Obwohl Tore – und auch Chancen auf solche – Mangelware waren, ließen sich die Fans nicht entmutigen und wurden schon gar nicht müde: Mit Fahnen und Bannern zeigten die Borussen-Anhänger auf der Haupttribüne vor dem Anpfiff eine Choreo und sagen bis zum Ende. Die Atmosphäre suchte für Kreisoberliga ihresgleichen: Das Flutlicht ging an, gegen Ende nieselte es sogar in der Johannisau. Nach dem Schlusspfiff grölten die SCB-Fans „Fuldas wahre Liebe“.
Borussen-Trainer Marko Karamatic konnte es genießen und war selbst weniger aufgeregt, wie er angab: „Für die Jungs war das natürlich eine tolle Erfahrung“. Doch so richtig bekam der Tabellenführer seine spielerischen Qualitäten nicht auf den Platz: „Germania war besser und dem Sieg näher. Das muss man dann auch anerkennen. Von uns war das kein gutes Spiel, vielleicht hatten wir den Druck, abliefern zu müssen. Wir wussten, irgendwann kommt der Tag und wir lassen etwas liegen. Aber wir haben nicht verloren und arbeiten weiter, wir sind noch lange nicht am Ziel“.
Sportlich konnte die Germania den Stadtrivalen also ärgern, der erstmals in dieser Saison nicht gewinnen konnte, aber vorne bleibt. Die Defensive des SCB mit erst drei Gegentoren in jetzt neun Spielen stand sicher, Torwart Emre Baran hatte früh einen gefährlichen Freistoß von Germanen-Kapitän Hysen Haxhiu klasse gehalten – vorne ging hingegen ungewohnt wenig.
„Es war die richtige Entscheidung, das Spiel hier auszutragen“, sagte Gäste-Trainer Zeljko Karamatic, der vom Rahmen begeistert war: „Die Jungs haben das genossen, ein bisschen früher hier reinzukommen und auf den Platz zu gehen, wie die Profis. Wir haben sehr gut dagegengehalten und diszipliniert gespielt. Am Ende hätten wir sogar noch gewinnen können, aber Hut ab vor den Jungs“.
In der Schlussviertelstunde war Borussia dann mal vorne gefährlich: Edin Hazbic stand bei seinem Kopfballtor aber klar im Abseits, danach klärte der FSV gegen ihn nochmal mit vereinten Kräften. Es ging in die Nachspielzeit, in der dann Germania plötzlich die große Doppelchance auf den Sieg hatte. Am Ende kochten die Emotionen nochmal hoch, niemanden hielt es mehr in den Sitzschalen, ehe der souveräne Schiri Aaron Fritz abpfiff.
Letztlich spielte bei den Akteuren auf dem Rasen wohl auch Nervosität vor dieser Kulisse mit – für alle war es aber ein Erlebnis, das bleibt. Genauso schnell kehrt aber auch der Alltag wieder ein, die Borussia reist am Sonntag nach Brand, Germania spielt gegen Schlitzerland.
Borussia Fulda: Baran; Schröder, Hazbic, Doval Segura, Thiele, Barkemeyer, Aljaed (69. Agwu), Traut (80. Hryhorian), Wolff, Abdu Shakur (46. Celikel), Martella (69. Dabbaj).
Germania Fulda: Schmidt; Khiraoui (66. Karadavut), Rahmatyar, Haxhiu (87. Hasanzadeh), Murati, Osman, Rezai (53. Corumlu), Brovina (71. Farr), Vatic, Khuriya, Morina.
Schiedsrichter: Aaron Fritz (Weyhers)
Tore: -
Zuschauer: 1400
