Zwar zeigte sich das Wetter am Morgen noch durchwachsen, doch der leichte Regen wurde vielerorts als „Freudentränen“ gewertet – pünktlich zum offiziellen Start um 12 Uhr klarte es auf und es herrschten beste Bedingungen für Wanderfreunde. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher zog es nach Antrifttal – viele davon nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch aus anderen Bundesländern. Der wohl weiteste Weg führte einen Teilnehmer aus Husum auf Nordstrand ins Vogelsbergdorf. Die Bierwanderung ist mittlerweile das Aushängeschild der kleinsten Gemeinde im Vogelsbergkreis mit rund 1800 Einwohnern. Die gewachsene Vereinsgemeinschaft beeindruckte erneut mit einem vielseitigen Angebot an insgesamt neun Stationen. Kulinarische Spezialitäten, frisch gezapfte Biere vom Fass und die idyllische Mittelgebirgslandschaft machten das Event für die zahlreichen Gäste zu einem besonderen Erlebnis.
Die Organisation stand in diesem Jahr vor neuen Herausforderungen: Vorgaben des Hessen Forst (Forstamt Romrod) erforderten Anpassungen in der Streckenplanung. Durch das große Engagement aller Beteiligten – allen voran Bürgermeister Dietmar Krist – konnte die Veranstaltung wie geplant stattfinden. Die beliebte Waldstrecke blieb erhalten, und die Straße zwischen Seibelsdorf und Ohmes wurde ganztägig gesperrt, um eine entspannte Wanderung auf knapp elf Kilometern zu ermöglichen. Bei der letzten gemeinsamen Sitzung vor dem Event wurden mit allen teilnehmenden Vereinen und Stationen die organisatorischen Details besprochen, um den Gästen erneut eine Veranstaltung mit hochwertiger Gastronomie, regionaler Braukunst und landschaftlicher Schönheit zu bieten. Die Strecke wurde zwei Tage vor dem Termin ausgeschildert, zudem stand ein QR-Code zur digitalen Navigation bereit. „Jede Station war ab 11.30 Uhr startklar und bestens auf die Besucher vorbereitet“, sagte Daniel Schuch, Präsident des Eintracht-Fanclubs Katzenberg, der als Veranstalter und Hauptorganisator auftritt.
Erstmals kam in diesem Jahr ein umfassendes Sicherheitskonzept zum Einsatz. Die Freiwillige Feuerwehr Antrifttal war an jeder Station präventiv präsent – mit einsatzbereiten Kräften und Ausrüstung. Auch das Deutsche Rote Kreuz vom Ortsverein Kirtorf war über den gesamten Tag hinweg regelmäßig auf der Wanderstrecke unterwegs, stand in ständigem Kontakt mit Verantwortlichen und war bei Bedarf sofort zur Stelle. Das sorgte für große Anerkennung bei den Gästen. Auch wirtschaftlich war die Veranstaltung ein Erfolg. Zahlreiche Pensionen, Hotels und Ferienwohnungen im Umkreis waren ausgebucht. Regionale Brauereien, Getränkefachgroßhändler, Metzgereien und Bäckereien profitierten von der hohen Besucherzahl und konnten teils deutliche Umsatzsteigerungen verzeichnen. Viele persönliche und durchweg positive Rückmeldungen bestätigten den Veranstaltenden die gelungene Umsetzung. Laut Feuerwehr, DRK und Veranstalter verlief die Bierwanderung friedlich und ohne nennenswerte Zwischenfälle. Menschen aller Altersgruppen waren vertreten und erlebten einen stimmungsvollen und harmonischen Tag.
Auch der soziale Aspekt kam nicht zu kurz: An jeder Station stand eine Spendendose des Vereins Alsfeld erfüllt Herzenswünsche. Der Verein unterstützt Menschen, die aufgrund geistiger, seelischer oder körperlicher Einschränkungen oder wegen ihrer wirtschaftlichen Lage auf Hilfe angewiesen sind. Die gesammelten Spenden werden in den kommenden Wochen übergeben. Der Termin für die zehnte Auflage steht bereits fest: Am Sonnabend, 22. August 2026, kehrt die Antrifttaler Bierwanderung zurück.
