Lokales FD 14.09.2025

Interkulturelle Wochen in Fulda eröffnet – Starkes Zeichen für Vielfalt

Fulda (sim) – Mit einer bunten und kraftvollen Auftaktveranstaltung auf dem Bahnhofsvorplatz haben am Samstag die Interkulturellen Wochen in Fulda begonnen. Unter dem bundesweiten Motto „dafür“ steht bis zum 3. Oktober die kulturelle Vielfalt der Stadt im Mittelpunkt – getragen von dem Wunsch nach Zusammenhalt, Respekt und einer offenen Gesellschaft. Bürgermeister Dag Wehner eröffnete die Veranstaltungsreihe offiziell und überbrachte auch die Grüße von Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld.

Große Freude zum Auftakt der Interkulturellen Woche. Fotos: Silas Messing

In seiner Rede betonte er die Bedeutung der Interkulturellen Wochen als Plattform für Begegnung, Austausch und gegenseitiges Verständnis: „Gerade in Zeiten rauer Debatten und wachsender gesellschaftlicher Spannungen wollen wir hier in Fulda ein Zeichen setzen – für Offenheit, Dialog und friedliches Zusammenleben.“ Der Bahnhofsvorplatz verwandelte sich zum Auftakt in einen lebendigen Begegnungsraum: Rund 25 Stände luden mit kulinarischen Spezialitäten, Informationsangeboten und Mitmachaktionen zum Verweilen ein. Auf der Bühne präsentierten sich Musiker und Tänzer aus unterschiedlichen Kulturen – von westafrikanischen Trommelrhythmen über kasachische, kurdische und indische Tänze bis hin zur Rhöner Kartoffelkapelle. Dazu gab es ein interreligiöses Gebet, gestaltet vom Runden Tisch der Religionen – ein starkes Symbol für gelebten Respekt über Glaubensgrenzen hinweg.

Die Interkulturellen Wochen werden auch in diesem Jahr von der Fachstelle Vielfalt und Teilhabe der Stadt Fulda organisiert, unterstützt von zahlreichen Vereinen, Organisationen und engagierten Einzelpersonen. In den kommenden drei Wochen erwartet die Bürger ein vielfältiges Programm: von Stadtspaziergängen, Workshops und Kunstausstellungen bis hin zu Sportfesten und Diskussionsformaten. Ziel ist es, Räume zu schaffen, in denen Menschen auf Augenhöhe miteinander in Kontakt kommen – unabhängig von Herkunft, Sprache oder Lebensgeschichte. Bernhard Oswald, einer der Mitorganisatoren, brachte es auf den Punkt: „Wir wollen keine Belehrung, sondern ein respektvolles und inspirierendes Miteinander, das Vielfalt sichtbar und erfahrbar macht.“

Einen besonderen Moment bildete auch die Ankündigung des „Preises für Vielfalt und Teilhabe 2025“ der Stadt, der im diesem Jahr unter dem Motto „Gemeinsam aktiv für mentale Gesundheit“ vergeben wird. Der Preis soll Projekte würdigen, die Vielfalt leben, Teilhabe stärken und psychische Gesundheit in den Mittelpunkt stellen. Die Bewerbungsphase läuft noch bis zum 19. September, Vorschläge können an die Fachstelle Vielfalt und Teilhabe eingereicht werden.

In seiner Rede thematisierte Abdulkerim Demir, Vorsitzender des Fuldaer Ausländerbeirats, auch die Herausforderungen, die Integration heute mit sich bringe – von Wohnungsmangel über fehlende Kita-Plätze bis zu komplexen bürokratischen Hürden. Integration, so Demir, gelinge nur im Miteinander: „Wer hier lebt und arbeitet, gehört dazu – aber auch die Bereitschaft zur Beteiligung am gesellschaftlichen Leben ist wichtig. Demokratie funktioniert nur, wenn wir sie gemeinsam gestalten.“ Er forderte mehr Unterstützung und Offenheit, aber auch klare Konsequenzen, wo Regeln missachtet werden. Gleichzeitig mahnte er zu einer differenzierteren Darstellung in den Medien, die oft die positiven Beispiele gelungener Integration übersehen würden.

Zum Abschluss der Auftaktveranstaltung versammelten sich viele Akteur und Helfer zu einem gemeinsamen Gruppenfoto – begleitet von spontanem Austausch, neuen Kontakten und der Vorfreude auf drei inspirierende Wochen im Zeichen der Vielfalt. Die Stadt Fulda setzt mit den Interkulturellen Wochen ein Zeichen gegen Ausgrenzung und für eine inklusive Zukunft. Wie es Bürgermeister Dag Wehner bei der Eröffnung sagte: „Vielfalt ist keine Herausforderung, sondern eine Bereicherung – und dafür stehen wir in Fulda.“

Eröffnung der Interkulturellen Woche. Fotos: Silas Messing