Fußball 30.09.2025

HFV begrüßt Entscheidung zu Polizeikosten – Fairness für alle gefordert

Frankfurt (pm/sim) – Der Hessische Fußball-Verband begrüßt die Entscheidung des Landes Hessen, Profi-Clubs derzeit nicht an den Kosten für Polizeieinsätze bei Spielen zu beteiligen. Diese Klarstellung durch Innenminister Roman Poseck ist ein wichtiger Schritt, der den hessischen Vereinen kurzfristig Verlässlichkeit und Orientierung gibt. Zugleich weist der Verband auf die besonderen Herausforderungen hin, vor denen Vereine in der dritten Liga, der Regionalliga und den Amateurklassen stehen.

Archivfoto: Görlich Media

Gerade dort wirken sich sicherheitsbedingte Anforderungen und organisatorische Auflagen besonders stark aus – oftmals bis an die Grenze der wirtschaftlichen Belastbarkeit. „Sicherheit darf nicht zu einer Frage der Finanzkraft einzelner Vereine werden“, betont Silke Sinning, Präsidentin des Hessischen Fußball-Verbandes. „Die Spitzenclubs sowie die Clubs der dritten Liga und Regionalliga tragen eine enorme gesellschaftliche und kulturelle Verantwortung. Sie sind fest in den Städten und Regionen verankert, prägen das lokale Zusammenleben und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Ausbildung junger Spielerinnen und Spieler. Ihre Bedeutung reicht weit über den Profibereich hinaus.“

Ein struktureller Unterschied wird deutlich: In der Bundesliga orientieren sich Spielansetzungen an TV-Vermarktung und Zuschauerinteresse. In den unteren Ligen dagegen werden viele Spiele aus Sicherheitsgründen verlegt – etwa auf unattraktive Anstoßzeiten oder weniger zugängliche Termine. Dies führt zu niedrigeren Zuschauerzahlen und damit zu direkten Einnahmeverlusten. Bereits dadurch tragen Vereine der dritten Liga, Regionalliga und des Amateurbereichs indirekt eine Sicherheitslast, die sie finanziell schwächt. Der Verband unterstreicht zudem, dass die Vereine selbst seit Jahren erhebliche Investitionen in die Stärkung der Sicherheit tätigen. Dazu gehören der Aufbau professioneller Ordnungsdienste, verpflichtende Sicherheitskonzepte, Kooperationen mit Kommunen sowie kontinuierliche Sensibilisierung der Fans in Dialogformaten.

Viele Vereine führen regelmäßige Fandialoge, setzen auf Präventionsarbeit und schaffen so Schritt für Schritt ein friedliches Stadionumfeld. Diese eigenverantwortlichen Maßnahmen entlasten bereits heute Polizei und Behörden – sie werden in der öffentlichen Debatte jedoch häufig übersehen. Ein weiterer Punkt ist die bundesweite Vergleichbarkeit: Sollten einzelne Bundesländer Vereine an Polizeikosten beteiligen, während andere Länder darauf verzichten, entsteht ein Flickenteppich mit erheblichen Wettbewerbsverzerrungen. Besonders für Clubs in der dritten Liga und Regionalliga, die ohnehin im nationalen Wettbewerb stehen, würde dies zu klaren Nachteilen führen. Sportliche Fairness und wirtschaftliche Stabilität wären gleichermaßen gefährdet. Der Verband bewertet die jüngste Verkündung von Innenminister Roman Poseck ausdrücklich als wichtigen und richtigen Schritt, um hessische Vereine nicht zusätzlich zu belasten. Sie schafft Klarheit und sichert kurzfristig die Handlungsfähigkeit der Clubs.

Poseck erklärte hierzu: „Der Profifußball hat eine hohe gesellschaftliche Bedeutung und die Beteiligten müssen alles unternehmen, um die Sicherheit innerhalb und außerhalb der Stadien zu wahren. An dieser Stelle danke ich Silke Sinning, die mit ihrem Weitblick und ihrem umsichtigen Handeln in verschiedenen Gesprächen und Abstimmungen entscheidend dazu beigetragen hat, dass die Interessen von Profi-, Amateur- und Nachwuchsfußball in Hessen gemeinsam betrachtet werden. Sie verbindet sportliche, gesellschaftliche und sicherheitspolitische Aspekte, die allen Beteiligten zugutekommen. Dieser Blick nach vorne ist für uns in Hessen ein zentraler Maßstab, um Fußball als kulturelles Gut zu schützen und gleichzeitig verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.

Wir werden dazu weiter im engen Dialog bleiben. Ich sehe im Übrigen eine positive Entwicklung rund um den hessischen Spitzenfußball. Die gemeinsamen Anstrengungen wirken. Die meisten Fans verhalten sich friedlich. Schreckliche Ausschreitungen wie im November 2023 beim Heimspiel von Eintracht Frankfurt gegen den VfB Stuttgart haben sich nicht wiederholt. Auch das Champions-League-Spiel der Eintracht gegen Galatasaray Istanbul war ganz überwiegend durch gleichermaßen leidenschaftliche wie fröhliche und friedliche Fans gekennzeichnet.“