Lokales VB 04.09.2025

Hessischer Denkmalschutzpreis: 4000 Euro für Roten Ochsen in Fulda

Wiesbaden (pm/jah) – Vom wiederbelebten Gasthof über die restaurierte historische Turnhalle bis zur Fachwerk-Scheune mit Spa-Innenleben: Die Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen Hessischen Denkmalschutzpreises haben mit Know-how, Leidenschaft und hohem finanziellen Einsatz kulturellem Erbe neues Leben eingehaucht. Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels hat ihnen heute den Hessischen Denkmalschutzpreis 2025 überreicht. Auch Projekte aus der Region waren mit dabei.

Alexandra und Michael Mans wurden mit 4000 Euro für die Restaurierung der Gaststätte „Zum Roten Ochsen“ in Fulda geehrt. Foto: Rahel Welsen, Landesamt für Denkmalpflege Hessen

Das Fachwerkhaus Waldecks Huus in Lauterbach.

In diesem Jahr wurden Projekte in Frankfurt, Jossgrund (Main-Kinzig-Kreis), Lauterbach (Vogelsbergkreis), Grebenhain (Vogelsbergkreis), Hofgeismar (Landkreis Kassel), Schaafheim (Landkreis Darmstadt- Dieburg), Darmstadt, Fulda und Hochheim (Main-Taunus-Kreis) ausgezeichnet.

„Mit unserem Hessischen Denkmalschutzpreis ehren wir nicht nur Engagement für unser kulturelles Erbe. Wir ehren auch den Einsatz der Preisträgerinnen und Preisträger für unsere Gesellschaft: Denn wer ein Kulturdenkmal saniert, belebt Innenstädte, stärkt Tourismus und Infrastruktur, unterstützt das traditionell arbeitende Handwerk und stärkt den Klimaschutz durch die Weiternutzung historischer Gebäude“, so Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels: „Die Denkmalpflege lebt vom Ehrenamt. Deshalb unterstützen wir Menschen, die sich in ihrer Freizeit für unser kulturelles Erbe einsetzen: So haben wir die Denkmalförderrichtlinie überarbeitet, um das serviceorientierte, bürgernahe Handeln des Landesamtes für Denkmalpflege zu stärken. Denn ohne den Einsatz zahlreicher Bürgerinnen und Bürger, Initiativen und Vereine wäre es nicht möglich, Denkmäler in ihrer Vielfalt und historischen Bedeutung zu bewahren.“

Den ersten Preis in der Kategorie „Privates Bauen“ teilen sich zwei Projekte: Gertraud Gonné hat das um 1820 erbaute Fachwerkhaus Waldecks Huus in Lauterbach, das sich seit jeher im Familienbesitz befindet, behutsam saniert. Dank des profunden Sanierungskonzeptes, der Unterstützung durch regionale Handwerksbetriebe und die Familie ist es gelungen, dem Gebäude sein ursprüngliches Erscheinungsbild zurückzugeben. Der Preis ist mit 7500 Euro dotiert. Ebenfalls den ersten Preis und 7.500 Euro erhalten Wencke und Dominik Oestreicher sowie Beate und Thomas Schreiber. Sie haben gemeinsam eine alte Scheune in Jossgrund vor dem Abriss gerettet und sie in eine Spa-Scheune umgebaut. Die Erhaltung des ortsbildprägenden Ensembles, zu dem die Scheune aus der Mitte des 18. Jahrhunderts gehört, ist ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung des historischen Ortsbildes und stärkt den Tourismus in der Region.

Mit dem dritten Preis in Höhe von 4000 Euro in der Kategorie „Privates Bauen“ werden Alexandra und Michael Mans für die Restaurierung der Gaststätte „Zum Roten Ochsen“ in Fulda geehrt. Sie haben das historische Erscheinungsbild des 1960 erbauten Hauses wiederhergestellt. Das Erdgeschoss war in zwei Etagen unterteilt und die Fenster teilweise zugemauert. Diese Veränderungen wurden zurückgebaut und die Steinputzflächen freigelegt. Heute befindet sich im Erdgeschoss eine Gastronomie, die die Nutzung der Vorgängerbaues mit dem heutigen Gebäude verbindet.

Der mit jeweils 2500 Euro dotierte, von der Hessischen Staatskanzlei gestiftete Ehrenamtspreis geht an die Ernst-May-Gesellschaft e.V. in Frankfurt, an die Dorfgemeinschaft Grebenhain-Crainfeld und an Klaus Schmikl aus Hochheim. Die Ernst-May-Gesellschaft wird für die Instandsetzung einer historischen Gartenlaube in Frankfurt geehrt: Sie ist Teil der 1928 entstandenen Kleingartenanlage am Rand der Römerstadt und steht für die Ideale der Stadterweiterung der 1920er Jahre. Mit den Gärten sollten die Bewohner sich selbst versorgen können. Die Pläne für die Gartenlauben wurden von der Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky entwickelt.

Die Dorfgemeinschaft Grebenhain-Crainfeld bekommt den Ehrenamtspreis für die Restaurierung der Alten Schule aus dem Jahr 1907. Dank des großen ehrenamtlichen Engagements ist es gelungen, das Gebäude barrierefrei und energetisch instand zu setzen und daraus ein modernes Gemeinschaftshaus mit historischem Charme zu machen.

Staatssekretär Benedikt Kuhn, lobt den leidenschaftlichen Einsatz der Menschen für Kulturschätze: „Das ehrenamtliche Engagement in der Denkmalpflege ist ein wichtiger Bestandteil unserer kulturellen Identitäten und ein Zeichen für die Verbundenheit mit unserer Geschichte. Menschen, die sich mit Hingabe für den Erhalt historischer Bauwerke einsetzen, stärken das soziale Miteinander und den Zusammenhalt vor Ort. Als Land Hessen fördern wir dieses Engagement mit dem Ehrenamtspreis in Höhe von 7500 Euro.“

Der Hessische Denkmalschutzpreis wurde 1986 vom Landesamt für Denkmalpflege in Hessen und der LOTTO Hessen GmbH ins Leben gerufen. In diesem Jahr ist er mit 25.000 Euro dotiert; das Geld stiftet LOTTO Hessen. Das Preisgeld für die Kategorie „Ehrenamtspreis“ in Höhe von 7.500 Euro stellt die Hessische Staatskanzlei. „Die Auszeichnung mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis ist ein aktives Bekenntnis zu unserer lokalen Baukultur. Das behutsame Wieder- und Weiterverwenden historischer Bauten ist ein höchst zeitgemäßer Umgang mit endlichen Ressourcen. Wir würdigen die Leidenschaft von Menschen für den Erhalt von historisch wertvollen Gebäuden. Der Preis ist auch eine Wertschätzung an die ausführenden Handwerker, ohne die jede Planung Papier bleiben würde“, hebt Prof. Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, hervor.

Martin J. Blach, Sprecher der Geschäftsführung von LOTTO Hessen, betont: „Knapp 110 Millionen Euro haben wir seit der Geburtsstunde der Rubbellose im Jahr 1986 für den Denkmalschutz erwirtschaften können, davon rund 5,8 Millionen Euro allein in 2024. Denn jedes verkaufte Rubbellos nutzt dem Denkmalschutz. Wir sind stolz, auf diesem Wege unseren Beitrag zum Erhalt des kulturellen Erbes in Hessen leisten zu können.“

 

Ausführliche Informationen zu den Objekten einschließlich Fotomaterial gibt es unter hessenlink.de/denkmalschutzpreis25. Eine interaktive Karte zu den bisher preisgekrönten Objekten gibt es unter hmwk.hessen.de/denkmalschutzpreis.