„Einen Menschen wiederzubeleben ist einfacher, als viele glauben. Es lohnt sich, die Technik der Reanimation zu erlernen oder aufzufrischen. Jeder kann ein Leben retten“, sagte Matthias Kalmbach, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin. Ziel der Veranstaltung war es, Hemmschwellen abzubauen und mehr Sicherheit für den Ernstfall zu vermitteln. Zwei Schwerpunkte prägten den Aktionstag: das Reanimationstraining und eine realitätsnahe Notruf-Simulation. An mehreren Stationen übten Interessierte Herzdruckmassagen an Übungspuppen, ließen sich von geschultem Rettungs- und Pflegepersonal beraten und trainierten den Einsatz eines automatisierten externen Defibrillators.
Die Teilnehmer erhielten außerdem Einblicke in die Anleitung zur Telefonreanimation durch die Leitstelle. Ein besonderes Highlight war die Möglichkeit, einen Notruf in einer realitätsnahen Simulation selbst durchzuführen. Dabei wurde durchgespielt, wie eine Leitstelle auf einen Anruf unter der 112 reagiert. „Viele wissen nicht, was sie bei einem Notruf erwartet und zögern im Ernstfall. Wer den Ablauf einmal selbst erlebt hat, kann deutlich ruhiger und strukturierter reagieren – das spart wertvolle Zeit und kann Leben retten“, erklärte Sabrina Sauthoff, Direktorin der Zentralen Notaufnahme am Klinikum Fulda.
Die Veranstaltung war Teil eines interdisziplinären Projekts mit der Notaufnahme, der Klinik für Anästhesie sowie zwei Rettungsdienstorganisationen aus dem Stadtgebiet. Mitorganisiert wurde sie von Thomas Schüßler, Notfallsanitäter und Ausbildungsleiter der Malteser in Fulda. „Unser Ziel war es, die Wichtigkeit der Laienreanimation deutlich zu machen und vor allem Schüler aktiv einzubinden“, sagte Schüßler. Ein zentrales Anliegen sei es gewesen, praktische Abläufe erlebbar zu machen: „Wir haben gezeigt, wie eine Reanimation von der Alarmierung über die Leitstelle bis zur Übergabe im Schockraum funktioniert – ein lebensrettender Prozess, bei dem jede Minute zählt.“
Ein zentrales Ziel war es, insbesondere junge Menschen und Schulklassen für das Thema zu sensibilisieren und zur aktiven Teilnahme zu motivieren. Auch die hausinterne Pflegeschule war stark vertreten. Die praktischen Übungen zeigten den kompletten Ablauf einer Reanimationssituation – vom Absetzen des Notrufs über die telefonische Anleitung durch die Leitstelle bis zur Übergabe im Schockraum der Notaufnahme. Dabei wurde verdeutlicht, dass bereits eine alleinige Herzdruckmassage entscheidend sein kann, insbesondere bei jüngeren Patienten. Ohne Puls können bereits nach etwa sieben Minuten irreversible Hirnschäden auftreten. Trotz der positiven Resonanz und der zahlreichen Teilnehmenden besteht laut Veranstaltern weiterhin Nachholbedarf bei der Beteiligung von Laien im Ernstfall. Künftig soll daher noch stärker auf Aufklärung und praktisches Training gesetzt werden.
