Fußball 01.09.2025

Kreisoberliga Nord – Auf Spielabbruch folgt Spielabsage von Hohe Luft

Friedewald (jah/pf) – Unschöne Szenen am Freitagabend in der Fußball-Kreisoberliga Nord: Beim Spiel der SG Friedewald/Ausbach und Hohe Luft Hersfeld ist es in der Schlussphase der Begegnung beim Stand von 1:1 zu einem Spielabbruch gekommen. Sogar die Polizei soll gerufen worden gewesen sein.

Archivfoto: Pascal Fischer

Die Gäste gingen nach 75 Minuten in Führung, Friedewald/Ausbach glich nach 82 Spielminuten aus. Lange war nicht mehr zu spielen, doch zu einem regulären Abpfiff kam es nicht: In der Folge soll es am Friedewalder Sportgelände zu einer Rudelbildung gekommen sein, bei der ein Spieler der Gastgeber geschlagen worden sein soll. Darüber hinaus soll im Sportlerheim randaliert worden sein, auch der Unparteiische soll beleidigt worden sein. Schiri Johannes Jonas (SV Hofbieber) brach die Partie ab.

Luca Langhans, der sportliche Leiter der SG Friedewald/Ausbach, war selbst nicht vor Ort, hat sich aber umfassend vom Vorstand informieren lassen und betont vorneweg, „dass es ein sehr faires Spiel war“. Der Unparteiische habe die Partie aus Sicht der Gastgeber gut im Griff gehabt und „mit kommunikativer Art souverän geleitet“. Wenige Minuten vor dem Ende, so die Wahrnehmung der SGFA, hatte der Hersfelder Pasqual Belosicky eine überfällige Gelbe Karte gesehen, meckerte weiter gegenüber des Schiedsrichters und sah daraufhin Gelb-Rot. „Dann muss es eskaliert sein“, so Langhans. Friedewalder Spieler seien bespuckt und beleidigt worden, „unser Torwart wurde ins Gesicht geschlagen und ging zu Boden, und ein Spieler war noch im Krankenhaus bis 3 Uhr nachts“, so Langhans weiter. Außerdem soll das Sportlerheim teilweise beschädigt worden sein: Von abgerissenen Hygiene-Spendern und Beschädigungen in Kabinen sprechen die Gastgeber, auch die Polizei war gerufen worden. Die SGFA habe bereits Kontakt mit dem Schiedsrichter und Klassenleiter Rainer Schmidt aufgenommen, und bereitet sich auf eine Stellungnahme sowie ein Verfahren vor. Außerdem gebe es Überlegungen, das Rückspiel nicht anzutreten. „Ich denke nicht, dass wir dort hinfahren werden“, so Langhans, der weiteres aber offenlässt und sagt: „Wir sind im Hobbybereich, wo der Fußball Spaß machen soll. Da sollte sich keiner bedrohen oder bespucken lassen“.

Der FSV Hohe Luft wiederum hat in Person von Vorstand Dirk Schäfer Nachfrage erklärt, vorerst keine Auskünfte zu machen und die Geschehnisse vereinsintern aufzuarbeiten. Das soll am Sonntag passieren, obwohl dort das Heimspiel in Hersfeld gegen Kiebitzgrund/Rothenkirchen auf dem Plan gestanden hätte. Dies wurde nun aber von Klassenleiter Rainer Schmidt abgesetzt. Er erklärt: „Sie wollen über die Geschehnisse reden und hätten nicht gespielt“. Auch eine Wertung hätte der FSV in Kauf genommen, so Schmidt, der bei Kiebitzgrund/Rothenkirchen anfragte. Nach Beratung entschieden sich die Gäste, nicht auf ein 3:0 zu pochen: „Sie wollen einen neuen Termin vorschlagen. Das war sehr fair, darauf bin ich auch stolz“, betont Schmidt.