Campus 09.09.2025

„Erfolgsmodell“ duales Studium: Neue Angebote in Fulda

Fulda (pf/pm) – Dual studieren ist in: Sowohl für die Studierenden selbst, als auch für Unternehmen sowie die Hochschule Fulda bringt das duale Studium viele Vorteile mit sich. Dieser „Wachstumsmotor“ soll genutzt werden, um Angebote zu erweitern: Zum Wintersemester 2025/2026, das im Oktober beginnt, kommen an der Hochschule Fulda zwei neue duale Studiengänge hinzu: der Bachelor Betriebswirtschaftslehre dual und der Bachelor Sozialrecht dual. Damit bietet der Standort insgesamt 17 duale Studiengänge an.

Stellten das duale Studium an der Hochschule Fulda näher vor (von links): Mirco Pfohl, Prof. Dr. Karim Khakzar, Laura Alles, Ilona Jehn und Prof. Dr. Jörg Kreiker. Fotos: Pascal Fischer

Ein „Erfolgsmodell“ sei das duale Studium laut Fuldas Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar. Sowohl die Hochschule selbst als auch die Unternehmen, und natürlich auch die Studierenden selbst, profitieren von diesem Dreiecksverhältnis, das in Fulda bereits verankert ist: Über 1100 dual Studierende gibt es in Fulda auf dem Campus – immerhin gut 14 Prozent aller Studierender der Hochschule. Die Zahl war in den vergangenen Jahren stetig und linear gewachsen. Auch im Hessenvergleich ist dies eine beachtliche Zahl. Aktuell liegt die Hochschule Fulda damit auf dem zweiten Platz, nur an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) mit mehreren Standorten im Land gibt es noch mehr dual Studierende. „Wir freuen uns, dass wir das Angebot an dualen Studiengängen in enger Abstimmung mit unseren Praxispartnern stetig ausbauen konnten und sich viele junge Menschen für ein duales Studium an unserer Hochschule entscheiden. Insbesondere bei diesen Studiengängen rücken wir als Hochschule für Angewandte Wissenschaften die praxisorientierte Ausbildung besonders stark in den Fokus“, betonen Khakzar und der Vizepräsident für Lehre, Studium und Digitalisierung, Prof. Dr. Jörg Kreiker.

Neu dabei sind ab dem Wintersemester die Studiengänge Bachelor Betriebswirtschaftslehre dual und der Bachelor Sozialrecht dual. Ersterer verbindet betriebswirtschaftliches Know-How mit wertvollen Praxiserfahrungen. Der klassische Studiengang Sozialrecht wiederum schwächelte zuletzt etwas, so Kreiker. Mit dem Dual-Angebot erhoffe sich die Hochschule wieder einen Aufschwung und schafft ein Angebot für jene, die beispielsweise in Behörden arbeiten wollen und im Beruf mit Juristen „auf Augenhöhe“ kommunizieren müssen. Über die Entwicklung zeigte sich die Hochschul-Spitze erfreut. Ein Wachstumsfeld, das in Zukunft noch angegangen werden könne, sei, eine Schnittmenge von dual und international studierenden zu schaffen. „Die überschneiden sich leider noch nicht“, so Kreiker.

Nicht nur die Hochschule profitiert durch duale Studiengänge: Über 320 Praxispartner – darunter Unternehmen, Organisationen, Institutionen und Kommunen aus der Region und darüber hinaus – arbeiten mit dual Studierenden der Hochschule Fulda zusammen. Stellvertretend sprach Laura Alles als Vertreterin von GLS aus Neuenstein. Der weltweit etablierte Paketdienst habe seit einigen Jahren dual Studierende beispielsweise in Logistikmanagement oder auch – jetzt neu – in der Betriebswirtschaftslehre. Alles sprach von „vielen Vorteilen“, Innovation durch die Fachkräfte sowie einer starken Partnerschaft: „Ich kann nur Gutes berichten“. Auch die Kombination aus Theorie und Praxis sei wertvoll: „Durch das duale Studium gewinnen wir wichtige Fachkräfte, die wir praxisnah und passgenau für unser Unternehmen ausbilden können“, so der People Development Specialist bei GLS. Sie lobte auch die Zusammenarbeit mit der Hochschule und Ansprechpartnern, die stets ein offenes Ohr hätten.

Die durchgängige Praxisnähe bezeichnete auch Mirco Pfohl als großen Gewinn für dual Studierende: Er hat den dualen Studiengang Mechatronik an der Hochschule Fulda absolviert und macht nun seinen Master im Fachbereich Wirtschaft. Währenddessen arbeitet Mirco Pfohl bei FFT in Fulda: „Das duale Studium hat mir die Möglichkeit gegeben, Praxis und Theorie direkt miteinander zu verknüpfen. Das Gelernte aus der Vorlesungszeit konnte oft direkt im Unternehmen angewendet werden, wodurch der Einstieg zu meinen Aufgaben mir leichter fiel. Gleichzeitig konnte ich mich während des Semesters voll auf das Studium konzentrieren, da ich finanziell unterstützt wurde – und so keinem Nebenjob nachgehen musste“, sagte Pfohl, der sehr gute Erfahrungen gemacht habe und sich gut für den Beruf vorbereitet sah. Er würde jederzeit wieder dual studieren: „Das ist einfach schön gelöst. Man hat den gleichen Aufwand, das Geld bringt Vorteile und man geht keine Verpflichtungen an Wochenenden oder Abenden ein“.

Die Hochschule Fulda, bei der duale Studiengänge – ausbildungs- und praxisorientiert – in den Bereichen Technik, Gesundheit, Soziales, Ernährung sowie Wissenschaft und Recht angeboten werden, will in Zukunft die Verzahnung von Theorie und Praxis weiter fördern und auch den Kontakt zu den Unternehmen pflegen: „Der Kampf um Fachkräfte wird in den kommenden Jahren aufgrund der demographischen Entwicklung noch deutlich zunehmen. Unternehmen und Einrichtungen aus dem öffentlichen Bereich müssen daher so früh wie möglich talentierte Nachwuchskräfte an sich binden. Im akademischen Bereich ist das duale Studium die wohl effektivste Form zur Fachkräftegewinnung. Dies haben viele Arbeitgeber inzwischen erkannt, und die Zahl der kooperierenden Praxispartnereinrichtungen steigt kontinuierlich an, worüber wir sehr erfreut sind“, so Präsident Khakzar, der von sehr geforderten, aber auch stark engagierten jungen Menschen sprach, die an der Hochschule dual studieren. Der Altersdurchschnitt beim Abschluss liege bei knapp unter 24 Jahren, die meisten würden diesen in der Regelstudienzeit schaffen.

Ilona Jehn, stellvertretende Leiterin für den Bereich Forschung und Transfer an der Hochschule, gab noch einen Überblick über den Einstieg ins duale Studium: Im Idealfall stellen Bewerber ein Jahr vor Semesterbeginn ihre Unterlagen zusammen, da dann auch die Unternehmen ihre freien Plätze ausschreiben würden. Aktuell, nach den Sommerferien, könne sich also gut für das Wintersemester 2026/27 beworben werden. Sowohl die Hochschule als auch die Praxispartner seien kompetente Ansprechpartner für Interessierte. Die Bildungsmesse in Fulda am kommenden Wochenende bietet ebenfalls Möglichkeit für Rückfragen, ob am Hochschul-Stand oder direkt bei den Unternehmen.

 

Neuer dualer Bachelor-Studiengang: BWL

Studierende kombinieren im neuen Bachelor-Studiengang BWL dual betriebswirtschaftliches Know-how mit wertvoller Praxiserfahrung und werden so optimal auf die Herausforderungen der modernen Wirtschaft vorbereitet. Sie beschäftigen sich mit spannenden Fragestellungen: Wie entwickeln Unternehmen zukunftsweisende, nachhaltige Strategien? Wie meistern sie den globalen Wettbewerb?

Wie setzen sie sich zielgerichtet mit komplexen Finanz-, Marketing- und Personalthemen auseinander? Die dual Studierenden erwerben ein breites Wissen und arbeiten gleichzeitig in einem innovativen Partnerunternehmen der Hochschule Fulda, um das Erlernte direkt in der Praxis umsetzen zu können.

Neuer Dualer Studiengang: Sozialrecht/Migration und Recht

Beide duale Bachelor-Studiengänge vermitteln rechtswissenschaftliche, soziale und ökonomische Kompetenzen für ein breites Tätigkeitsfeld im Bereich des Sozialrechts sowie des Migrationsrechts und der Migrationsrechtsberatung - dabei ist der Studiengang Sozialrecht mit dem Schwerpunkt Migration und Recht eine neue Vertiefung des bereits bestehenden Studiengangs Sozialrecht. Die neue Variante ist deutschlandweit einzigartig. Die Belegung ist ab kommendem Wintersemester 2025/ 2026 möglich. Das Studium vermittelt Wissen über zentrale Themen unserer aktuellen Migrationsgesellschaft, die von hoher wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Bedeutung sind. Das duale Studium – in beiden Studiengangs-Varianten – ermöglicht eine intensive Theorie-Praxis-Verbindung.