Es ist einiges passiert seitdem, obwohl sich der HSV und Weidenhausen erst Ende Mai mit 2:2 getrennt hatten: Damals war es der große Tag der Abschiede, sportlich ging es um nichts mehr, Sören Gonnermann erzielte sein letztes Tor für die Adler. Gut drei Monate später: Der SVA ist in der neuen Saison nach fünf Spielen noch sieglos, Hünfeld startete mit fünf Siegen perfekt und hat das pure Momentum.
„Es ist immer aufregend, auch von außen, aber so soll Fußball ja auch sein. Keiner kriegt was geschenkt“, sagt Trainer Johannes Helmke, nachdem seine Mannschaft nun schon zweimal einen Rückstand in ein 2:1 gedreht hat: „Alle Spiele sind eng, auch das 6:1 in Kassel war das, obwohl es am Papier deutlicher aussah“. Fünf Spiele in Serie gewann der HSV nun, weiß aber nach dem Gastspiel bei Schlusslicht Hanau 93 bestens, dass es nur mit 100 Prozent geht. „Gerade in der ersten Halbzeit waren wir nicht gut drin. Wir müssen da auch am Mittwoch entsprechend sehr konzentriert sein und das Spiel voll annehmen“.
Dazu gehört die Vorbereitung auf dem Kunstrasen – denn dorthin geht es am Mittwochabend, da es am Rasen kein Flutlicht gibt. „Trotzdem wollen wir natürlich das Heimspiel wieder ziehen“, betont Helmke, der den Gegner kennt – und andersrum: „Für ein Derby ist es vielleicht schon etwas zu weit weg. Aber die Vereine haben ein freundschaftliches Verhältnis, wir haben schon viele Spiele gegeneinander gemacht, in der Verbandsliga und mittlerweile auch in der Hessenliga“. Mit Sören Gonnermann brach der Schlüsselspieler bei den Adlern im Sommer weg, mit Jan Gerbig absolvierte ein weiterer „Ausnahmespieler“ nach Sprunggelenks-Verletzung zumindest wieder Kurzeinsätze. Doch auch der HSV hat noch personelle Sorgen: Neben den langzeitverletzten Spielern wie Müller, Kümmel und Uth fehlte Jonas Simon am vergangenen Wochenende, Jemal Kassa musste in Hanau angeschlagen raus. Beide scheinen fraglich, und das in einer harten englischen Woche. Immerhin: Mit dem Duell gegen Weidenhausen und dem Spiel gegen Pohlheim am Samstag warten zwei Heimspiele und keine Auswärtsfahrten auf den HSV. „Wir hoffen, dass ein paar Zuschauer kommen“, sagt Helmke. Und die hoffen wiederum, dass die Hünfelder ihre tolle Serie ausbauen und sich oben festsetzen können. Der HSV könnte mit einem Sieg mit dem FC Eddersheim gleichziehen, der schon sechs Erfolge feierte und aktuell zwei Tore besser ist.
