Leichtathletik 17.09.2025

Deutsche Meisterschaft – Drama: Sechs Punkte fehlen zu Bronze

Leverkusen (pm/pf) – Ein letztes Mal in diesem Jahr wurden am Wochenende in der Leichtathletik Deutsche Meisterinnen und Meister in Stadion-Disziplinen gekürt: Am Samstag kämpften die Talente der U20 und U16 mit ihren Vereinsteams um Edelmetall, und mit dabei war nach einem starken Jahr auch die Startgemeinschaft Hünfeld-Eichenzell-Flieden, die eine dramatisch Geschichte schreiben sollte. Austragungsort war die Fritz-Jacobi-Anlage in Leverkusen.

Fotos: Verein

Und Teamgeist ist bei diesen Titelkämpfen Trumpf. In der männlichen und weiblichen U16 sowie U20 haben sich gemäß Rangliste die acht stärksten Vereine/Startgemeinschaften Deutschlands für die Team-DM in Leverkusen qualifiziert. Darunter bei der weiblichen U16 das Team der Startgemeinschaft Hünfeld-Eichenzell-Flieden – qualifiziert über Platz fünf der Rangliste.

Das Prinzip: Drei Starter pro Team und Disziplin sind zugelassen, zwei davon kommen in die Wertung für das Mannschaftsergebnis. Dabei sind die Talente vielseitig einsetzbar, jeder Athlet darf in bis zu drei Einzeldisziplinen sowie einer Staffel starten. An Disziplinen sind bei der WJU16 zu bewältigen: 100 Meter, 800 Meter, 3000 Meter, 4x100 Meter, 80 Meter Hürden, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoß, Diskuswurf und Speerwurf.

 

Underdogs aus Osthessen zum zweiten Mal in Folge dabei

Im vergangenen Jahr hatte so niemand die Underdogs aus Osthessen auf dem Zettel, und das Team holte dort die Deutsche Vize-Meisterschaft. Und auch beim Blick auf die nationalen Vorberichte in diesem Jahr war die Mannschaft – trotz des letztjährigen Erfolgs und der erneut guten Platzierung in der Rangliste – außer bei ein paar Insidern wenig genannt worden.

Um bei solchen Wettkämpfen bestehen zu können, ist auch eine starke „Ersatzbank“ nötig. Und das Team war breit aufgestellt. Von der Startgemeinschaft waren in Leverkusen mit dabei (in Klammern die Starts: Amelie Witzel (Hochsprung, Kugelstoß, Speerwurf), Anna Diel, Ella Kayser (Speer), Emma Lotz (800m), Emma Röhrdanz (100m, 80m Hürden, Hochsprung, 4x100m), Hannah Sattler (3.000m), Joelina Cean (3.000m), Lena Dehler (Kugelstoß, Diskus), Lia Maja Laudt (Hoch- und Weitsprung), Lotta Roth (Weitsprung, 4x100m), Lotte Schwarz (100m, 800m, Speer, 4x100m); Marielle Beckmann (Diskuswurf), Nika Marie Henkel (100m, 4x100m), Svea Witzel (4x100m), Thea Marquart (800m); alle Hünfelder SV; sowie Frieda Auerbach (4x100m), Lawen Maiello (80m Hürden, Kugelstoß, 4x100m), Malia Bohl (Weitsprung, 4x100m), Mara Gutermuth (80m Hürden, Diskus); alle vom TLV Eichenzell.

 

Sponsoren unterstützen – dann geht es los

Angereist wurde wegen des frühen Wettkampfbeginns bereits am Freitagnachmittag im Anschluss an die Schule. Der Wettkampftag wurde vorbesprochen, und die Mädels erhielten je einen von Spor Becker in Hünfeld gesponsorten Hoodie und ein von der „Dr. Hans und Hildegard Medler Stiftung“ gesponsortes T-Shirt, die ein einheitliches Auftreten ermöglichten.

Am Samstag ging es dann in Leverkusen bereits um 9.30 Uhr mit dem Startschuss für die 3000 meter los. Das Ergebnis konnte sich auch gleich sehen lassen: Joelina Cean und Hannah Sattler liefen neue persönliche Bestzeiten und kamen auf den Plätzen zehn und elf ins Ziel. Nach der ersten Disziplin bedeutete das Platz vier. Die zweite Disziplin, das Kugelstoßen, beendeten Lena Dehler, Amelie Witzel und Lawen Maiello auf den Plätzen sechs, elf und 13. Danach stand Platz drei in der Gesamtwertung. Danach die 80 Meter Hürden: Emma Röhrdanz, Lawen Maiello und Mara Gutermuth landeten hier auf den Plätzen vier, zwölf und 19. Gutermuth hat in ihrem Lauf Pech, das Mädel auf der Bahn neben ihr stürzte und behindert sie deutlich. Sie durfte dann nochmal laufen – alleine gegen die Uhr – mit dem Lauf davor in den Knochen.

Als nächstes war Speerwurf dran. Amelie Witzel, Ella Kayser und Lotte Schwarz auf den Plätzen fünf, 14 und 20. Und das Team aus Osthessen damit wieder auf Platz vier. Witzel verbuchte obendrauf eine neue Bestleistung von 32,23 Metern. Anschließend standen die 100 Meter auf dem Plan und damit sprichwörtlich die Halbzeit: Die Zeiten waren aufgrund der Witterung nicht überragend, aber auch nicht schlecht: Die Plätze sechs, neun und 16 für Emma Röhrdanz, Nika Marie Henkel und Lotte Schwarz waren solide. Die Halbzeitbilanz: Platz vier mit 5226 Punkten.

 

Halbzeitbilanz: 174 Punkte mehr als bei der Hessenmeisterschaft

Als nächstes wurde der Diskuswurf fertig, nachdem der Zeitplan etwas durcheinandergeraten war: Lena Dehler, Marielle Beckmann und Mara Gutermuth standen am Ende auf den Plätzen vier, zwölf und 15. In der Gesamtwertung lag die Mannschaft damit weiter auf Platz vier. Bestleistungen gab es für Dehler und Gutermuth mit 29,05 beziehungsweise 24,50 Metern. Danach ging es an den Hochsprung: Amelie Witzel, Emma Röhrdanz und Lia Maja Laudt mit den Plätzen zwei, acht und 13. Röhrdanz und Laudt konnten zwar gleiche Höhen wie ihre Konkurrentinnen verbuchen, den Platzierungsunterschied machten aber die Fehlversuche aus. In der Gesamtwertung kletterte die Mannschaft trotzdem auf Rang drei und für Witzel gab es die Bestleistungshöhe von 1,65 Metern. Es folgten die 800 Meter mit Thea Marquart, Lotte Schwarz und Emma Lotz und den Plätzen acht, elf und 19, die das Team auf Platz zwei brachten – das zu halten, schien aber unmöglich.

Der Weitsprung war als vorletzte Disziplin dran. Malia Bohl, Lotta Roth und Lia Maja Laudt waren am Start, Bohl und Roth waren sogar hochgestartet, da sie noch zur weiblichen U14 gehören. In Kenntnis des Punktestandes flatterten bei allen ganz schön die Nerven: Am Ende wurden es hier die Plätze neun, zwölf und 14. In der Gesamtwertung fiel die Mannschaft wieder auf Rang vier zurück. Die abschließende 4x100 Meter-Staffel musste also die Entscheidung bringen: Die erste Staffel in der Besetzung Nika Marie Henkel, Lotte Schwarz, Svea Witzel und Emma Röhrdanz wurde Zweiter; die zweite Staffel in der Besetzung Malia Bohl, Frieda Auerbach, Lotta Roth und Lawen Maiello kam auf Platz neun.

 

Enges Rennen um Bronze

Dann war schon Enttäuschung zu spüren: Läppische sechs Punkte fehlten in der Gesamtwertung zu Bronze und damit einem Treppchenplatz. Doch die Mädels der StG Südwest Berlin waren objektiv gesehen diesen Hauch besser. Veranschaulicht: 0,1 Sekunden bei der Staffel, einen Zentimeter beim Hochsprung, 0,09 Sekunden bei den 80 Meter Hürden oder 15 Zentimeter beim Kugelstoßen – das war in jeder Disziplin fast nichts.

Abgeschlossen hat die Startgemeinschaft aus Osthessen den Wettkampf mit 10.555 Punkten – 284 Punkte mehr als beim Gewinn der Hessischen Meisterschaft am 1. Mai in Darmstadt. Auch das war eine tolle Leistung. Der Blick geht nun nach vorne. Und klar war auch: Platz vier von ganz Deutschland ist alles andere als ein Pappenstiel – die Mannschaft war zurecht auch stolz. Nächstes Jahr soll es dann heißen: Auf ein Neues, dann auch bei der U20. Der Dank der Aktiven galt zudem natürlich allen Eltern, Trainern und Sponsoren.

 

Team DM, Weibliche Jugend U16:

1. StG Rhede-Sonsbeck (10.729)

2. ART Düsseldorf (10.654)

3. StG Südwest Berlin (10.561)

4. StG Hünfeld-Eichenzell-Flieden (10.555)

5. StG Darmstadt/Gelnhausen/Egelsbach (10.474)