Fußball 26.09.2025

Kreisoberligen – Pilgerzeller Personalprobleme – Derbyschlager in Welkers

Osthessen (jk) – Die Spiele in den Fußball-Kreisoberligen haben an diesem Wochenende wieder in sich: In der Mitte-Staffel steigt am Sonntag (15 Uhr) der Keller-Kracher zwischen dem TSV Pilgerzell und dem Haimbacher SV. Mit einem Sieg könnte der HSV die Rote Laterne an den TSV weiterreichen. Zur gleichen Zeit treffen im Süden der SV Welkers und die SG Kerzell im Gemeinde-Derby aufeinander. Beide Trainer erwarten eine attraktive Begegnung und hoffen auf ein großes Publikum. In der Nord-Staffel sind die Rollen auf vielen Plätzen klar verteilt, unter anderem will der ESV Weiterode seine Top-Heimbilanz ausbauen.

Dennis Fischer (links) und der TSV Pilgerzell wollen im Keller-Duell gegen Haimbacher SV punkten. Foto: Manfred Völler.

Die SG Kerzell reist zum Gemeinde-Derby zum SV Welkers – allerdings ohne Mikael Avanesian. Foto: Natalia Lindt.

Der ESV Weiterode ist zuhause bislang eine Macht. Foto: Pascal Fischer

Abstiegskracher in Pilgerzell

Sowohl beim TSV Pilgerzell als auch beim Aufsteiger Haimbacher SV läuft es in der aktuellen Saison nicht. Während der Aufsteiger mit fünf Punkten aus zehn Spielen Tabellenschlusslicht ist und schon den Trainer wechselte, steht Dennis Fischer mit seinem TSV mit zwei Punkten mehr auf dem Konto – und einem Spiel weniger – auf dem vorletzten Tabellenplatz. „Das ist ein Abstiegskracher. Beide Teams werden in der Saison um den Nichtabstieg spielen“, beschreibt Pilgerzells Trainer. Ein Sieg im Duell der formschwächsten Mannschaften ist daher umso wichtiger. Mit einem Dreier könnte der Haimbacher SV die Rote Laterne an Pilgerzell abgeben. „Es macht aber keinen Unterschied, ob wir gegen den Tabellenletzten oder -zehnten Spielen. Wir gehen es so an, dass wir zuhause punkten wollen“, macht Fischer klar, der mit großen Personalsorgen zu kämpfen hat: Im Sommer musste der TSV sieben Abgänge verkraften, verpflichtete dafür lediglich Mika Quell aus Rönshausen. Und dieser stehe nun auch nicht mehr zur Verfügung, habe er dem Coach mitgeteilt. Damit könne Fischer lediglich auf einen Kader von 14 Spielern zurückgreifen. Aktuell steht es um die Hausherren so schlecht, dass mit Swen Atzert zwar ein erfahrener Spieler in der Saison auf den Rasen stand, der mit 48 Jahren aber auch nicht mehr der Jüngste ist. „Aktuell ist es echt eine Wundertüte“, so Fischer zu seinem Kader. Für das Kellerduell am Sonntag muss er weiterhin auf die Unterschiedsspieler Lukas Mehler und Louis Schröter verzichten. Beide fallen längerfristig aus. „Die Qualität der beiden aufzufangen, ist unmöglich“.

Nachdem der Spieltag bereits mit dem Sieg von Hilders/Simmershausen bei Borussia Fulda am Mittwoch begann, haben Bachrain (zum Oktoberfest-Frühschoppen bereits um 11 Uhr gegen FT Fulda) und Müs (gegen Dipperz/Dirlos) die Möglichkeit, näher an die Spitze heranzurücken.

Derby-Vorfreude zweier Teams im Tabellenmittelfeld

Welkers und Kerzell trennen lediglich einen Punkt – wenngleich die Helvetia bekanntlich schon drei abgezogen bekommen hatte, aber dafür schon zwei Spiele mehr gemacht hat. Nicht nur aus diesem Grund erwarten beide Trainer ein attraktives Derby: „Es wird für alle ein gutes Spiel. Für die Zuschauer, aber auch die Jungs – sie sind heiß“, beschwört SVW-Trainer Onur Özger sein Team. Der Saisonstart verlief für die Concordia eher durchwachsen: Özger, der in Welkers seine Trainerkarriere startete, hatte sich seine erste Station etwas anders vorgestellt. „Wir haben beinahe jedes Spiel einen anderen Kader“. Trotz einer Kadergröße von über 20 Spiele stehen ihm am Wochenende meist lediglich zwölf bis 13 Kicker zu Verfügung. „Das ist heutzutage wohl etwas normaler geworden – wir sind dennoch heiß und freuen uns auf das Derby“, so der Coach, der von den Gästen angetan ist: „Sie haben eine gute Truppe. Das wird sehr attraktiv für die Zuschauer“. Personell müsse er am Wochenende auf Jonas Melzer und Felix Müller verzichten. Gökhan Koc ist nach seiner Roten Karte noch gesperrt.

Auch Kerzells Trainer Florian Günther erwartet ein Derby-Kracher. „Welkerssind sehr spielstark und hat viel individuelle Klasse“. Nachdem die Helvetia gegen Mittelkalbach nicht über ein 2:2-Remis hinauskam und sich mit 1:4 gegen Bellings/Hohenzell geschlagen geben musste, setzte sein Team beim Unentschieden gegen die SG Lauter ein Zeichen: „Es hatten die Emotionen in unserem Spiel gefehlt. Gegen Lauter haben wir auf schwerem Geläuf kämpferisch und läuferisch dagegengehalten“, lobt Günther sein Team. In der KOL komme es vermehrt auf Kampf und Bissigkeit an. „Doch stimmt mich das Spiel positiv“, so der Coach. In Welkers gelte es daher, gut dagegen zu halten. Dabei erwartet Günther auch weiterhin die Unterstützung der Zuschauer. „Wir haben viele Derbys in dieser Liga und freuen uns auf diese Spiele. Man hat kurze Wege und kennt sich, da kommen dann auch mehr Leute“. Personell müsse Günther am Sonntag auf Mikael Avanesian sowie den einen oder anderen Studenten verzichten.

Schlusslicht Gundhelm/Hutten ist gleich zweimal gefordert: Am Freitag bei Flieden II und am Sonntag gegen den TSV Rothemann. Auch am Samstag steigen mit Lütter gegen Mittelkalbach und Huttengrund gegen Löschenrod attraktive Spiele.

Weiterode will Heimstärke ausbauen

Der ESV Weiterode hat im Norden keines seiner sechs Heimspiele verloren: 16 Punkte (nur gegen Praforst gab es ein Last-Minute-Remis) stehen auf dem Konto des Teams von Trainer Martin Köthe, das auswärts dagegen noch gar nichts holte. Die Heimserie soll auch am Sonntag gegen Haunetal Bestand haben: „Wir wollen unsere Heimstärke nutzten“, so Köthe. Die Gäste um Trainer Marcel Cean spielen derzeit noch unter ihren Erwartungen. Mit zehn Punkten aus neun Spielen belegt die SGH Tabellenplatz zwölf – die Eisenbahner wiederum spielten sich nach einer schwierigen vergangenen Saison nun in die obere Tabellenhälfte und wollen weiter klettern.

Bei den Gästen aus dem Haunetal gibt es die ein oder anderen Personalprobleme. So muss Cean beispielsweise auf Stürmer-Talent Jan Maier seit einiger Zeit verzichten. „Sie hatten schon durchwachsene Spiele gehabt“, hat Köthe verfolgt, erwartet aber traditionell zweikampfstarke Gäste. „Sie kommen über eine geschlossene Mannschaftsleistung – sie machen es einem nicht einfach“. Ob Renato Myftari und Lian Schaub beim ESV einsatzbereit sind, sei derzeit noch fraglich.

In anderen Duellen sind die Rollen am Wochenende klar verteilt: Die SG Friedewald/Ausbach hat als Tabellenletzter (den zurückgezogenen FSV Hohe Luft ausgeklammert) am Freitag die Aufgabe in Großentaft vor sich, am Sonntag gegen Wölf liegt die Latte ebenfalls hoch. Auch Dittlofrod/Körnbach ist gegen Hünfeld II großer Favorit, genauso die FSG Bebra bei Gudegrund.

Kreisoberliga Mitte

Freitag

19 Uhr

Müs – Ehrenberg

Sonntag

11 Uhr

Bachrain – FT Fulda

15 Uhr

Müs – Dipperz/Dirlos

Pilgerzell – Haimbacher SV

Petersberg – Germania Fulda

Schlitzerland – Horas (in Schlitz)

Ehrenberg – Edelzell/Engelhelms (in Wüstensachsen)

Marbach/Dietershan – Reulbach/Brand (in Dietershan)

Kreisoberliga Süd

Freitag

20.15 Uhr

Flieden II – Gundhelm/Hutten

Samstag

15 Uhr

Lütter – Mittelkalbach

Huttengrund – Löschenrod (in Eckradroth)

Sonntag

15 Uhr

Welkers – Kerzell

Schmalnau/Hettenhausen – Lauter (in Schmalnau)

Grimmstadt – Weyhers (in Ulmbach)

Gundhelm/Hutten – Rothemann (in Hutten)

Flieden II – Hosenfeld

Bellings/Hohenzell – Rückers (in Hohenzell)

Kreisoberliga Nord

Freitag

19 Uhr

Großentaft – Friedewald/Ausbach

Samstag

16 Uhr

SV Steinbach II – Philippsthal

Sonntag

15 Uhr

Hohe Luft – Eiterfeld/Leimbach II – Wertung 0:3

Weiterode – Haunetal

Gudegrund – Bebra (in Niedergude)

Friedewald/Ausbach – Wölf (in Friedewald)

Dittlofrod/Körnbach – Hünfelder SV II

16 Uhr

Jossatal – Rotenburg/Lispenhausen (in Breitenbach