Lokales FD 11.09.2025

Gefährliche Giftpflanze – Stadt geht gegen Riesen-Bärenklau vor

Fulda (as) – Blasen an der Haut und sogar Verbrennungen möglich: Riesen-Bärenklau, auch als Herkulesstaude bekannt, kann im direkten Kontakt ein schmerzhaftes Erlebnis für Mensch und Tier sein. Die invasive Pflanzenart hat sich auch in Fulda an vielen Orten angesiedelt. Die Stadt Fulda bekämpft mit verschiedenen Maßnahmen die weitere Ausbreitung, wie die zuständige Pressestelle mitteilt.

Symbolfoto: pixabay

Die Herkulesstaude ist in Fulda aufgrund ihrer hohen Reproduktionsfähigkeit inzwischen im gesamten Stadtgebiet sehr präsent, stellt Pressesprecherin Monika Kowoll-Ferger fest: „Sie wächst mittlerweile nicht mehr nur entlang der Fulda (dem ursprünglichen Haupt-Verbreitungsweg), sondern wir finden sie inzwischen auch in der Nähe von Spielplätzen, Sportanlagen oder auch entlang der Fuß- und Radwege durch die Aue.“ Die Stadt Fulda bekämpfe die Pflanze insbesondere zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit und mit dem Ziel, die weitere Verbreitung der Staude einzuschränken. Eine gänzliche Ausrottung hält sie jedoch für nicht sehr wahrscheinlich. Von Juli bis September erstrecke sich die Blütezeit der Staude: „Eine einzige Pflanze produziert zwischen 10.000 und 40.000 keimfähige Samen, die zudem eine hohe Keimungsrate besitzen. Damit ist das Reproduktionspotenzial außerordentlich.“

Hinzu kommt, dass die Staude relativ geringe Ansprüche für den Standort habe, wodurch ebenfalls eine Besiedlung von trockenen Standorten möglich ist, etwa an Verkehrswegen oder im innerstädtischen Raum, erklärt die Pressesprecherin „Vor diesem Hintergrund konzentrieren sich die Bekämpfungsmaßnahmen durch die Stadt tatsächlich auf die genannten Bereiche entlang von Fuß- und Radwegen sowie in der Nähe von Schulen, Kindergärten, Spiel- und Sportanlagen etc.; das heißt dort, wo Menschen und insbesondere Kinder unmittelbar gefährdet sind, in Kontakt mit der Pflanze zu geraten“, führt sie weiter aus. Um die Verkehrssicherheit aufrechtzuerhalten, habe die Stadt eine Fachfirma zur Bekämpfung der Staude beauftragt.

Zusätzlich werde in jedem Jahr eine Aktion zur Bekämpfung der Pflanzen an weiteren Standorten durchgeführt, erläutert Kowoll-Ferger: „Im Frühjahr arbeiten wir mit der sogenannten Heißwasserdampfmethode. Dabei wird heißer Dampf mittels Hochdruckaggregat über eine Lanze in den Vegetationskegel der Wurzelrübe getrieben.“ Bereits nach kurzer Behandlungsdauer von circa zehn bis 15 Sekunden pro Pflanze würden die behandelten Stauden absterben: „Auch die Wurzelrübe wächst nicht mehr weiter.“ Zusätzlich werde in kleineren Beständen die sogenannte Spatenmethode angewandt. Hierbei werde die Wurzel etwa zehn bis 15 Zentimeter unter der Erdoberfläche vom Vegetationskegel abgetrennt und mit der Schnittfläche nach oben abgelegt, damit die Pflanze nicht mehr nachwachse: „Richtig ausgeführt ist das Abstechen bei Einzelpflanzen die sicherste Methode, die sich bei kleineren Pflanzen auch während der gesamten Vegetationsperiode durchführen lässt.“

Je nach Witterungsverlauf entferne die Stadt Fulda außerdem etwa ab Anfang Juni die reifen Samenstände bei den Herkulesstauden, gibt die Pressesprecherin an: „Die zu diesem Zeitpunkt über zwei bis vier Meter hohen Pflanzen, deren Mitteldolde reif ist, werden gekappt und alle anfallenden Samenstände eingesammelt und der Entsorgung durch Verbrennung zugeführt.“ Da die Herkulesstaude eine zweijährige Pflanze sei, sterbe sie nach der Samenbildung ab.