Zu der derzeitigen Lage erläutert Barbara Froese, Pressesprecherin am Klinikum Fulda: „Ursache hierfür sind krankheitsbedingte Ausfälle sowie ein akuter Mangel an ärztlichem Fachpersonal. Dadurch steht den Patientinnen und Patienten in der Region derzeit keine reguläre ambulante rheumatologische Versorgung zur Verfügung.“ Diese Lücke lasse sich von den niedergelassenen Hausärzten nicht schließen, da die Diagnose und Therapie in diesem Fachgebiet hochspezialisierte Kenntnisse erfordern. Das MVZ und das Klinikum Fulda würden derzeit daran arbeiten, die ambulante rheumatologische Versorgung neu zu strukturieren, um die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen auch künftig sicherstellen zu können. „Momentan können Hausärzte zumindest eine Basisversorgung übernehmen und notwendige Laborkontrollen durchführen, wenngleich sie in der Region stark ausgelastet und nicht speziell auf Rheumatologie fokussiert sind“, gibt Froese an und ergänzt: „Wichtig ist zudem, dass auch Hausärzte Biologika verordnen dürfen, wodurch laufende Therapien gesichert werden können.“
Neben dem Weg über die Hausärzte bleibe den Betroffenen lediglich der Weg zu den niedergelassenen Rheumatologen außerhalb von Fulda, erläutert die Pressesprecherin. Diese sitzen beispielsweise in Alsfeld, Kassel oder Bayern, dort sei aber mit langen Wartelisten zu rechnen und teilweise würden die Praxen auch keine neuen Patienten mehr aufnehmen. „Perspektivisch wird die Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung (ASV) die zentrale Struktur für Rheuma-Patienten in Osthessen sein. In diesem fachübergreifenden Modell arbeiten niedergelassene Ärzte und Klinikärzte eng zusammen, um eine spezialisierte Versorgung zu gewährleisten“, berichtet Froese. Aufgrund der begrenzten Kapazitäten müsse jedoch auch hier mit längeren Wartezeiten gerechnet werden. Ziel sei es, selbst unter den aktuell eingeschränkten personellen Ressourcen eine hochwertige Diagnostik und Therapie langfristig sicherzustellen. Dabei bleibe die stationäre Versorgung in dem Bereich am Klinikum Fulda, wenngleich die Kapazitäten angepasst werden: „Die Zahl der Betten für geplante Aufnahmen wurde von zehn auf sechs reduziert. Für Notfallpatienten steht die stationäre Versorgung jedoch weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung.“
Das MVZ Osthessen am Klinikum Fulda betreue im Bereich der Rheumatologie im Durchschnitt rund 300 Patientinnen und Patienten pro Quartal ambulant, erklärt die Pressesprecherin. „Damit ist das MVZ Osthessen am Klinikum eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene in der Region.“ Gleichzeitig zeige die hohe Zahl, wie groß der Versorgungsbedarf ist: „Auch im Vergleich zu den bundesweit rund 17 Millionen Rheuma-Patientinnen und -Patienten.“
