Lokales FD 25.09.2025

„Gelb Yellow Jaune“ – Neue Ausstellung in der Villa Walther

Fulda (pm/gü) – Die Ausstellung „Gelb Yellow Jaune“, die sich einem bislang kaum beachteten, aber entscheidenden Moment im Werk von Franz Erhard Walther widmet, ist ab Samstag in der „Villa“ Franz Erhard Walther zu sehen. Der Eintritt ist am gesamten Eröffnungswochenende kostenfrei.

Foto: Franz Erhard Walther Foundation

Im Zentrum der Ausstellung steht die Rekonstruktion einer für 1965 geplanten, jedoch aufgrund des unerwarteten Todes von Karlfried Staubach nie realisierten Einzelausstellung in der Galerie Junge Kunst Fulda. Damals sollten in acht Räumen acht gelbe Arbeiten gezeigt werden – sechs Handlungsstücke sowie zwei großformatige, raumbezogene Werke. Die farbliche Geschlossenheit der Arbeiten, als Hommage an Yves Klein, verweist auf die künstlerischen Diskurse der damaligen Avantgarde. Radikal war jedoch nicht nur die Farbwahl, sondern insbesondere der konsequente Raum- und Handlungsbezug der Werke.

Die Ausstellung in der „Villa“ vereint rekonstruierte und originale Arbeiten aus den Jahren 1963/64 und zeigt einen entscheidenden Wendepunkt in Walthers künstlerischer Entwicklung: den Moment der Festlegung auf zentrale Prinzipien seines Werkes. Tagebucheinträge aus jener Zeit – ebenfalls Teil der Ausstellung – gewähren tiefgehende Einblicke in den inneren Prozess der Werkfindung und machen die existenzielle Dimension dieses künstlerischen Anfangs deutlich. Die Jahre 1964/65 markieren zudem den Beginn der lebenslangen Zusammenarbeit von Franz Erhard und Johanna Walther. In ihrer gemeinsamen Düsseldorfer Wohnung begründeten sie die für das Werk prägende Aufgabenteilung in künstlerische und produktionstechnische Bereiche. Filmische Interviews mit beiden geben eindrückliche Einblicke in diese wegweisende Phase.

Um die Bedeutung von „Gelb Yellow Jaune“ im Kontext der Avantgarde Mitte der sechziger Jahre zu beleuchten, wird die Ausstellung ergänzt durch eine dokumentarische Übersicht zu prägenden Ausstellungen jener Zeit – unter anderem in Aachen, Düsseldorf, Krefeld und Köln. Kuratorin der Ausstellung ist Susanne Walther. Weitere Informationen unter www.villa-few.com.