Fußball 20.09.2025

B-Liga – Haselsee wird Groundhopper-Magnet – Aber: Premiere vertagt

Hünfeld (pf) – Fußballromantiker, Groundhopper und Naturfreunde aufgepasst: In der unscheinbaren B-Liga Hünfeld stehen im Herbst ganz besondere Leckerbissen an. Der GFC Dynamo Hünfeld Südend bestreitet seine ersten Heimspiele in dieser Saison und damit auch nach der Rückkehr in die Eigenständigkeit. Die neue Spielstätte ist Idylle pur. Allerdings wurde die Premiere am Haselsee erstmal verschoben.

Tore stehen zwar da, allerdings nicht die, die für den Spielbetrieb gebraucht werden. Fotos: Pascal Fischer

Der Verein „kaufte“ sich in der Sommerpause noch etwas Zeit und tauschte zunächst in sämtlichen Spielen das Heimrecht, da noch eine Heimspielstätte gesucht wurde. Die Konkurrenz kam dabei entgegne, freut sich Vereinsvorsitzender Hendrik Becker. Sechs Partien absolvierte der Gaalberner FC bisher, holte drei Punkte, nun sollte eigentlich die große Premiere anstehen: Doch das erste Heimspiel am Sonntag gegen Wölf II musste verschoben werden – die Lieferung der Tore hatte sich leider verzögert, bedauert Becker. Somit hat nun Praforst II am nächsten Sonntag, 28. September, die Ehre, erster Gast am Haselsee zu sein – auch noch ein Derby.

Doch von dieser letzten Hürde lassen sich die Beteiligten die Vorfreude auf einen ganz besonderen Spielort – neben Café, Enten und Tretbooten – nicht nehmen: „Hier wächst was zusammen“, freut sich Hendrik Becker, der im Verlauf der Saison von über 30 Spielern im Training sprach. „Das ist auf dem Platz hier natürlich eng. Aber wir freuen uns, dass wir so das Vereinsleben aufrechterhalten können. Das war ohne Heimspielstätte schon ein großer Akt und schwer zu leisten“.

Zwei Teams hat der GFC im Spielbetrieb, schließlich kamen im Sommer etliche Neuzugänge. Die zweite Mannschaft bestreitet ihr erstes Heimspiel am Haselsee übrigens am 3. Oktober in der Reserveliga. Doch bis es soweit war, dass die neue Heimspielstätte feststeht, war es ein langer Weg für den Verein: „Wir haben natürlich bei den Vereinen aus dem Umfeld angefragt, aber die Kapazitäten waren auch wegen der Mannschafen des Jugendfördervereins gering. Nach und nach mussten wir dann die Wiesen im Stadtgebiet durchgehen und sind dann hier gelandet“, schmunzelt Becker. Es folgten viele Gespräche mit der Stadt Hünfeld, die „immer gewillt und kooperativ“ gewesen sei, bis es schließlich fix war. Der Platz war auserkoren, doch damit ging ein organisatorischer „Riesenaufwand“ erst los.

Der Verein finanziert sich überwiegend von Spenden, es fehlt noch an Sponsoren. Doch für den Spielbetrieb braucht es infrastrukturelle Voraussetzungen: „Es waren mehr als 15.000 Euro“, schätzt Becker das Investitionsvolumen: „Für andere Vereine ist das nicht die Welt, für uns ist das enorm. Wir mussten mehrere Klinken putzen im Einzugsgebiet“. Am Haselsee gibt es nun sogar Flutlicht – alles andere bereitete der Verein akribisch in den vergangenen Wochen vor. Unter anderem die Kabinen im Mehrzweckraum, der direkt am Parkplatz gelegen ist. Für die Gastmannschaft gibt es noch die ‚luxuriösere‘ Variante am Eingang auf wenigen Quadratmetern, der GFC zieht sich indes weiter hinten im Gebäude um, der Schiedsrichter bekommt ebenfalls einen niedlichen Rückzugsort. Doch es ist genau sowas, was den Reiz ausmacht. „Das ist Amateurfußball in der Reinform“, ist Becker stolz. Sogar der Platz wurde zentimetergenau abgemessen: 45 mal 90 Meter sind die Mindestmaße, und genau das hat der Rasen am Haselsee, direkt neben dem Reitplatz. „Das dürfte sogar der kleinste zugelassene Platz in Deutschland sein“, schmunzelt Becker.

Auch deshalb dürften die Heimspiele – und gerade die Premiere – zum Groundhopper-Magneten werden: „Wir hatten über Instagram schon viele Nachrichten bekommen. So eine Platzeinweihung ist etwas Besonderes, gerade, weil hier vieles aus der Norm fällt“, meint Becker. Für Verpflegung werde gesorgt sein, womöglich gibt es zur Premiere noch kleinere Aktionen, deutet er an. Ob der Turm neben den Umkleidekabinen genutzt werde, sei noch offen.

Dynamo Hünfeld spielt am Haselsee. Fotos: Pascal Fischer