Lokales FD 08.09.2025

Bauernmarkt Poppenhausen – „Wir stehen für unsere Heimat“

Poppenhausen (sk) – Volle Straßen und Plätze gab es am Sonntag wieder in Poppenhausen beim jährlichen Bauernmarkt: Zahlreiche Besucher waren gekommen, um zu stöbern und regionale Produkte zu genießen. Gleichzeitig war es das letzte Mal, dass der Markt von „Rhönkanzler“ Manfred Helfrich eröffnet wurde. Ein Geschenk vom scheidenden Bürgermeister erhielt außerdem Familie Grösch – seit 35 Jahren sind sie als Beschicker dabei.

Bürgermeister Manfred Helfrich, Irmgard Grösch, Petra Grösch und Landrat Bernd Woide. Foto: Stefan Krug

Irmgard Grösch, früher gemeinsam mit ihrem verstorbenen Mann Karl und jetzt mit ihrer Tochter Petra und der ganzen Familie, verkauft nicht nur Honig- und Wollprodukte. In ihrem Stand direkt vor dem Rathaus gibt sie auch Schauvorführungen mit dem Spinnrad, ununterbrochen seit dem ersten Markt vor 35 Jahren. Wie Thorsten Raab, Leiter der hessischen Verwaltungsstelle dazu anerkennend bemerkte, ist der Markt damit sogar ein Jahr älter als das Biosphärenreservat.

Bürgermeister Manfred Helfrich begrüßte dann auch die Gäste bei bestem Wetter, „dort wo die Rhön besonders schön ist“. Entstanden sei der Markt aus der Dorferneuerung Gackenhof auf Initiative des damaligen Landrats Fritz Kramer: „Das Thema ist weiter aktuell – Handwerk und Bauern. Diese Initiative ist ein Schaufenster für die Leistungsfähigkeit unserer Region. Es ist heute ein Markt, der eine überregionale Anziehung erfährt, der die Dreiländerregion Hessen, Thüringen und Franken abbildet. Weiter hat er eine ganz besondere soziale Bedeutung, das so viele hierherkommen, sich austauschen, einkaufen und sich kennenlernen. Und das weit über die Grenzen der Rhön hinaus.“ Lob fand Helfrich dabei für die hessische Landesregierung, welche erstmals ein Heimatministerium eingerichtet hat: „Wir stehen für unsere Heimat, für unsere Heimat in der Region und das wollen wir auch leben. So begrüßen wir diese Initiative, die auch einige Förderprojekte haben wird.“

Auch Landrat Bernd Woide ließ es sich nicht nehmen, den Markt zu besuchen: „Liebe Gäste, ein herrliches Bild bei herrlichem Wetter. Der 35. Handwerker- und Bauernmarkt – ein schönes und stolzes Jubiläum. Vor 35 Jahren war das Thema Regionalität sicher noch nicht in aller Munde, dass hat sich geändert. Zu schauen, wo lebe ich in dieser herrlichen Landschaft Rhön, aber auch zu schauen, dass es Menschen gibt, die hier arbeiten. Die Menschen, die hier als Landwirte und Handwerker tätig sind einmal in den Mittelpunkt zu stellen. Es ist auch nicht selbstverständlich mit einem kleinen Handwerksbetrieb, einer kleinen Landwirtschaft, sich dann am Sonntag auch noch hierhin zu stellen. Deshalb sollten wir auch Dank sagen, dass wir hier in der Rhön so etwas haben.“

Von Anfang auch dabei war auch die IHK. Hauptgeschäftsführer Michael Konow konnte dabei aus Australien berichten, wo der Wunsch nach Regionalität ebenso groß ist: „Umso schöner ist es dann, so etwas auch genau hier in Poppenhausen zu finden.“ Konow dankte besonders auch Manfred Helfrich, seit 35 Jahren anfangs dabei als Beigeordneter und die längste Zeit als Bürgermeister von Poppenhausen: „Man kann sich Poppenhausen ohne den ‚Rhönkanzler‘ gar nicht vorstellen. Aber mit dem, was sie geschaffen haben, wird es natürlich weitergehen.“

Thorsten Raab lobte die Zusammenarbeit: „Es ist einfach schön hier zu sein. Der Markt zeigt, wie weit ihr damals schon wart. Ihr habt mit dem Markt schon ein Jahr vor der offiziellen Gründung des Biosphärenreservats angefangen. Wir haben gut zusammengearbeitet in der Zeit. Und es zeigt sich jedes Jahr, dass der Markt nicht nur gefeiert, sondern auch gelebt wird. Die Austeller sind da, die Gäste sind da – das ist gelebte Regionalität und Zusammenarbeit.“ Auch Johannes Metz, Geschäftsführer der Rhön-GmbH, betonte wie sehr der Markt zeige, wie Zusammenarbeit und Regionalität funktioniert: „Woanders werden Firmen und Arbeitsplätze abgebaut. Aber wir können nicht die Wasserkuppe abbauen. Wir können nicht das Wissen und Können der hiesigen Beschicker abbauen und woanders hinbringen.“

Verantwortlich für den Markt ist Tourismus-Managerin Andrea Müller in der Gemeindeverwaltung – und das auch schon seit 20 Jahren. Sie betonte, dass bei den Beschickern darauf geachtet wird, dass die Produkte aus der Region kommen: „Wir sind froh über regionale Produkte genau hier aus unserer Heimat. Vieles sind ganz besondere Produkte, hinter denen viel Herzblut steht. Auch wenn neue Stände da sind, achten wir darauf, dass es wirklich nur die Produkte sind, die aus der Region kommen und die wir hier wollen.“ Dass sie mit der Auswahl der Stände den Geschmack der Gäste traf, war leicht festzustellen an den vollen Straßen, wo es im Laufe des Tages kaum mehr ein Durchkommen gab. Und natürlich an den langen Schlangen vor manchen Ständen – besonders da, wo Herzhaftes oder auch Süßes zum Essen und Trinken angeboten wurde.