Im Fokus steht eine Studieneinheit, die sich mit einer Vertiefung der Ergebnisse der sechsten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung befasst und aus fundamental- sowie pastoraltheologischer Perspektive nach Handlungsoptionen für die katholische Kirche fragt. „Hier gilt es, Folgearbeit zu leisten, die Ergebnisse der Studie aufzugreifen und nochmal intensiver in die Beratungen zu gehen“, betonte Dr. Georg Bätzing. Während der Vollversammlung werden außerdem aktuelle Aspekte zu Fragen der Aufarbeitung und Aufklärung sexuellen Missbrauchs sowie dem Fortgang des Synodalen Weges der Kirche in Deutschland behandelt. „Auch damit werden wir uns wieder befassen und wollen, in engem Austausch mit Rom, über eine entsprechende Satzung beraten“, verkündete Bischof Bätzing in seinem Auftaktstatement.
Weitere Themen der Beratungen sollen außerdem die Lage im Nahen Osten, die Rolle der Kirche im Bereich Migration und Integration sowie die Befassung mit dem pastoralen Umgang während der Corona-Pandemie sein. „Der Nahost-Konflikt besorgt uns. Ein Auslöser war natürlich der Hamas-Terror, der unendliches Elend hervorgerufen hat“, fand Bätzing bezüglich des Krieges im Gazastreifen deutliche Worte: „Wir stehen an der Seite Israels. Allerdings, und das ist mir auch persönlich wichtig, kritisieren wir die Vorgehensweise der israelischen Regierung aufs Schärfste. Das ist menschenverachtend. Es kann nur eine Zwei-Staaten-Lösung geben. Das ist das, worauf die Weltpolitik hinarbeiten muss.“ Darüber hinaus berät die Vollversammlung bezüglich des Verhältnisses der katholischen Kirche zu den Sinti und Roma während der Zeit des Nationalsozialismus und einer Stellungnahme der deutschen Bischöfe zum Wehr- und Freiwilligendienst.
Zu Beginn seines Auftaktstatements sprach Dr. Georg Bätzing außerdem zwei ebenfalls aktuelle Themen an: Zum einen den Ukraine-Konflikt, für dessen Beendigung der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz nur eine Lösung sieht: „Der Aggressor Putin muss die Waffen niederlegen.“ Zum anderen verwies Bätzing auf den steigenden Antisemitismus in Deutschland und forderte die demokratische Mitte der Bundesrepublik auf, zusammenzuhalten: „Das gesellschaftliche Klima darf nicht von Spaltern bestimmt werden“, verdeutlichte der Bischof von Limburg und verwies explizit auf die Alternative für Deutschland (AfD): „Die AfD sieht Potenziale in den konservativen Lagern der Kirche. Aber dieser völkische Nationalismus ist mit dem christlichen Weltbild nicht zu vereinbaren. Ich rate davon ab, diesen Spaltern noch mehr Stimmen zu geben.“
