Olaf Gabriel ist im Amateurfußball kein Unbekannter. Besonders in Thüringen hat der 62-jährige eine überzeugende Vita vorzuweisen. Den FC Schweina-Gumpelstadt – seine bisher letzte Trainerstation – führte er in der Thüringenliga (Verbandsliga) zweimal auf Rang drei. Einer seiner Schützlinge war Moritz Dittmann, der mit 43 Toren den Torrekord der Liga knackte und mittlerweile beim Regionalligisten SG Barockstadt Fulda-Lehnerz aufläuft. Nach 30 Jahren im Trainergeschäfte hatte Gabriel eigentlich abgeschlossen. „Die 30 Jahre haben Körner gekostet“, erklärt der Coach. Doch nachdem Hönebach angefragte, kam der Coach ins Grübeln. „Ich habe mir alles angehört und angesehen. Sie haben viele junge Spieler und Talente in der Mannschaft“. Der Grund für die Zusage und die Rückkehr auf die Trainerbank war allerdings der unermüdliche Einsatz der Eisenbahner: „Es ist beinahe unglaublich, wie sie sich bemüht haben. Es passt im Verein, auch drumherum“, so Gabriel, dem ein familiäres Miteinander und Kompetenz im Vorstand letztlich bei der Entscheidungsfindung geholfen hätten. „Ich würde es dem Verein und der Truppe wünschen, dass sie wieder in die Spur kommen“.
Der erste Eindruck stimmt Gabriel jedenfalls positiv. „Die Mannschaft ist sehr willig und engagiert“. Nach dem misslungenen Saisonstart möchte der Coach etwas ändern und der Mannschaft seinen Stempel aufdrücken. Gabriel stellte seine Trainingsinhalte und Fußballidee vor und sprach mit dem Team über die anstehenden Ziele. Dabei zeigte sich die Mannschaft sehr aufgeschlossen. „Es ist wichtig, dass wir eine Gemeinschaft werden. Wir können nicht jede Woche sagen, dass wir Pech haben. Das wäre zu einfach“. Mit dem SV Neuhof kommt das Team der Stunde nach Hönebach. Seit vier Pflichtspielen ist der SVN ohne Punktverlust und konnte beim amtierenden Meister Oberzell/Züntersbach drei Zähler mitnehmen. Gabriel ist sich bewusst, dass am Samstag ein schweres Spiel auf den ESV wartet. „Wir spielen ja fast gegen eine Weltauswahl“, schmunzelt er. Die Favoritenrolle schiebt er klar zu den Gästen. „Es muss nicht immer schlecht sein, wehmütiger an die Spiele herangehen zu müssen“, betont er. Mit Ausfällen der Innenverteidiger muss Gabriel bei seinem Debüt gleich ein glückliches Händchen beweisen. Besonders Manuel Schmidt sei unersetzbar. „Manche Spieler kannst du ersetzten, Manuel aber nicht“. Der Coach geht die Sache aber entspannt an. „Wir brauchen etwas Spielglück und die richtigen Leute, die sich in die Position reinspielen“
Duell der Aufsteiger im Witttiggrund
Vergangene Saison lieferten sich die FSG Vogelberg und der FSV Thalau in der Kreisoberliga Süd ein Meisterschaftsrennen, das es in sich hatte. Erst auf der Zielgeraden konnte die FSG den Titel holen. Der FSV setzte sich gegen FT Fulda und Dittlofrod/Körnbach in der filmreifen Relegation durch und stieg ebenfalls in die Gruppenliga auf. Am Freitagabend ist es nun soweit und die beiden Aufsteiger sehen sich ein halbes Jahr nach dem Vogelsberger 3:2-Sieg im Wittiggrund eine Liga höher an gleicher Stelle wieder. „Es war immer hart und stark umkämpft. Das wird ein anstrengendes Spiel auf Augenhöhe“, erwartet FSG-Trainer Kevin Steudter. Mit der Terminierung ist der Gäste-Trainer nicht ganz zufrieden, möchte es aber nicht als Ausrede nehmen. „Freitagabend ist immer etwas undankbar mit der Anreise. Viele kommen abgehetzt von der Arbeit“, erklärt er. Einen Favoriten sehe der Coach trotz der besseren Tabellensituation bei seiner Mannschaft nicht. Thalau möchte beim Aufsteiger-Duell sicherlich etwas mitnehmen, besonders vor heimischer Kulisse, so Steudter: „Aber wir wollen uns nicht auf dem Erreichten ausruhen. Das hat uns auch letztes Jahr auch stark gemacht“. In der KOL wurde die Rivalität mit dem FSV gepflegt, nun geht es in der Gruppenliga auch so weiter. Personell könne der Gäste-Trainer bis auf zwei Langzeitverletzte aus dem Vollen schöpfen. Thalau muss am Sonntag (15 Uhr) noch bei der SG Aulatal ran, Vogelsberg empfängt zur gleichen Zeit den TSV Künzell, der erst unter der Woche im Kreispokal strauchelte.
Am Samstag steigt außerdem ein interessantes Spiel zwischen Meister SGOZ und Aufsteiger Niederaula/Kerspenhausen, der die Derbypleite gegen Aulatal wettmachen will. Der Süd-Schlager heißt hingegen Schlüchtern gegen Freiensteinau.
Gruppenliga
Freitag
18 Uhr
Thalau – Vogelsberg
Bronnzell – Großenlüder
Samstag
16 Uhr
Oberzell/Züntersbach – Niederaula/Kerspenhausen (in Oberzell)
Sonntag
15 Uhr
Sickels – Bad Soden II
Elters/Eckweisbach/Schwarzbach – Neuenstein (in Elters)
Vogelsberg – Künzell (in Herbstein)
Hönebach – SV Neuhof
Schlüchtern – Freiensteinau
Aulatal – Thalau (in Oberaula)
