Das Besondere an dieser WM war, dass nur Sprint, also ein Kurz-Distanz-Rennen, gefahren wurde. Zudem handelte es sich um eine Leistungsklassen-WM, bei welcher aus 23 Nationen jeweils die stärksten vier Sprinter in jeder Kategorie an den Start gingen.
Mit 15 weiteren deutschen Kanuten, unter anderem aus Rosenheim, Ludwigshafen, Köln und Augsburg, starteten Jäger und Zentgraf zur Weltmeisterschaft nach Tschechien. Nach der sechsstündigen Anreise standen die ersten Besprechungen aller Sportler mit den Nationaltrainern und -betreuern auf dem Plan.
Am nächsten Tag standen die ersten Trainingsläufe auf der Tagesordnung. Für die beiden Fuldaer war die Strecke jedoch nicht unbekannt, da sie im Vorfeld schon zwei, jeweils einwöchige, Trainingscamps vor Ort absolvieren konnten. Somit hieß es die nächsten fünf Tage, die "Linie" zu verfeinern und zu perfektionieren. Nach fünf intensiven Trainingstagen wurde die Weltmeisterschaft dann am Donnerstagabend feierlich eröffnet.
Der Startschuss
Der Freitag war vollgepackt mit den Sprintvorläufen. Das große Ziel war es, eines der 15 begehrten Tickets für die Finalläufe am Samstag zu sichern.
Anne Jäger konnte sich unter 35 weiblichen Sportlern beweisen und kämpfte sich mit einem starken zweiten Lauf auf Rang sieben. Das Ticket für das Finale war somit gelöst. Und nicht nur das war gesichert, auch der heiß umkämpfte Platz für die Sprintmannschaft war damit gesichert, da sie zu den drei schnellsten deutschen Damen auf der WM-Strecke zählte.
Jasper Zentgraf zeigte mit zwei starken Läufen, dass mit ihm im Sprint auf Weltklassenniveau zu rechnen ist. Jedoch verpasste er mit Rang 16 das Finale. Trotzdem konnte er sich als zweitschnellster Deutscher das umkämpfte Ticket für die Mannschaft sichern.
Der krönende Abschluss
Am letzten Renntag der Weltmeisterschaft standen sowohl die Final- als auch die Mannschaftsläufe an: Ein Tag, an dem die Karten neu gemischt werden sollten. Anne Jäger konnte sich an diesem Tag den zwölften Platz sichern. Damit beendete sie ihre Einzel-Sprint-Rennen als zweitschnellste Deutsche.
Am Nachmittag gingen die Sprintmannschaften an Start. Jäger konnte mit Luisa Puttkammer (Düsseldorf) und Lisa Köstle (Rosenheim) den krönenden Abschluss erzielen und sicherte sich mit ihrer schnellen Mannschaft die Bronzemedaille in einem sehr starken Feld.
Zentgraf ging im Mannschaftslauf mit Nicolas Niederle-Gomez (Düsseldorf) und Marcel Blum (Ludwigshafen) bei den Herren an den Start. Am Ende konnten sich die Drei den siebten Platz in einem anspruchsvollen Rennen sichern.
Nach einer erfolgreichen Woche gefüllt mit neuen Erfahrungen, Erlebnissen und einer Bronzemedaille im Gepäck machte sich der Fuldaer Tross am Sonntag schließlich wieder auf den Nachhauseweg.
