Lokales FD 26.09.2025

„Im Lichte der Begegnung“: Kalligraphie-Performance und Musik

Fulda (pm/as) – In einer eindrucksvollen Matinee vereinte sich an der Katholischen Akademie Fulda Kunst, Musik und Spiritualität zu einem besonderen Erlebnis: Im Rahmen der Ausstellung „Im Lichte der Begegnung“ präsentierte der international tätige Kalligraph Shahid Alam eine Live-Performance, die von den fein abgestimmten Klängen des Vokalensembles anDante begleitet wurde.

Fotos: Katholische Akademie.

Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen des interkulturellen und interreligiösen Dialogs – ein zentrales Anliegen des Künstlers. Alam, der 1952 in Pakistan geboren wurde und seit 1973 in Deutschland lebt, verbindet in seiner Arbeit Texte aus Tora, Bibel und Koran mit der Dichtung von Goethe, Rilke, Rumi oder Ibn Arabi. Seine Kalligraphien sind nicht nur Kunstwerke, sondern Brücken zwischen den Religionen, Kulturen und Epochen. Akademiedirektor Gunter Geiger eröffnete die Matinee mit einer kurzen Einführung in das Leben und Wirken Alams, der sich seit frühester Kindheit der arabischen Kalligraphie widmet und seit 1996 als freischaffender Künstler tätig ist.

Die Performance begann mit einem musikalischen Auftakt: Das „Salve Regina“ von Nicholas Ludford stimmte die Gäste auf einen Vormittag der Begegnung und Kontemplation ein. Vor den Augen des Publikums ließ Alam auf großformatigem Papier kalligraphische Werke entstehen – eindrucksvolle arabische Schriftkunst, durchdrungen von spirituellen Texten.

Zu den Höhepunkten zählte die kalligraphische Umsetzung eines Verses aus dem Hohenlied: „Wer ist sie, die hervorbricht wie die Morgenröte, schön wie der Mond, klar wie die Sonne, gewaltig wie ein Heer?“ Im Zusammenspiel mit den getragenen Stimmen des Ensembles entfaltete sich eine poetische und zugleich meditative Atmosphäre.

In einer weiteren Sequenz widmete sich Shahid Alam einem mittelalterlichen Text – Strophen aus dem Marienleich des Heinrich von Meißen, genannt Frauenlob. Auch hier verschmolzen Kalligraphie und Musik zu einem sinnlichen Gesamtkunstwerk, das die Anwesenden tief bewegte. Den Abschluss bildete der Dank von Akademiedirektor Geiger, der Shahid Alam und dem Vokalensemble anDante unter großem Applaus für diese gelungene künstlerische Verschmelzung von Musik, Text und Schriftkunst würdigte – eine Performance, die wahrlich „zur Ehre Gottes“ geriet.