Fliedens sportlicher Leiter Marius Sievers, der gemeinsam mit Daniel Reith die Thematik in der Vorwoche bearbeitete, schildert die Sachlage kurz: „Wir hatten Philipp am Mittwoch für das Freitagsspiel eine Lösung vorgeschlagen, um sportlich auf einen grünen Zweig zu kommen. Die hatte er abgelehnt und gesagt, dass er das Spiel nicht coachen möchte“.
Mötzung selbst, der an besagtem Mittwoch noch Co-Trainer Leander Auth beim Gespräch dabei hatte, bestätigt diesen Vorschlag, und sagte zu - allerdings nur, wenn sich vorher abgestimmt werde. Er sah sich dann am Freitag jedoch nicht mehr „in der Lage“, zu coachen, und durch die Vorgeschichte seine „Glaubwürdigkeit untergraben“ - auch aufgrund einer anderen Sache: „Ich sollte ihnen meine Aufstellung zukommen lassen, das habe ich Donnerstag getan. Am Freitagmittag habe ich dann eine Aufstellung zurückerhalten, in der krankheitsbedingt fehlende Spieler standen“. Er habe um einen Austausch gebeten, stattdessen sei ihm eine neue Aufstellung zugespielt worden, die „komplett konträr“ zur ersten und auch seiner gewesen sei. Außerdem habe die sportliche Leitung für das Freitagsspiel neben ihm auf der Bank Platz nehmen wollen.
Sievers erklärt wiederum, dass der Vorschlag der sportlichen Leitung keine „Auferlegung“ gewesen sei, und das Engagement von Mötzung im Verein gesehen wurde: „Das lässt sich nicht bestreiten. Daher wollten wir ihm dies als Chance bieten, jemanden am Freitag an der Seite zu haben – ohne Konfliktpotenzial“.
Nach Mötzungs Entscheidung, nicht zu coachen, habe der Verein dann Handlungsbedarf gesehen: Am Sonntag fand ein Gespräch zwischen Sievers, Mötzung und Reith statt, dabei sei dem Trainer die Freistellung mitgeteilt worden. „An der Entscheidung gab es auch nichts zu rütteln“, sagt Sievers. Mötzung selbst betont, weil er auch eine lange Vergangenheit im Verein habe und in Flieden wohne, dass er „keine Schlammschlacht“ wolle, jedoch bemängelt er, dass versucht worden sei, ihm einen Rücktritt „in den Mund zu legen“. Das Verhältnis zur Mannschaft sei immer „hervorragend“ gewesen, so der Ex-Trainer, der angibt, dass der Vorstand selbst von einer schweren Saison sprach und langfristig etwas aufbauen wollte. Sievers fasst wiederum den Saisonstart in den Blick und macht klar, dass die Spiele gegen die direkten Konkurrenten Schmalnau (3:3) und Weyhers (1:4) „zu bedenken gegeben“ hätten.
