Derby-Klappe, die Zweite
Nach dem Abstieg aus der Gruppenliga gab es bei der SG Kerzell ein Auf und Ab, die Helvetia steht mit acht Zählern aus sieben Spielen auf dem 13. Tabellenplatz – sammelte sportlich aber schon elf Punkte, von denen drei bekanntlich wieder abgezogen wurden. Daher komme das zweite Derby gegen Löschenrod gerade richtig. „Es ist wieder ein wichtiges Spiel für die Jungs. Da ist viel Kopfsache dabei“, hofft Trainer Günther, dass sich sein Team aus der „Minikrise“ herausschießen kann. Dass Kerzell gegen Löschenrod, derzeit auf Rang neun, gewinnen kann, haben die Gäste bereits vor wenigen Wochen beim 2:1-Sieg im Hinspiel gezeigt. „Ich erwarte ein offenes Spiel. Das haben wir schon im Hinspiel gemerkt“, so Günther, der die Favoritenrolle annimmt, aber dennoch vor der Heimstärke der SGL warnt. Drei der bislang vier Spiele vor heimischer Kulisse konnte die Hermania gewinnen, Bestwert in der Liga mit Lütter.
Vor wenigen Wochen spielte Kerzell stark auf und hätte das Hinspiel bereits viel früher entscheiden müssen. Doch schreiben Derbys bekanntlich eigene Gesetze, und es geht wieder bei null los: „Eine Situation und das Spiel kann in eine andere Richtung kippen“, ist sich Günther der Gefahr bewusst. Daher möchte Kerzell das Spiel schnell unter Kontrolle haben und die Hausherren nicht ins Spiel kommen lassen. „Wir müssen auf uns schauen, unsere Fans mitzunehmen und sie versöhnen. Dafür ist ein Derby gut geeignet“, erklärt er. Beide Teams kennen sich ohnehin gut und pflegen ein freundschaftliches Verhältnis, nicht nur aufgrund der Reserve-Spielgemeinschaft.
Das ursprüngliche Rückspiel wäre Mitte November zum Kirmeswochenende in Kerzell gewesen – die Helvetia wollte auf Donnerstag davor oder danach verlegen und fragte beim Nachbarn an. Die sportliche Leitung der SGL wollte das wichtige Heimspiel allerdings nicht donnerstags im grauen November spielen und schlug nun diesen Mittwoch vor – dem stimmte dann auch Kerzell zu.
Die SG Löschenrod kündigt wiederum an, mit ihrer „jungen, neu formierten Mannschaft dem Gegner aus der Nachbarschaft ein Bein stellen“ zu wollen. Am Sportplatz gibt es außerdem Leckeres vom Grill, Spießbraten im Brötchen, Twisterpommes mit Dip, kaltes Pils und Weizenbier vom Fass, Aperol und Weißwein.
Novakovic erwartet mit Flieden II eine Wundertüte
Für die SG Schmalnau/Hettenhausen geht es am Donnerstagabend in das vierte Heimspiel in der noch jungen Saison. In Schmalnau zu Gast ist die Zweitvertretung des SV Flieden um Trainer Philipp Mötzung. Mit dem Saisonauftakt zeigt sich SGSH-Trainer Marko Novakovic zufrieden, auch wenn es durchaus hätten mehr Punkte sein können. „So ist es aber im Sport. Es entwickelt sich nicht immer so, wie man erwartet“, erklärt er. Am Sonntag bewies Schmalnau/Hettenhausen Moral und erarbeitete sich gegen Rothemann innerhalb von wenigen Minuten ein 2:2 nach 0:2-Rückstand. Erst ließ Blagoja Naumoski die Hausherren wenige Minuten vor Spielende hoffen, ehe der Spielertrainer selbst in der Nachspielzeit den Punkt rettete. Für Novakovic ist Mitaufsteiger Flieden II eine Wundertüte. Bei Reserve-Teams könne es immer vorkommen, dass Spieler „von oben“ aushelfen. Daher möchte sich der Trainer bestmöglich vorbereiten. „Wir stellen uns flexibel ein und gehen mit freiem Kopf ins Spiel“, so der Coach, der Personell aus dem Vollen schöpfen kann.
