Für die Entlastung will die Bundesregierung für 2026 die Netzentgelte senken. Damit sind Kosten gemeint, die bei der Nutzung eines Stromübertragungsnetzes entstehen und von den Energieversorgern auf die Kosten bei den Verbrauchern umgeschlagen werden. Zur Gegenfinanzierung will die Regierung dann 6,5 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfond investieren. Eine angekündigte Senkung der Stromsteuer für alle, wie sie noch im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD festgehalten wurde, ist nach der öffentlichen Kritik nun nicht mehr geplant.
Die RhönEnergie Fulda GmbH begrüße grundsätzlich die Ankündigung der Bundesregierung, die Netzentgelte für die großen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW zu senken, erläutert Pressesprecher Dr. Volker Nies auf Nachfrage: „Diese Unternehmen betreiben die Höchstspannungsnetze, die für den überregionalen Stromtransport zuständig sind.“ Was die angekündigte Sendung aber für die OsthessenNetz, die Netzgesellschaft der RhönEnergie Gruppe, sowie die Verbraucher im Netzgebiet konkret bedeuten würden, lasse sich aktuell noch nicht beziffern. Wie stark ein Haushalt oder ein Unternehmen von der Absenkung der Übertragungsnetzentgelte profitiere, sei regional sehr unterschiedlich. „Es ist zum einen abhängig davon, wie viel Strom im jeweiligen Verteilnetz aus dem Übertragungsnetz entnommen wird, zum anderen von der Kundenstruktur in dieser Region“, gibt Nies an. Nicht zuletzt sei offen, wie stark die vorgesehene Entlastung der Übertragungsnetzentgelte tatsächlich wirke: „Denn die Entlastung wirkt auf die noch nicht festgelegten Übertragungsnetzentgelte des Jahres 2026 und nicht auf diejenigen des Jahres 2025.“
Der Pressesprecher berichtet: „Wichtig für eine reibungslose Umsetzung der Entlastung ist, dass bis Anfang Oktober die notwendigen gesetzlichen Beschlüsse gefasst werden.“ Nur dann könnten die Netzbetreiber den Zuschuss entgeltmindern zum 1. Januar 2026 einberechnen: „Auch die Energieversorger haben feste gesetzliche Fristen für die Einbeziehung der Entlastung in die Energiepreise.“ Wichtig sei ebenfalls, dass die Bundesregierung ihre Ankündigung auch so umsetze, ergänzt er: „Ende 2023 sollten schon einmal 5,5 Milliarden Euro vom Bund als Zuschuss an die Übertragungsnetzbetreiber für das Jahr 2024 gezahlt werden. Das ist dann aber nicht realisiert worden.“
