Kassel kommenden Samstag (15 Uhr) fällt beispielsweise mit Neuzugang Drzewiecki ein weiterer Mittelblocker noch aus. Dafür wurde Johannes Herrmann reaktiviert, der allerdings lange ohne Training war. Auch auf Daniel Wehner muss Bönsch in Kassel verzichten.
Dennoch sieht er die Entwicklung durchaus positiv: Am Ende der Vorsaison rutschte der HSV noch auf Platz zwei der Landesliga Nord und gewann das vorsorgliche Aufstiegsspiel. „Das war eine gute Erfahrung für die Jungs, eine tolle Sache“. In dieser Saison sehe er Marburg und die SG Main-Kinzig in der Landesliga sehr stark, der HSV will jedoch zumindest unter die Top Vier kommen, so Bönsch: „Dafür wäre ein Sieg in Marburg schon mal wichtig gewesen. Aber jetzt wollen wir auf jeden Fall in Kassel gewinnen“.
Hünfeld: U. Bönsch, M. Bönsch, Rettinger, Zukauskas, Hurbik, Diemer, Wehner, Gejn, Rohrbach, Drzewiecki, Janzen, Lochner.
